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Alt 28.02.2009, 01:19   #11
The_Lord_of_Midnight
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Beiträge: 19.154

Mein Computer

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Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
Für mich gilt immer noch: JEDER kann durch jemand anderen ersetzt werden.
Das ist nicht die vorrangige Frage.
Die vorrangige Frage ist:
WILL man jeden ersetzen ?
Natürlich nicht, sondern eher nur ganz wenige, wo keine Hoffnung mehr besteht und wo man schon alles probiert hat.

Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
Aber so lange in den Köpfen derlei unlogischen Überzeugungen herumschwirren wie die Deine, so lange werden die Unternehmer uns leidlich ausnützen.
So lange in den Köpfen der Arbeitnehmervertreter derlei unlogische Überzeugungen herumschwirren wie die deine, so lange werden die Arbeitnehmervetreter nicht wirklich viel bewegen.
Denn dadurch spaltet sich sofort wieder alles in zwei Lager auf.
Aber keiner denkt daran, wie man einen fairen Kompromiss schließen könnte.
Da wird dann gleich von Streik geredet und man wundert sich, daß ein Unternehmer überlegt, ob er nicht doch eine Chance hat auszuwandern.
Denn immerhin gehts da um die Existenz des Unternehmers.
Ein Arbeitnehmer kündigt und sucht sich eine neue Arbeitsstelle.
Aber beim Unternehmer hängt oft seine gesamte wirtschaftliche Existenz dran, der ist für den Rest seines Lebens ruiniert.
Es ist nicht immer alles so rosig, wie es von deinesgleichen dargestellt wird.
Es gibt auch viele, die gehen in Konkurs und bezahlen den Preis für den Wohlstand, den unser privatwirtschaftliches System bringt.
Da werden auch viele Notstands-Empfänger produziert, auch wenn solche Details niemand gerne hört, denn das passt nicht ins einfache Bild von den bösen Unternehmern dort und den guten Arbeitnehmern hier.

Wennst ehrlich bist ist das nicht realistisch und so eine Darstellung ist nicht in Ordnung, denn es gibt auf beiden Seiten Leute, die einfach Grenzen überschreiten, die sie besser nicht überschreiten sollten.

Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
Keine Firme geht zugrunde, weil plötzlich ein bestimmter IT'ler nimmer zur Verfügung steht.
Darum gehts doch gar nicht.
Es geht darum, daß QUALIFIZIERTE und motivierte Leute sehr wertvoll sind.
Das dauert im Extremfall JAHRE bis die wieder aufgebaut sind.
Und jeder wirklich nachdenkende Vorgesetzte würde einen Teufel tun, bevor er solche Leute leichtfertig gehen lässt.
Das Problem sind eher Leute, die vielleicht nicht so mit der Zeit gehen und bei Veränderungen nicht so willig sind, neues zu lernen.
Oder vielleicht auch nicht fähig sind.
Irgendwie muss ja ein Unternehmen weiterleben, irgendwer muss ja die Arbeit auch machen.
Und dann kommts drauf an, ob es in diesen Fällen eine Lösung gibt oder ob gleich wieder der Unternehmer der schlechteste Mensch der Welt ist, nur weil er jemanden kündigen musste, der nicht für den Beruf geeignet ist.

Wohlgemerkt, ich will jetzt nicht das schwarz-weiß denken duplizieren, wie es oft von der Arbeitnehmerseite kommt.
Es ist mir sehr wohl bewusst daß es Unternehmer gibt, die rücksichtlos agieren und sowas finde ich auch das letzte.
Nur damit da kein falscher Eindruck entsteht.
Ich meine einfach nur, daß man mit solchen Pauschalurteilen immer falsch liegt.
Es soll auch sowas wie nette Vorgesetzte geben.
Das muss man von Fall zu Fall unterscheiden, man darf auf keinen Fall reflexartig "Skandal" schreien, nur weil jemand gekündigt wurde.
Man muss auch zurückfragen, warum das passiert.
Es gibt auch Leute die minderqualifziert sind und nicht willens sind zu lernen, obwohl die Firma alles zahlen würde.
Kurse, Dienstauto etc.
Und solche Leute sagen dann trotzdem eiskalt "ich brauch das nicht".
Und wundern sich dann, wenn sie die ersten sind, die in Krisenezeiten gehen müssen.
Es ist wirklich tragisch, wenn Leute in einem qualifizierten Beruf die absolute Notwendigkeit des lebenslangen Lernens nicht sehen.

Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
Ich hoffe, dass die vor kurzem initiierte Aktion der Gewerkschaft etwas nützt, wo sie jetzt reihenweise einschlägig bekannte Firmen beim Arbeitsinspektorat anzeigen und Untersuchungen fordern, ob dort alles gemäß den Arbeitszeitregelungen abläuft.
Ja, das finde ich auch in Ordnung und wichtig.
Ist eine wichtige Funktion einer Arbeitnehmervertretung.
Leute und Firmen, die sich nicht an die Gesetze halten, und das auf Kosten der Mitarbeiter, müssen unnachgiebig bekämpft werden.
Wenn jemand seine Arbeit nicht gut genug macht, kann er ja gekündigt werden.
Nur die Mitarbeiter haben ein Recht auf faire und den Gesetzen entsprechende Bezahlung.
Vor irgendwas muss der Mensch ja auch leben.
Firmen, die sich nicht daran halten, müssen im Extremfall geschlossen werden.
Es gibt genug faire Konkurrenten, die ein Recht auf ein wirtschaftliches Überleben haben, weil sie sich an die Gesetze halten.
Frage mich nicht, warum derartig einfache und klare Selbstverständlichkeiten nicht schon seit Jahrzehnten so durchgeführt werden.
Vor allem ist es ja auch im Interesse der fairen und gesetzestreuen Unternehmer, daß kriminelle Elemente entfernt werden.

Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
Das kann jetzt für die Unternehmer nämlich ziemlich teuer werden, weil jeder einzelne Fall geahndet wird und nicht die Firma pauschal.
Ja, da geht jetzt ziemlich die Angst um.
Also die neuen Regeln dürften wirklich sehr entschlossen sein.
Und wenn man da nicht genauestens aufpasst, daß keiner jemals über 10 Stunden arbeitet, kann das heutzutage bedeuten, daß einem der Geschäftsführer die Kündigung übergibt.
Denn eine kleine Unschärfe gibts in dem Gesetz.
Es haftet immer der Geschäftsführer und nicht der Eigentümer des Unternehmens.
Und zwar mit seinem Privatvermögen.
Dem ist das dann egal, ob es eine Vereinbarung gibt zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem.
Da ist kein Spielraum mehr für Kompromisse.
Das führt dann z.b. dazu, daß Familienväter schon einen Abend vorher von ihrer Familie getrennt werden, weil sich beispielsweise ein Einsatz in Graz nicht mehr anders ausgeht.
Oder wenn mal eine Arbeit eine halbe Stunde länger dauert, was ja in der IT nicht unüblich ist, daß man dann irgendwo auf der Autobahn in einer Raststätte übernachten muss, weil die 10 Stunden seit dem Verlassen des Eigenheims schon errreicht sind.
Und wenn da nichts mehr frei ist, muss er draußen im Auto schlafen, was im Winter vielleicht auch keine so gute Idee ist.

Wie gesagt, dadurch daß der Geschäftsführer immer nur die Privathaftung im Auge hat, muss man auch gewisse Nachteile in Kauf nehmen.
Ob da jetzt jemand Überstunden bezahlt bekommt, die er früher nicht bezahlt bekommen hat, weiß ich nicht.
Aber die neue Regelung führt jetzt zu extrem strenger Auslegung der maximal am Tag zu leistenden 10 Stunden.
Was eben auch leider für die Mitarbeiter Nachteile hat.

Und ja, ich weiß daß es Ausnahmen gibt.
Die muss man aber beizeiten schon vorher beim Arbeitsinspektorat offiziell melden.
Das geht leider in der Praxis nicht immer, weil man die genaue Arbeitszeit nicht immer voraussehen kann.

Ich glaube da muss man jetzt einfach abwarten, inwiefern sich das bewährt und ob es nicht doch auch Flexibilitäten geben kann, vor allem im Interesse der Mitarbeiter. Mir persönlich wäre es z.b. lieber, wenn ich bei einer Dienstreise nicht auf der A4 in irgendeinem billigen Hotel übernachten müsste.
Oder ich fahre weiter, verliere dann aber 1 Stunde von meiner Arbeitszeit, denn die Zeit über 10 Stunden kann ich nicht mehr schreiben.
Weil ich weiß ganz genau, daß mich der Geschäftsführer sofort zur Verantwortung zieht, wenn er wegen mir eine "Privatrechnung" bekommt.

Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
Meiner Meinung nach wären die Unternehmer (bzw deren Vertreter in der Wirtschaftskammer) gut beraten, wenn Sie die Blockadeaktion gegen ein gerechtes IST-Lohnmodell endlich aufgeben würden und sich mit der Arbeitnehmerseite zusammen setzen, um darüber ernsthaft zu verhandeln.
Ich bin mir jetzt nicht sicher, was der Unterschied zwischen einem Soll- oder Istlohnmodell ist ?
Was haben wir derzeit und was würde sich die Arbeitgeberseite wünschen (zu der ich mich auch zähle) ?

Geändert von The_Lord_of_Midnight (28.02.2009 um 01:25 Uhr).
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