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| News & Branchengeflüster aktuelle News von Lesern, sowie Tratsch und Insiderinformationen aus der Computerbranche |
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#1 |
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Veteran
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Als einer der beruflich leider mit vielen Kollektivverträgen zu tun hat (arbeite bei einem Steuerberater mit vielen Klein- und Mittelbetrieben in den unterschiedlichsten Branchen) kann ich hier meine persönliche Meinung kundtun:
1. Wie kann ein Verein mit freiwilliger Mitgliedschaft (ÖGB) für Arbeitnehmer verhandeln? 2. Warum sind manche Branchen wichtiger als andere? Nur weil z.B. bei einem Streik der Drucker keine Tageszeitung erscheinen würde, haben die 5 Wochenlöhne als Sonderzahlung, ..... Dafür verdienen Friseure nach dem Auslernen kaum mehr als die Lehrlinge in anderen Branchen. Warum kann in manchen Branchen Arbeiter nach mehr als 20 Jahren Betriebszugehörigkeit mit einer Woche Frist gekündigt werden (Angestellte habe da schon 6 Monate Frist)? Es gibt leider viele Branchen, die nur eine Erhöhung der Mindestlöhne vorsehen, aber seit Jahren keine Ist-Erhöhung. Schlecht für alle die beim Einstieg mit guter Bezahlung gelockt wurden! Und warum bekommt jeder Bauarbeiter Taggeld, wenn er aus der Firma geht und im Nachbarhaus arbeitet? Der Sinn von Taggeld ist es, daß man auf Reisen die Mehrkosten für Verpflegung abdeckt. Aber so ist es ein schönes (steuerfreies) Zugeld. Ich bin für ein einheitlich Regelung der wichtigsten Dinge (Kündigung, Sonderzahlung, Arbeitszeit, Mindestlöhne,...) Und nur die branchen-spezifischen Besonderheiten sollten in einem eigenen Kollektivvertrag geregelt werden. Und zur Kollektivvertragsflucht: nicht einmal der zuständige Sachbearbeiter der Arbeiterkammer konnte meine Frage beanworten, warum manche Firmen eigene Kollektivverträge haben (außer vielleicht um die Rechte der Arbeitnehmer zu kürzen). lg wolfgang
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#2 | |
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Inventar
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Beiträge: 4.010
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Zitat:
Zur Frage, warum es viele einzelne Kollektivverträge gibt? Ganz einfach: weil sich in früheren Zeiten nun mal die Leute nach Interessensgruppen organisiert haben - etwas, was heutzutage nicht mehr in zu sein scheint, weil es ja Geld kostet. Leider versteht es der kleine Mann bzw die kleine Frau auf der Straße nicht, dass man gemeinsam mehr erreicht als alleine - und glauben daher, dass sie beim Chef direkt eine bessere Situation für sich schaffen als ohne Sozialpartner. Genau diesen Gedanken haben die meisten Unternehmer uns Arbeitnehmern voraus ... leider!
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Für ein friedliches Zusammenleben im Forum werde ich ab sofort keine Trolle mehr füttern, und zwar unabhängig von der Sinnhaftigkeit ihrer Wortmeldungen. |
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#3 | |
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Veteran
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Zitat:
Und die Gewerkschaft ist für mich eindeutig VIEL zu politisch orientiert. Da geht es mehr über politische Interessen und Image, als um die Vertretung der Mtglieder. Das zeigt ja auch die diversen Schwierigkeiten (Konsum, BAWAG) und der Mitgliederschwund. lg w.
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#4 | |
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Inventar
![]() Registriert seit: 03.09.2000
Beiträge: 4.010
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Zitat:
Und natürlich haben Konsum, Bawag udgl Mitglieder gekostet. Aber glaubst nicht, dass die Interessenvertretungen der Arbeitgeber auch Geld zum Fenster rausschmeißen? Trotzem käme ein Unternehmer nie auf die Idee, nicht hinter ihren Interessenvertretungen zu stehen. Denn die wissen genau: OHNE denen wäre es für sie noch viel schlechter. Nur wir Arbeitnehmer scheinen das nicht zu durchblicken. Warum auch immer... ![]()
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#5 | |
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Veteran
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Zitat:
Es verlangt ja auch keiner, daß sich z.B. die Kirche für die Interessen der Moslems einsetzt ... Und wie erklärst, daß z.B. die Gewerkschaft der Privatangestellten in manchen Branchen viel für die Arbeitgeber (35 h-Woche, Erhöhungen,...) erreicht, während dieselbe Gewerkschaft z.B. bei den Wirtschaftstreuhändern seit 15 Jahren keine Ist-Erhöhung geschafft hat?? Dabei sind das genau die selben Verhandler...
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#6 | ||
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Inventar
![]() Registriert seit: 03.09.2000
Beiträge: 4.010
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Zitat:
Genau aus DEM Grund verweigert die AK die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite - weil ein FREIWILLIGER Anschluss an einen privaten Verein einfach mehr Eindruck macht als die AK mit ihren Zwangseinnahmen. Zitat:
Es gibt Branchen (allen voran die Arbeiterschichten wie Metaller oder Elektroindustrie) oder auch die damals eher den intelligenten Arbeitnehmern wie Angestellten und Beamten haben es schon immer verstanden, sich zu organisieren. Dort sind gar 90 oder mehr Prozent der Arbeitnehmer bei der Gewerkschaft - und entsprechend hoch fällt natürlich deren Mandat aus. In der IT-Branche, wo jeder Dodel glaubt, er könne es sich mit SEINEM Chef besser richten als es die offiziellen Verhandler der Gewerkschaft tun, dort sind vermutlich zwischen 5 und 8 Prozent der Arbeitnehmer bei der Gewerkschaft. Klar lachen hier die Arbeitgeber die Verhandler aus, wenn maximal 8 Prozent hinter dem Team stehen. Wenn ich daran denke, dass ich im Oktober im wiener Austria-Center war zu einer IT-Mitarbeiterversammlung und dann von etwa 50.000 betroffene lediglich 2.500 Leute ihr Geschick selber in die Hand zu nehmen bereit sind, dann muss ich sagen: recht geschieht uns. Wenn es heißt: Streiken, dann sind die Metaller überwiegend mit Begeisterung dabei, die Arbeit nieder zu legen - und die Arbeitgeberseite weiß das ganz genau und deswegen vermeiden sie den direkten Konfrontionskurs. Wenn es aber im IT-Bereich heißen würde: Streiken, dann wäre das mit Sicherheit ein Flop ersten Grades - und auch DAS weiß die Arbeitgeberseite, weswegen sie bei uns einfach ein sehr, sehr leichtes Spiel haben. Aber warum ist das so? Unsere Arbeitgeber shicen uns Jahr für Jahr auf den Kopf und wir sagen offensichtlich auch noch Danke!
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#7 | |
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Gesperrt
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Zitat:
Denn wie du bereits richtig schreibst, würde man gemeinsam mehr erreichen. Was ich nicht ganz verstehe ist, warum man das nicht bei den Interessensvertretungen selbst sehen kann und warum die sich nicht aus eigenem Antrieb zusammenschließen ? Ich möchte nicht bösartig argumentieren, besonders nicht an einem Tag wie heute, aber könnte es nicht sein, daß es auch so etwas wie weniger "Posten" geben würde, wenn man sich zusammenschließen würde zu einer einzigen Organisation ? Oder stehen dem irgendwelche organisatorischen oder praktische Gründe entgegen, die man als Außenstehender nicht sehen kann ? |
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#8 | |
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Inventar
![]() Registriert seit: 03.09.2000
Beiträge: 4.010
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Zitat:
Und das Argument des Nicht-Zusammenschließens ist so nicht richtig. Bisher hat es ja - um nur ein Beispiel zu nennnen - die Teilgewerkschaften GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten) und djp (Druck, Journalismus, Papier) gegeben - mittlerweile haben sich die beiden Sparten zusammen geschlossen und nennen sich (sinniger Weise) GPA-djp. Natürlich gehen diese Zusammenschlüsse nicht so rasch, wie es eigentlich notwendig sein sollten - und mit Sicherheit spielen hier vor Allem Argumente mit, wer diese großen Gewerkschaften dann anführen sollen. Aber sowas ist nun mal auch irgendwie menschlich zu betrachten. Man lässt sich halt nur mit Gewalt vom Futtertrog wegreißen. Ähnliche Bestrebungen gibt es mittlerweile ja auch schon gesamt-europäisch, nur dort ist es klarerweise noch viel schwieriger. Aber wenn der Leidensdruck der Arbeitnehmer groß genug geworden ist, spätestens dann wird man umdenken müssen. Aber das primäre Ziel muss es im Moment sein, dass sich die Arbeitnehmer wieder im großen Stil organisieren. Denn wie ich hier im IT-Bereich sehe, werden die Mitarbieter nur an der Nase herumgeführt; die Betriebe machen extreme Gewinne (noch immer - und daran wird sich in absehbarer Zeit wenig ändern, weil wie sonst können die Betriebe Kosten minimieren wenn nicht durch Automation), lassen aber für die Mitarbeiter kaum ihren Anteil zukommen. Und das empfinde ich als bodenlose Schweinerei!
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