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Guru, e-Zitate & Off Topic Der WCM-Guru auch online, mysteriöse technische Angaben und sonstige 'Verlautbarungen'

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Alt 28.05.2013, 17:46   #1
Satan_666
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Ich habe jetzt keine rechte Ahnung, was ich mir unter einem "Minimalstaat" vorstellen soll. Deswegen kann ich dazu noch nix sagen.

Ich sehe aber das Problem auf einer anderen Seite: Den Firmen ist es eindrucksvoll gelungen, sich weltweit zu vernetzen und mehr oder weniger an einem Strang zu ziehen. Davon ist sowohl die Politik als auch die Arbeitnehmerschaft meilenweit entfernt. Würde es uns gelingen, eine globale Politik ins Leben zu rufen und globale Arbeitnehmer-Vertretungen, dann hätten wir auch das Instrument, der Globalisierung Paroli zu bieten.
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Alt 28.05.2013, 18:39   #2
TMG_deleted
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Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
Ich habe jetzt keine rechte Ahnung, was ich mir unter einem "Minimalstaat" vorstellen soll. Deswegen kann ich dazu noch nix sagen.
Der Grundgedanke des Minimalstaates ist die Beschränkung der staatlichen Aufgaben und daraus resultierenden Einflussnahme auf ein Minimum. Da gibt es wieder unterschiedliche Richtungen. Grundsätzlich sollte aber ein Minimalstaat sich auf die innere und äußere Sicherheit beschränken und dem mündigen Bürger, Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung begünstigen. Gegenüber den Zwangssystemen, meist sozialistische, steht die Freiwilligkeit im Vordergrund und nicht der Zwang. Also Zwangsmitgliedschaften, Zwangsversicherungen und was man sich noch alles unter staatlichem Zwang vorstellen kann, ist in einem Minimalstaat nicht vorgesehen. Natürlich gibt es auch im Minimalstaat weiterhin Regeln und Gesetze, sonst wäre es Anarchie, streng genommen gibt es aber sogar in der Anarchie Regeln. Das ist natürlich nur ein sehr grober lückenhafter Überriss des Minimalstaates.
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Alt 29.05.2013, 08:36   #3
Satan_666
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Zitat:
Zitat von TMG Beitrag anzeigen
... und dem mündigen Bürger, Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung begünstigen. Gegenüber den Zwangssystemen, meist sozialistische, steht die Freiwilligkeit im Vordergrund und nicht der Zwang. Also Zwangsmitgliedschaften, Zwangsversicherungen und was man sich noch alles unter staatlichem Zwang vorstellen kann, ist in einem Minimalstaat nicht vorgesehen.
Und wir hätten amerikanische Sitten bei uns. Reihenweise würden sich die Leute damit von den Krankenkassen abmelden, so lange sie jung sind (braucht ja niemand, stimmts?) ... auch der Organisationsgrad, den ich bereits oben erwähnt habe, ginge damit gegen Null.

Aber das Zauberwort heißt: mündiger Bürger. Denn genau den gibt es in unserer Gesellschaft nicht. Dazu ist einerseits der Bürger zu wenig interessiert (ist ja bequemn, wenn andere für einem denken) - und andererseits hält man uns auch sehr viele Informationen vor, die notwendig wären, um wirklich mündig zu sein.

Was es braucht: Mehr Ehrlichkeit!

Mehr Ehrlichkeit in der Politik!
Mehr Ehrlichkeit in der Wirtschaft!
Mehr Ehrlichkeit im Finanzwesen!

So lange das nicht gewährleistet ist, so lange möchte ich keinen Minimalstaat haben.
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Alt 29.05.2013, 12:33   #4
TMG_deleted
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Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
Was es braucht: Mehr Ehrlichkeit!

Mehr Ehrlichkeit in der Politik!
Mehr Ehrlichkeit in der Wirtschaft!
Mehr Ehrlichkeit im Finanzwesen!
Nobel, aber unrealistisch. Wie oft ein durchschnittlicher Mensch pro Tag lügt, ist je nach Studie unterschiedlich. Allerdings dürfte es sehr oft sein. Angesicht dessen, dass Menschen fern jeder Perfektion sind, ist es also recht unrealistisch, wenn auch idealistisch, hier Besserung ein zu fordern. Nach meiner Lebenserfahrung sind vor allem jene, die von sich behaupten die Guten zu sein, doch eher jene, vor denen man sich am meisten vorsehen sollte.
TMG_deleted ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2013, 13:12   #5
Satan_666
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Zitat:
Zitat von TMG Beitrag anzeigen
Nobel, aber unrealistisch. Wie oft ein durchschnittlicher Mensch pro Tag lügt, ist je nach Studie unterschiedlich. Allerdings dürfte es sehr oft sein. Angesicht dessen, dass Menschen fern jeder Perfektion sind, ist es also recht unrealistisch, wenn auch idealistisch, hier Besserung ein zu fordern. Nach meiner Lebenserfahrung sind vor allem jene, die von sich behaupten die Guten zu sein, doch eher jene, vor denen man sich am meisten vorsehen sollte.
1. Ich schrieb von mehr und nicht von ausschließlicher Ehrlichkeit.

2. Mein Ansinnen ist ganz genauso unrealistisch wie Deine Forderung nach einem Minimalstaat.
Satan_666 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.06.2013, 22:54   #6
TMG_deleted
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Zitat:
Zitat von Don Manuel Beitrag anzeigen
Wenn man eine so alte Einrichtung wie den Staat so fundamental in Frage stellt, hat das philosophisch natürlich immer eine Berechtigung. Dann sollte man aber auch mehr praktisch ins konkrete technische Detail gehen und quasi die wichtigsten Grundsätze (als Unterschied zu bisher) gezielt auflisten.
Ansonsten, abseits der Philosophie und nahe der Realität, stellt sich bei derartig grundsätzlichem besseren Wissen die Frage, ob man seine Schau der Dinge nicht ein klitzekleinwenig überschätzt. Schließlich finden wir sogar im Tierreich staatliche Organisation, von der Biene bis zum Rudel Säugetiere, finden wir beim Menschen erst dann die Entwicklung von Hochzivilisation, wenn Staaten die nötige Infrastruktur und Rechtssicherheit für komplexe Wirtschaft und Wissenschaft bereiten. Der Sozialstaat kam erst nach der Überwindung der Aristokratie als Resultat der Demokratie hinzu.

Also was gehört jetzt alles abgeschafft, Deiner fortschrittlichen Meinung nach?
Ich kann das Thema sicher nicht knackig in 1000 Zeichen zusammenfassen. Aber grundsätzlich wird der Staat ja nicht in Frage gestellt, die innere und äußere Sicherheit und noch viele darüber hin aus, wird nach wie vor in Staatlicher Hand bleiben, weil es dort am sinnvollsten sein dürfte. Andere Dinge sind bestimmt in privater Hand besser aufgehoben. Am ehesten könnte man hier den Grundbesitz als Vergleich heranziehen. Jeder schaut auf sein Land, selten spuckt jemand auf den eigenen Boden. Die Meisten halten wohl auch ihr Heim sauber und in Ordnung. Auch wenn jemand z.B. 800 Hektar Land besitzt, hat man immer noch ein Wegrecht und dient weiterhin, je nach Lage, als Erholungsgebiet. Auch wenn dieses Land forstwirtschaftlich und zur Jagd genutzt wird, gibt es hier selten Probleme.

Die Frage was abgeschafft gehören würde, halte ich aber falsch gestellt. Auch wenn nach einer Neu- bzw. Umgestaltung einige Institutionen und Posten nicht mehr vorhanden sein werden, ist es doch kein Abschaffen im eigentlichen Sinn. Liest man doch nur all zu oft, wer nicht wieder etwas einsparen oder abschaffen will und sogleich sind die Stillstandsfunktionäre auf der Bühne, damit ihnen ja nichts weggenommen und ihre Macht nicht beschnitten wird. Es leben einfach sehr viele Menschen recht gut von unserem System, das aber leider im Sterben liegt. Gewisse Teile unseres Apparat liegen in einem Wachkoma und niemand traut sich die Sterbehilfe zu. Schon gar nicht die etablierten Parteien, denn dort sind gerade diese Patienten stark verkabelt.

Zitat:
Zitat von Satan_666 Beitrag anzeigen
1. Ich schrieb von mehr und nicht von ausschließlicher Ehrlichkeit.

2. Mein Ansinnen ist ganz genauso unrealistisch wie Deine Forderung nach einem Minimalstaat.
Politiker sind von Berufswegen Schwindler, Halbwahrheitenerzähler und Beschöniger. Mehr Ehrlichkeit wird man nur mit einem Druckmittel erhalten, weil aus reiner Nächstenliebe wirds das nicht spielen. Aber was haben wir für legale Druckmittel? Wahlen, Demonstrationen und vielleicht noch das direkte Gespräch inkl. Brief/E-Mail.

Das mit dem Minimalstaat ist ganz sicher unrealistisch. Wie schon erwähnt, haben sehr viele "wichtige" Menschen etwas dadurch zu verlieren, einige alles. Eine fundamentale Neugestaltung kann eigentlich nur nach einem totalen Zusammenbruch des Systems entstehen. Dann wahrscheinlich zwangsläufig mit einem Minimalstaat, weil alles immer klein anfängt. Der Kreislauf des Aufbaues und des Zusammenbruches ist aber offenbar endlos, so wird auch dieses System irgendwann zu Grabe getragen und wieder etwas Neues entstehen.
TMG_deleted ist offline   Mit Zitat antworten
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