08.06.2009, 07:28
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Inventar
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Mobilfunker abwegig (DVB-T2 versus DVB-H2)
Abfuhr für die Mobilfunker
Zitat:
Neue Standards fürs Digital-TV
Durch die kommende Umstellung des terrestrischen digitalen Fernsehens von DVB-T-1 auf DVB-T-2 und das Codec-Upgrade von MPEG2 auf MPEG4 würden zwar Ressourcen im Spektrum eingespart. Wie der reißende Absatz von flachen Großbildschirmen aber zeige, werde hochauflösendes Fernsehen seitens der Konsumenten immer stärker nachgefragt. Alle großen TV-Stationen in Europa seien dabei, immer mehr HDTV-Sendungen anzubieten, und um diese auch terrestrisch zu verbreiten, seien neue Frequenzen nötig.
Das steht in direktem Widerspruch zum Argument seines Gegenparts Serentschy, der die HDTV-Verbreitungswege via Satellit und Kabel-TV für ausreichend hält.
Gestörte Set-Top-Boxen
Zu all dem komme noch ein weiteres technisches Problem, so Grinschgl. Die neuen Set-Top-Boxen der UPC und anderer Kabel-TV-Betreiber, die mit ihren Multiplexen auch den Bereich von 790 bis 862 MHz (Kanal 61 bis 69) bespielten, würden durch Einstrahlungen gestört.
Ein Multiplex ist - verkürzt gesagt - ein ultrabreitbandiger Sender, der auf einer Unzahl von Frequenzen ebenso viele Kanäle parallel durch das gute alte Koaxkabel jagt. Wenn dort, wo dieses Kabel in einer Set-Top-Box endet, auch ein UMTS- oder LTE-Modem funkt, das den fraglichen Frequenzbereich benutzt, sind Störungen unausweichlich.
Die Mindestwerte
Dazu existiert ein umfangreiches Gutachten, das von der UPC in Auftrag gegeben wurde. Simuliert wurde folgende Alltagssituation: Während digitales Kabelfernsehen läuft, ist im selben Raum ein Laptop mit einem UMTS-Modem aktiv, das zwischen 790 und 862 MHz funkt.
Mit einem Vektorsignal-Generator wurde ein Signal mit den typischen Eigenschaften des UMTS-Datendienstes erzeugt, das dann auf gebräuchliche Set-Top-Boxen (DVB-C) abgestrahlt wurde.
Eine Strahlungsleistung von gerade einmal acht Milliwatt führte bereits "zur Erreichung der Mindestwerte bei DVB-C" auf den Kanälen 61 bis 69. Mindestwerte bedeutet: Das TV-Signal ist auf dem entsprechenden Kanal gerade noch empfangbar.
Zwar wurde die Abstrahlung aus nächster Nähe vorgenommen (1,6 Meter), aber acht Milliwatt sind wiederum nur ein Dreißigstel der Sendeleistung von herkömmlichen UMTS-Modems.
"Meilenweit entfernt"
In Österreich wären durch derlei Störungen 1,2 Millionen Menschen betroffen, sagte Grinschgl.
Von einer bevorstehenden Umwidmung könne unter diesen Umständen keine Rede sein, davon sei man noch "meilenweit entfernt". Man kenne zwar die Interessen der Telekombranche, doch 790 bis 862 MHz seien nun einmal "ein klar zugeordneter Rundfunkbereich".
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DVB-T2 ist klar zu bevorzugen, da es Fernsehen (HDTV mit MPEG4) bedeutet. Alles andere sind Videostreams, die mehr oder weniger teuer vom TV Konsumenten gekauft werden.
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