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So fliegt man richtig! Fragen, Antworten, Diskussionen zum Fliegen von Jets im FS

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Alt 01.04.2004, 18:54   #21
TooLowFlap
Veteran
 
Registriert seit: 18.03.2001
Beiträge: 346


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Nein, fliege ich nicht.

Jo
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Alt 01.04.2004, 22:47   #22
Rolf
Inventar
 
Registriert seit: 08.12.1999
Alter: 82
Beiträge: 2.035


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Hallo Jo!
Schön Dich mal wieder im Forum zu "sehen" und das gleich mehrfach, immer noch auf A340?
Gruß
Rolf
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Alt 02.04.2004, 15:54   #23
Bengel
Inventar
 
Registriert seit: 25.03.2001
Beiträge: 1.968


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Bezüglich der finanzieller Situation von Piloten ist in der neuen Aero ein kleiner Artikel. Unbestritten sind die goldenen Jahre vorbei, aber dies galt zu entsprechender Zeit ja für jeden Beruf.

Was mir zu denken geben würde ist, daß Piloten bei Arbeitslosigkeit und schlechter Konjunktur auf der Straße sitzen, und die Chancen auf einen neuen Job mit jedem Monat der Arbeitslosigkeit allein schon wegen des Nachwuchses sinken. Ein Wirtschaftsunternehmen wird im Zweifel Kosten höher werten als Erfahrung, Ausnahmen bestätigen nur die Regel.

Traumjob Pilot? Meiner Meinung nach schon lange nicht mehr......

Hohes Einkommen? ich war überrascht als ich sah, daß ein Kapitän der oberen Einkommensklasse weniger verdient als ich vor Jahren schon hatte.......

Bedenkt man dann noch die Familienfeindlichkeit (speziell auf Langstrecke), dann bin ich froh, daß mein Jugendtraum unerfüllt blieb.
____________________________________
An allem Unfug der geschieht, sind nicht nur jene Schuld, die ihn begehen, sondern auch jene die ihn nicht verhindern.
(Erich Kästner aus \"Das Fliegende Klassenzimmer\")

Wer widerspricht, ist nicht gefährlich, gefährlich ist, wer zu feige ist, zu widersprechen!
(Napoleon Bonaparte)
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Alt 02.04.2004, 20:06   #24
hpfranzen
Hero
 
Registriert seit: 08.11.1999
Beiträge: 840


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......und aus meiner Sicht kann ich den Job heute auch nicht mehr empfehlen!

HP
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Alt 02.04.2004, 21:14   #25
Leo
Elite
 
Registriert seit: 24.02.2000
Beiträge: 1.328


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Also wenn man das Geld für die Ausbildung über hat und sich nicht voll in Schulden stürzt und gerne fliegen will, naja, dann ists schon das Richtige. Ich würde den Schritt garantiert wieder machen obwohl ich auch zugeben muss, dass ich mir hier und da mehr erwartet habe.

Nicht nur in finanzieller Hinsicht...

Leo
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Alt 02.04.2004, 21:42   #26
Bengel
Inventar
 
Registriert seit: 25.03.2001
Beiträge: 1.968


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Geld ist nicht alles, trotz seiner existenziellen Bedeutung.

Aber wie seht Ihr die anderen Aspekte wie Beziehungs-/Familienfeindlichkeit (Abwesenheit von zuhause), eventuelle Arbeitslosigkeit und Wiedereinstieg, täglich mehr oder weniger der gleiche Trott trotz verschiedener Destinationen (so man 3 x täglich Salzburg-Amsterdam für Air Alps fliegt ), unbezahlte Wartezeiten (=Freizeitverlust), .....

Andererseits denke ich, gibt auch Benefits wie verbilligte (gratis?) Privatflüge, .....
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(Erich Kästner aus \"Das Fliegende Klassenzimmer\")

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Alt 03.04.2004, 02:29   #27
keule
Jr. Member
 
Registriert seit: 15.01.2004
Alter: 51
Beiträge: 55


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Zitat:
Original geschrieben von Bengel
Geld ist nicht alles, trotz seiner existenziellen Bedeutung.

Aber wie seht Ihr die anderen Aspekte wie Beziehungs-/Familienfeindlichkeit (Abwesenheit von zuhause), eventuelle Arbeitslosigkeit und Wiedereinstieg, täglich mehr oder weniger der gleiche Trott trotz verschiedener Destinationen (so man 3 x täglich Salzburg-Amsterdam für Air Alps fliegt ), unbezahlte Wartezeiten (=Freizeitverlust), .....

Andererseits denke ich, gibt auch Benefits wie verbilligte (gratis?) Privatflüge, .....
Guten Abend Bengel!

Ich schreib aus eigener Erfahrung.....

Beziehungs/Familienfeindlichkeit:

Selbst wenn man nicht Langstrecke fliegt, ist die Abwesenheit ein riesen Problem.
Es kommen immer mal wieder Dienste, wo Du 10-12 Tage unterwegs bist.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Freundinnen das eine gewisse Zeit
mitmachen, dann aber die Krallen ausfahren. Was ich aber auch verstehen kann.
Termine/Veranstaltungen die deiner Freundin wichtig sind, kannst Du manchmal nicht wahrnehmen, weil Du entweder in einem Hotel in Atlanta schläfst oder Du zwischen Houston und New Orleans hin und her pendelst, sie aber in New Jersey auf Dich wartet.

Eine andere Unwägbarkeit sind Stand-By-Dienste. Du hängst zuhause rum und wartest drauf, dass das Telefon klingelt.
Ich hatte 6-7x Stand-By im Monat und war praktisch gelähmt, weil man an das Telefon zuhause "gebunden" war. Es konnte jederzeit deine Operations anrufen und dir mitteilen, dass Du in 1 Stunde am Flughafen sein musst.

Und dann sind da noch die unterschiedlichen Arbeitszeiten. Montags stehst Du um 4 Uhr morgens auf und bist um 3 Uhr nachmittags wieder daheim. Am Dienstag checkst Du aber um 9 Uhr abends und kommst am Mittwoch morgen pünktlich nach Hause, um deiner Freundin noch einen Kuß zu geben!
Hast Du dann mal ein paar Tage off, muss deine Freundin arbeiten. Hat sie frei, sitzt Du auf dem Bock. Viele Menschen mit Schichtdienst kennen das Problem. Manchmal ist es doch von Vorteil, wenn Du geregelte Arbeitszeiten hast.


Arbeitslosigkeit und Wiedereinstieg:

Arbeitslos bin ich nur einmal geworden. Das war am 15.09.2001, als ich einen sehr kurzen Anruf erhielt, in dem mir eine gewisse Jane mitteile, dass ich aufgrund der Anschläge mir einen neuen Job suchen kann/darf/muss. Um mir die Übergangszeit (finanziell) zuerleichtern, zahlte man mir noch 2 Monatsgehälter. Insgesamt hat Continental in 2 Tagen 15000 Kollegen (Cockpit -, Cabin - und Groundcrew) gekündigt.
Alles in allem haben die Anschläge 150000 Jobs in der amerikanischen Luftfahrtindustrie vernichtet. Wieviele es weltweit waren, weiß ich nicht.
Bewerbungen hab ich zwar geschrieben, wurde aber nie zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Ehrlich gesagt, hab ich auch nicht mit einer Antwort gerechnet.
Durch Vitamin B, einem selbst bezahlten Type-Rating für einen Learjet und äußerst geringen Gehaltsvorstellungen hab ich dann in meiner alten Heimat Deutschland einen Job gefunden.
Seit März weiß ich, dass ich zum 1.9.2004 wieder bei Continental anheuern kann. Mein Type-Rating für die "PMDG-Collection" (Boeing 737-800/900) darf ich zwar selbst bezahlen, aber das kann ich mir, Gott sei es getrommelt, leisten.

Sehr vielen anderen geht es aber weiß Gott schlechter.
Da wären die jungen Flugschüler. Für 60000€ haben die eine Ausbildung gemacht und warten auf Jobs, während die Bank die Kohle für die Ausbildung wieder haben will.
Vielen fehlt das Geld um ihre Lizenz nach einem Jahr zuerneuern. Die Bank als Geldgeber können sie vergessen, weil die ja sowieso noch Geld bekommt. Wer bleibt da noch? Mama und Papa? Oma und Opa?
Dann erwarten einige Fluggesellschaften, dass man das Type-Rating selbst zahlt. Das wären dann nochmal ca. 25000€.
Es ist ein Teufelskreis, aus denen viele nicht mehr herauskommen.
Haben dann einige das Glück, einen Job zu bekommen, fliegen die oft für ein Appel und ein Ei. Tja, wenn viele einen Job haben wollen, wird halt der genommen, der gut ist und dessen Gehaltsvorstellungen am niedrigsten sind.
Manche Fluggesellschaften überbrücken auch so personelle Engpässe während dem Sommerflugplan. Zu Beginn des Sommerflugplans bekommen einige einen Job und zum Winter werden sie wieder gefeuert.
Kommt man nicht mehr rein, bleibt der Umstieg auf einen anderen Beruf - und die Schulden.


Benefits:
Ich, wie alle anderen Kollegen auch, bin, als ich noch bei Continental war, für 10% geflogen. Das hört sich toll an, aber wenn Du stressige Wochen hattest, ist das Letzte was Du willst, in den Urlaub zu fliegen - ging mir jedenfalls so.

Der gleiche Trott- Tag für Tag:

Dadurch, dass (fast) alles in der Luftfahrt standadisiert ist, ist es schon ein gewisser Trott. Unterschiedliche Ziele tragen nicht gerade zur Abwechslung bei. Ob Du eine After-Start-Checklist in Los Angeles oder Austin liest, macht es nicht interessanter. Nur der Ort ist anders.
Wenn Du dann noch einen dieser dollen Tage hast, und zwischen Newark und Cleveland pendeln darfst, bist Du vollends bedient. Diese Tage nehmen kein Ende.

Fazit:

Ich, genau wie meine beiden Brüder die auch fliegen, können uns keinen anderen Beruf vorstellen. Werden wir allerdings gefragt, ob es sinnvoll ist, Pilot zu werden, raten wir allen davon ab. Nur unsere kleine Schwester (18 Jahre alt) ist beratungsresistend. Die will auf Deivel komm raus Pilotin werden.
Jedem, der auch Pilot werden will, muss aber klar sein, dass die goldenen Zeiten endgültig vorbei sind und die Luftfahrtbranche im Umbruch ist.



Puuh. Ist doch mehr geworden, als ich gedacht habe!


Schönen Abend noch

Thomas
keule ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2004, 07:31   #28
Bengel
Inventar
 
Registriert seit: 25.03.2001
Beiträge: 1.968


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Hallo Thomas,

danke für Deine ausführliche Antwort, na so stellte ich es mir ungefähr vor.......

viel Glück für Deine berufliche Zukunft!

PS: wäre es angesichts der allgemeinen Situation nicht erstrebenswert, bei einer europ. Gesellschaft anzuheuern (Arbeitsrecht, finanz. Situation der amerik. Airlines,...)?


PPS: Habe gerade nochmals Deinen Beitrag gelesen, bin nun richtig glücklich, doch in meinem Job gelandet zu sein!
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An allem Unfug der geschieht, sind nicht nur jene Schuld, die ihn begehen, sondern auch jene die ihn nicht verhindern.
(Erich Kästner aus \"Das Fliegende Klassenzimmer\")

Wer widerspricht, ist nicht gefährlich, gefährlich ist, wer zu feige ist, zu widersprechen!
(Napoleon Bonaparte)
Bengel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2004, 11:46   #29
Marcus Füchtenschnieder
Veteran
 
Registriert seit: 03.02.2001
Beiträge: 212


Idee Linie ist nicht alles,......

aber die Alternativen sind auch nicht gerade in Gold verpackt.

Moin erstmal.

Nun ist die Linienfliegerei ja bei weitem nicht das einzige Feld in der Luftfahrt.
Ich habe bei einer Flugschule gelernt, die ausnahmslos in der Executive Charter unterwegs war. Dort flogen Metro's durch Europa.
Ist natürlich vom Job her eine Alternative, allerdings gilt auch hier schon länger, was in der Linie jetzt gegriffen hat:
Viel Zeitaufwand für wenig Geld bei einem nicht unbedingt sicheren Job.
Nur interessanter ist die Executive auf jeden Fall.
Heute fliegst Du eine Fracht nach Schottland, morgen einen Kunden nach Paris und und und.
Heißt aber auch um 4 aus den Federn geholt zu werden, weil ein Kunde dringend um 6 starten muß.
Genau so kann der Pleitehammer schnell zuschlagen, wie in diesem fall passiert: Da bricht ein großer Kunde weg, die Sache gerät ins straucheln und wenn's dann einen zweiten großen Kunden erwischt bleibt nur noch der Konkurs.
Aber was bleibt, ist ein auf jeden Fall interesanter Job, für den nicht unbedingt ein ATPL nötig ist (hier waren auch viele mit CPL/IFR dabei), dessen Zeitaufwand allerdings genau so familienunfreundlich ist, wie die Linie. Aber immerhin ist man zumeist am nächsten Tag wieder zu Hause
Und man hat direkten Kontakt zu den Passagieren, macht noch einen großen Teil der Flugplanung selbst und wenn der Kunde sich verspätet, kümmert man sich selbst um all die Slots, Flugplanänderungen und und und. Und so maches mal versorgt man auch die Passagiere selbst, der direkte Kontakt schlechthin, ... hat schon was.

Und es gibt natürlich viele Firmen mit eigenem Learjet (oder 'ner Citation) und eigenen Firmenpiloten, auch keine schlechte Sache, die Kunst ist nur, da ran zu kommen

So long,
Marcus
Marcus Füchtenschnieder ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2004, 12:46   #30
keule
Jr. Member
 
Registriert seit: 15.01.2004
Alter: 51
Beiträge: 55


Standard

Guten Morgen zusammen....

@Marcus

Ein Grund, warum ich den Job auf dem Learjet bekommen habe, war, dass ich da einen kenne, der einen kennt, der wiederrum einen anderen kennt.....

Executive-Fliegerei hab ich immer als etwas stressig empfunden. Eben, weil Du mehr Sachen selber erledigen musst, die bei einer Airline ein Mitarbeiter der Ops für dich macht, Du die eben schnell überfliegst und unterschreibst. Auch wenn das Gebiet, wo ich damals geflogen bin, für etwas Entschädigung gesorgt hat - Florida und die Bahamas.
Die Zeit in der Executive-Branche waren aber auch sehr lehrreich - im posiviten wie im negativen Sinne.
Trotzdem bin ich froh, wenn ich das Kapitel ab August wieder schliessen kann.

@Bengel

Logischer und richtiger wäre es gewesen, wenn ich mir bei einer europäischen Fluggesellschaft einen Job gesucht hätte. Es gibt halt sehr viele Aspekte, die gegen die USA sprechen - Stichwort hire and fire!
Die finanzielle Situation bei Continental sieht zum Glück besser aus, als bei anderen Branchenriesen - United und American. Die kämpfen immer noch mit Überkapazitäten. Und eine von denen wird in den nächsten 2 Jahren auf der Strecke bleiben (müssen).
Schade, dass ich meine Pro - und Contraliste nicht mehr finde. Da waren einige sehr gute Punkte drauf, die mir im Moment nicht einfallen wollen.

Auch wenn einiges gegen ein Engagement in Amerika spricht, freue ich mich drauf.

Vielen Dank für die Wünsche

Euch allen noch einen schönen Tag

Thomas
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