Nur einen Tag nach AMD's Ankündigung zum Opteron Prozessor werden auch schon neue Details zu Intel's Itanium 2, Codename "McKinley" bekannt! Schon beim Release des ersten Itanium wurde der McKinley als "wahrer" Itanium angesehen, da das erste Modell eher einen experimentellen Prototypen darstellte. Der McKinley hingegen ist um einiges performanter als sein Vorgänger. Die CPU besteht aus einer nahezu unfaßbaren Anzahl von 221 Millionen Transistoren bei einer satten Leistungsaufnahme von 130 Watt. Im Vergleich dazu sind RISC CPU's doch sparsamer, Sun's UltraSPARC III besteht nur aus 29 Millionen Transistoren, IBM's Multi-DIE Power4 aus 171 Millionen Transistoren. Die gewaltige Menge an Transistoren läßt sich weitgehend auch dadurch erklären, daß hier enorme 3MB L3 Cache direkt in den Die implementiert wurden! Dabei wurde der Cache praktisch um die Ausführungseinheiten herum verlegt. Der Itanium 2 bekam auch ein neues Speicherinterface verpaßt, so verfügt die CPU nun durch ein 128-bittiges 400MHz Speicherbussubsystem über eine externe Bandbreite von 6.4GB/sec, beim originalen Itanium war man hier noch auf 2.1GB/sec limitiert (64-Bit 266MHz). Der 16KB große L1 Cache verfügt jetzt nur mehr über einen einzigen Latenzzyklus, beim Itanium waren es noch 2, der L2 Cache wurde von 96KB auf 256KB aufgestockt. Um die IPC's (Instructions per Clock) zu maximieren wurde die Pipeline von 10 auf 8 Stufen reduziert, man nahm der CPU eine SIMD (Single Instruction Multiple Data) und stockte dafür die Integer Einheiten von 4 auf 6 auf. Das läßt deutlich erkennen, daß die CPU wahrlich nicht auf Multimediaanwendungen ausgelegt wurde, sondern eher auf Datenbanken. Dank zusätzlichen Registerports können nun sogar zwei Registerladeoperationen und Registerspeicheroperationen parallel ausgeführt werden, wo der Itanium nur entweder zwei Store oder zwei Load Operationen auf einmal ausführen konnte. Beachtlich ist auch, daß sich Intel einen einzigen immerhin nach allen Optimierungen immer noch 421mm2 großen Die in der Fertigung ganze 300 USD kosten läßt. Zum vergleich: Ein Pentium 4 Prozessor kostet in der Fertigung 50 USD. Selbstverständlich ist der 64-Bitter Itanium 2 nur für Highest-End Server ausgelegt.
Gruss Loewe