Hallo Michael,
Zitat:
Original geschrieben von Andragar
Na ich denke mal, dass man bei den brauchbaren Schrifften auch nicht wirklich viel neues entwickeln kann.
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Haha, da frag mal einen Typografen! Dein Statement klingt so ein bisschen wie von meiner Mutter: „Kann man heute eigentlich noch neue Bücher schreiben? Ist doch schon alles irgendwo mal geschrieben“. „Kann man heute eigentlich noch neue Fotos machen? Ist doch alles schon einmal fotografiert“.
Zitat:
Original geschrieben von Andragar
Wahrscheinlich ging es in der Abteilung so zu: "Hey, die Schrift sieht doch ok aus. Mach mal sowas ähnliches." Heraus gekommen ist so was ähnliches. Dann: "Aber das muss noch anders... und den Buchstaben hab ich mir auch anders vorgestellt..." Und schwubs, da ähneln sich die Schriften wieder zu 99%.
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Naja, das ist ja gerade die Frage.
Natürlich sehen Schriften ähnlich aus. Dass aber der allergrößte Teil der Buchstaben genau deckungsgleich ist, ist etwas anderes...

Schau dir mal eine typische Schriftbesprechung an:
http://praegnanz.de/essays/day-roman Dass sie unabhängige Schriften so nahe komme, ist also normal.
Aber in dem Bericht klingt es ja eher anders an: Wenn eine so renommierte Firma wie Linotype schon öffentlich die Frage erhebt, ob Microsoft hier nicht direkt die Schrift „dekompiliert“ und die Schriftschnitte kopiert hat, spricht das eine deutliche Sprache. Schau mal, wie Microsoft die Arial geklaut hat:
http://praegnanz.de/weblog/arial-geht-segoe-kommt Die Schriften sind genau deckungsgleich, Microsoft hat nur nachträglich einige Buchstaben etwas beschnitten...
Die Softwarehersteller wachen mit Argusaugen über die Wahrung ihrer Urheberrechte – aber ausgerechnet der größte Platzhirsch darf nach Herzenslust klauen? Und dann noch so dreist sein, sich das selbst schützen zu lassen? Ich finde den Vorgang höchst bemerkenswert.