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Alt 07.07.2006, 14:09   #1
schichtleiter
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Beiträge: n/a


Standard Die Piraten kommen!

Die Piratenparteien kommen

Die Schweden machtens vor, in anderen Ländern zieht man nach: in den USA und in Frankreich gründeten sich Piratenparteien, die Belgier und Italiener zogen ebenfalls nach. In Deutschland laufen Planungen, in Österreich ging man alles etwas pragmatischer an. Erfolge solcher Parteien mit relativ begrenztem Parteiprogramm waren bislang selten, man sollte die Wirkung auf die etablierten Parteien hingegen auch nicht unterschätzen.

Bei der belgischen Piratenpartei findet sich bislang wenig Information: Man wendet sich, wie von der schwedischen Partei bekannt, gegen die weitere Verschärfung von Copyright und Urheberrechten, lehnt die überbordenden Patentierungsmöglichkeiten ab und setzt sich für einen verstärkten Schutz der Privatsphäre ein. Über Mitgliedszahlen vermeldet die Seite nichts.

In Frankreich formierte sich im Rahmen der Proteste gegen die Copyright-Reform DAVIDSI ebenfalls eine Piratenpartei - über 2100 "aktive Piraten" vermeldet man dort. Auch hier sind Inhalte noch spärlich gesät, mit der aktuellen Debatte um das französische Urheberrecht dürften die Aktivisten jedoch zahlreiche Anknüpfungspunkte finden, in denen sie sich in die Diskussion einschalten können.

Vergleichsweise professionell und aufgeräumt sieht es in den USA wie auch in Italien aus. Auch hier scheint die Resonanz jedoch noch relativ gering. In Großbritannien hingegen scheint das Adjektiv "unglücklich" für den Start noch schwach gewählt: Inhalte sind keine zu finden, das Design ist mehr als armselig, und außer einem leeren Forum und dem unvermeidlichen Paypal-Button ist von Vernetzung und Interaktion wenig zu sehen - die erste Assoziation ist nicht die einer Gründungsinitiative, sondern die einer der bekannten Abzockseiten mit aktuellem Thema.

Den Fehler, mit einer überhastet erstellten Seite und ohne Konzept eine entsprechende Gründungsinitiative zu starten, beging man in Deutschland nicht. Wohlweislich beschränkte man sich auf ein Forum, um Ziele, Satzung und Vorgehensweise zu erörtern und Informationen zusammenzutragen.

Am pragmatischsten ging man unterdessen das Problem in Österreich an. Die Kommunistische Partei deklarierte kurzerhand die Ziele der diversen Pirateninitiativen als jene, die sie schon seit Jahren vertritt. Unter www.piratenpartei.at findet man die KPÖ, die durchaus auf der Höhe der Zeit Konzepte geistigen Eigentums, DRM und Überwachungswahn thematisiert.

Durch den Erfolg der schwedischen Vorreiter - über 7.000 Mitglieder kann die Initiative inzwischen verzeichnen - wird es natürlich attraktiv, schnell auf den Zug aufzuspringen. Wenn dies ohne Konzept und ohne seriöse Organisation passiert, könnte sich das jedoch schnell als Schuss ins eigene Bein erweisen - mit den Gründungsinitiativen wird dann womöglich einer der häufigen Versuche assoziiert, mittels aktuellem Thema schnell eine Seite aus dem Boden zu stampfen, Traffic zu generieren und Geld einzusammeln. Bislang wurde das weitgehend vermieden, die britische Webseite läßt jedoch schlimmes befürchten.

Generell ist bislang der Erfolg von Parteien mit mehr oder weniger einem Programmpunkt begrenzt gewesen. Den Wandel von einer Themenpartei zur etablierten politischen Kraft haben in Deutschland bislang nur die Grünen geschafft. Unterschätzen sollte man die Initiativen jedoch keinesfalls: die tangierten Themenbereiche sind Schlüsselthemen der heutigen Gesellschaft, und der Einfluß, die die Randgründungen auf etablierte Parteien haben, ist nicht wegzudiskutieren. In Schweden nehmen sich jedenfalls die großen Volksdparteien dem Thema Urheberrecht und Filesharer-Kriminalisierung inzwischen auf eine andere Weise an als noch vor einem Jahr. In Deutschland sind es vor allem die Jugendorganisationen der weniger reaktionären Parteien, welche das Thema in einem zunehmenden Maß aufgreifen.


Nun steht fest, welcher Partei ich meine Stimme geben werde
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Alt 07.07.2006, 20:08   #2
Chrisi99
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die machen sich wieder selbst lächerlich mit ihrem


"PiratInnen"

Die PiratInnenParteiInnen
____________________________________
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist, das es in der Theorie keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt, in der Praxis aber schon.

Wer schreibt, der bleibt!
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Alt 07.07.2006, 20:13   #3
kikakater
Inventar
 
Registriert seit: 24.01.2001
Beiträge: 5.631


Standard

Solange ein monatlicher bezahlbarer Pauschalpreis für Dateientausch gefordert wird und sieben legale private Kopien eigener Datenträger (=NICHT KOMPRIMIERTES Material) weiterhin sichergestellt sind, geht es ok.

Viele vergessen, daß MP3 nicht das Gelbe vom Ei ist. Dafür 99 Cent zu verlangen, ist ein Hohn.

Solche Dateien sind mit Crescendos voll. 1 Euro für eine Plärrdatei ist eine Neuauflage von "des Kaisers neue Kleider".

Alles No Go s: DRM, 99 Cent und mehr, Mietzeitraum, verlorengegangene Lizenzen, wer soll das alles verwalten, bezahlen, gutheissen ?

Das Ganze ist hahnebüchen.

Und geschwiegen soll auch werden. Damit das Abzocken weitergeht. Und der DVD Verkauf läuft wie geschmiert. Da stimmt irgendetwas nicht. Wohl doch die Wucherei + Miniqualität.

Auslieferung in Audio DVD Qualität sollte die Regel werden.

Es hängt daran, erreichte Standards nicht preiszugeben, weil besonders stark ein Mensch zum anderen ausgespielt wird durch an Mietminuten und an maximaler Restriktion und Kontrolle Interessierte.

Pauschal für Filesharing, Privatkopie für gekaufte Datenträger (ob Leermedium oder produziert).

Da kommt man so oder so auf 5 Euro pro Audio DVD. Die Gier kennt aber keine Grenzen. Deshalb muß alles für 19,90 oder 44,99 (CD !) über den Ladentisch wandern.

Eine monatliche Pauschalgebühr wird um den Preis für das Leermedium (inklusive Selbstbrenngebühr = UHG) ergänzt und schon ist die Sache abgemildert hoch drei.

WENN man will, geht es. Und zwar legal.

Somit ist das Leermedium etwas schlechter (weil nicht so datensicher) wie ein Produktdatenträger, dafür aber flexibler.

1 Euro UHG (Urhebergebühr) pro DVD-R/+R/-RW/+RW/RAM
4 Euro UHG pro BDR/BDRE
8 Euro UHG pro DL BDR/BDRE

Wer das auch nicht will, will die Künstler prellen - ob jetzt von Konsumentenseite oder Produzentenseite kommend.

Der Absatz von Produktdatenträgern würde noch einmal ansteigen, wenn solche Preise verlangt werden dürften.

Da steht aber die Gier und nicht vorhandene gesetzliche Regelungen dementgegen.

Und schreiben worum es geht, wird ja auch gleich als Ende der Diskussion geführt.

Wer nachrechnet kommt auf 4 Euro kombinierter Künstler- und Produzentenerlös pro DVD (=5 GB) und 1 Euro Künstler UHG. Reicht das nicht ?

1 Euro pro Gigabyte, wobei bei dem einen Euro dieser Urheberrechtsabgabe der Staat für die Sozialversicherung der Künstler mitrechnet. Was ist daran falsch ?

Bei der Blu Ray Disk kann man nicht automatisch 5 Euro mal fünffache Datenmenge zugestehen. Es sollte sich da ein Preis zwischen 12 und 25 Euro einstellen.

Sicherungsmedien für anderes als kommerzielle Mediendateien sollten von der UHG weiter ausgenommen sein durch Refundierung.

Viele Veröffentlichungen sind Kompilierungen alter Aufnahmen. Dafür 25 Euro zu verlangen pro BDR ist wohl zuviel.

Die 4 Euro UHG und 8 Euro Künstler+Produzentenerlös sind auf jeden Fall gesichert durch diese Regelung.

Dies mit Kommunismus (ob von linker oder rechter Seite kommend) gleichzusetzen oder vielleicht mit Drogenkonsum a la Windows für 0 Dollar / Euro ist eine Einstiegdroge - wenn es tatsächlich um 35 Euro für Windows XP Professional und nicht 140 Euro geht - soll nur ablenken vom eigentlichen Problem. Dem Abzocken und Niederkämpfen ganzer Regierungen mit scientologischer Luftschluck-Verpuffungsreaktionen heutiger Strategie.

Das geistige Eigentum wird vergöttert. Das ist die traurige Wahrheit.
kikakater ist offline   Mit Zitat antworten
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