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So fliegt man richtig! Fragen, Antworten, Diskussionen zum Fliegen von Jets im FS

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Alt 04.03.2004, 18:04   #61
Peterle
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Nur ganz schnell (die Arbeit ruft heute nicht, sie kommt schon selbst : Ich denke mir, dass der optisch wahrnehmbare Einstellwinkel vielleicht sehr trügerisch ist: Durch die Zuströmung von oben (Alpha(w) in Alfred's Formel) sollte der AoA ja sehr viel kleiner sein, als der Einbauwinkel optisch assoziiert. Beim Rückenflug sollte sich prinzipiell auch nicht soviel ändern: Auch der umgedrehte Flügel macht (bei passend grösserem Pitch als im Normalflug natürlich) kräftigen downwash, der den AoA der Höhenflosse heftig verkleinert.

Ich kann mir (aus den gleichen Überlegungen, die Alfred genannt hat) auch nicht vorstellen, dass man ein normales Flugzeug mit dem Knüppel innerhalb der Geschwindigkeitslimits bis in die Instabilität treiben kann (ausser, man fliegt in den Stall) , vermutlich sind da noch grosse Sicherheitsreserven vorgesehen.

Klar, ist natürlich auch nicht ausgeschlossen, dass mein "Erklärunsbildchen" für die Nickstabilität total falsch ist (da steht aber immer "AoA", also nicht Pitch plus Einstellwinkel)... zugegeben, die Sicht des Flugzeugs als Balkenwaage ist furchtbar vereinfacht und vernachlässigt sehr viele wichtige Aspekte... aber ich glaub' eigentlich nicht, dass es total falsch ist. Alle numerischen Werte da drin sind natürlich total unrealistisch, sie sollen ja auch nur das Grundprinzip klarmachen.

Viele Grüsse
Peter
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Alt 04.03.2004, 18:19   #62
Bengel
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Zitat:
des Flugzeugs als Balkenwaage ist furchtbar vereinfacht und vernachlässigt sehr viele wichtige Aspekte... aber ich glaub' eigentlich nicht, dass es total falsch ist.

nein, keineswegs ist diese Sicht total falsch, sie ist sogar sehr richtig, aber halt genauso sehr unvollständig, es fehlt schon Einiges um die "Balkenwaage" auszutarieren.......

Zitat:
vermutlich sind da noch grosse Sicherheitsreserven vorgesehen
nicht nur vermutlich, sondern tatsächlich. Diese sind in den Zulassungs-Vorschriften ebefalls als Minima definiert. Selbst die Überschreitung der im Normalbetrieb "nicht zu überschreitenden" Limits, kurz der Sicherheitsabstand diverser Parameter, ist definiert(!) und nachzuweisen(!) - nochmals Stichwort Testflüge.
____________________________________
An allem Unfug der geschieht, sind nicht nur jene Schuld, die ihn begehen, sondern auch jene die ihn nicht verhindern.
(Erich Kästner aus \"Das Fliegende Klassenzimmer\")

Wer widerspricht, ist nicht gefährlich, gefährlich ist, wer zu feige ist, zu widersprechen!
(Napoleon Bonaparte)
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Alt 08.03.2004, 19:58   #63
AndiD
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Standard mal ne praktische Frage zur Phygoide

Hi,

interessante Diskussion, auch wenn ich beim querlesen nicht alles verstehe.

Was mir aber bei Franks jpgs zur Phygoide eingefallen ist:

Ich habe in 747-400s über Afrika öfter mal Flugzustände erlebt, die den in der Definition beschriebenen ähnelten: In Reiseflughöhe über den Wolken stieg die Maschine, sank dann stärker mit ruhigeren Triebwerken, die Triebwerke liefen stärker an (richtig laut) und die Sache wiederholte sich. Auch mit den 2 Minuten für einen Steig-/Sinkvorgang kam ungefähr hin.
Das ganze dann über mehrere Stunden, fand ich schon komisch, weil ja auch nicht ökonmisch. Und halt nicht nur auf einem Flug.

Habe ich da die von Euch diskutierte Phygoide erlebt oder was war das?

Interessiert mich jetzt mal! Werd übrigens diese Woche mit dem A340-600 fliegen und bin schon sehr gespannt, ob man da auch _so_ in den Schlaf geschaukelt wird

Ciao
Andi
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Alt 09.03.2004, 17:52   #64
Los Carlos
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@AndiD

da war sicher ein Flugschüler an Bord, der das Geradeausfliegen und Höhe halten lernen sollte ;-)

Nein, im Ernst: Ich kenne die Phygoide von ULs, wo sie manuell leicht und schnell abzudämpfen ist.

Bei großem Eisen soll das schwieriger sein. Aber dass ein Jumbojet , der mit Technik vollgepfropft ist, dermassen herumschwingen würde, hätte ich nicht gedacht. Könnte natürlich sein, das gerade diese Technik ausgefallen ist, und die in diesem Problem nun etwas ungeübten Piloten das von Hand ausgleichen wollten.
Los Carlos ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2004, 20:03   #65
AndiD
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Zitat:
Könnte natürlich sein, das gerade diese Technik ausgefallen ist, und die in diesem Problem nun etwas ungeübten Piloten das von Hand ausgleichen wollten.
Hi,

glaub ich wirklich nicht, weil ich das ganze auf mehreren Flügen (allerdings immer mit BA) so ziemlich "mittig" über Afrika erlebt habe. Waren dann auch immer 747.
Kann mich nicht an das "Wellenreiten" als ich mit der md11 geflogen bin.

Und stell dir mal vor, der arme Kerl muss über Stunden den Hebel hin- und herschieben! Ich kann mir vorstellen, was der für nen Muskelkater bekommen würde

Gruß
Andi
AndiD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2004, 00:52   #66
Los Carlos
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Zitat:
Und stell dir mal vor, der arme Kerl muss über Stunden den Hebel hin- und herschieben! Ich kann mir vorstellen, was der für nen Muskelkater bekommen würde
Ist doch eine super Sache: Gleichzeitig am Rudergerät (Schubhebel und Yoke) seinen Körper stählen und dabei noch Geld verdienen

Nein, Spass bei Seite, wirklich erklären kann ich mir die von dir beschriebene Dauer-Phygoide nicht. Kann nur spekulieren. Entweder waren tatsächlich andauernde atmosphärische Störungen am Werk oder die Dämpfungsanlage hatte ne Macke oder der Pilot war aus welchen Gründen auch immer mit der Phygoide überfordert.
Los Carlos ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2004, 08:47   #67
hpfranzen
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Es gibt einen sogenannten "Soft Altitude" Modus. In Reiseflughöhe hält der Autopilot das Flugzeug im Altitude Hold Modus nur auf +/- 50 ft (Airbus) genau um weniger an der jeweiligen Schubeinstellung ändern zu müssen. Spart etwas Sprit und schont auch wohl die Triebwerke wenn nicht dauernd am "Gas gespielt" wird. Es wird also absichtlich eine kleine Wellenbewegung zugelassen.
Bei bestimmten atmosphärischen Störungen kann sich aber auch das Autothrustsystem aufschaukeln beim Versuch die Speed einzuhalten. Es beruhigt sich meistens, wenn man es für kurze Zeit ausschaltet und sich mit etwa 85% N1 die Speed stabilisieren läßt.
Wenn also die von Andi beschriebene Wellenbewegung immer über Afrika auftritt würde ich mal auf atmosphärische Störungen tippen.

Happy landings!

HP
hpfranzen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2004, 09:14   #68
AndiD
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Jo,

das ist es dann wohl, mit den athmosphärischen Störungen! Über dem Äquator ist doch auch die Tropopause höher gelegen, so dass man auf normaler Reiseflughöhe noch immer "im Wetter" der Troposphäre fliegt.
Und die Jungs im Cockpit hats wohl nicht gestört, deswegen kein kurzes Ausschalten des AT.

Zum Thema "Störungen" werd ich doch gleich mal nen neuen Thread aufmachen, bin neulich schon wieder durchgeschaukelt worden...


Danke für Eure Erklärungen!
Andi
AndiD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2004, 23:55   #69
hpfranzen
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Es könnte sich sogar um die Intertropical Convergence Zone gehandelt haben.
Kucks du hier: http://earthobservatory.nasa.gov/New...p3?img_id=4028

HP
hpfranzen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.03.2004, 09:20   #70
AndiD
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klasse Link, Danke!

Es ist immer wieder interessant, wie sich die Bedingungen auf dem Flug über Afrika gleichen:

Über der Sahara herrscht meist "Kopfsteinpflaster" und dann kommen in der Convergence Zone diese unglaublich massiven Gewitterzellen, die oft weit über die Reisehöhe reichen. Dann gibt es "Slalom" zwischen den Zellen, alles durch die Blitze erleuchtet.

Heute geht es wieder los

Gegen 21:00 flieg ich ab Frankfurt mit dem A340-600 von SAA. Yeah, mein erstes mal mit dem 600, bisher nur mit dem 200 geflogen.
Bin dann mal gespannt, wie der von HP beschriebene "Soft Modus" mit der Convergence Zone klarkommt. Hab auf alle Fälle keine Lust auf die BA 747-400 Dauer-Phygoide!

BTW: Cooles Bild vom Riesen-Sandsturm:


Ciao
Andi
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