Zitat:
Original geschrieben von The_Lord_of_Midnight
naja, diese frage hört sich schwer provokativ an. ich kenn das von früher, wenn die wiener einmal raus aufs land kamen und die bauern beneidet haben: ihr braucht doch nur einmal hingreifen, und schon habt ihr einen schilling in der hand ! 
was soll man dazu sagen: realitätsferne, daß es ärger nicht mehr geht.
ich kenne das, weil ich schon als kind schwerstarbeit in der landwirtschaft mitgemacht habe. in der früh beim ersten sonnenschein aufstehen. zum beispiel gemüse-ernte bis du nicht mehr kannst. kreuzschmerzen das es ärger nicht mehr geht. meine eltern konnten sich nicht einmal ein auto leisten. überall das billigste und sparen wo es nur geht.
nein, den großen reichtum sehe ich nicht. bei uns in der gemeinde lache ich jeden landwirt aus. selbst die reichsten, die von allen beneidet werden, können mich nicht beeindrucken. (und das sind ganz wenige, vielleicht einer von 100 !) was ist da schon dabei, der hat z.b. einen bmw. und ? wieviele angestellte können sich das leisten ? sicher zehnmal so viele ! von den selbständigen unternehmern, die landwirte ja sind, brauchen wir gar nicht erst zu reden.
es bleibt dabei: die landwirte haben das niedrigste einkommen aller berufsgruppen.
das ist genau die doppelte moral, die ich schon als kind kennengelernt habe. du lebst in der untersten sozialen schicht in österreich und alle bezeichnen dich als reich. die "armen" arbeiter und angestellten müssen unterstützt werden.
deswegen bin ich heute angestellter und mir geht es zehnmal besser als früher. ich bin doch nicht blöd.
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Die Schwere der Arbeit, wie du sie beschreibst, lassen wir mal so stehen.
Die Arbeit in der Landwirtschaft ist verhältnismäßig schwer.
In diesem Punkt stimme ich dir zu.
Aber das war's dann schon.
Ich schildere dir jetzt meine Erfahrungen und Eindrücke.
Als ich 16 wurde, konnte ich mir ein Puch Maxi leisten.
Ein edles Moped, und es hat mich überall hingebracht.
Die armen Bauernbuben, deren Eltern ja das geringste Einkommen haben,
hatten sich neue Kleinmotorräder samt Führererschein um zusammen 40.000 ATS gegönnt.
Die Burschen hatten selbst kein Einkommen, da sie "Buttermilchstudenten" waren.
Das waren wahrscheinlich auch keine Luxusgüter, sondern Mittel zum Zweck.
Aber welchen Zweck?
Und dann mit 18?
350.000 ATS für ein Anfängerauto.
Wieder nur Mittel zum Zweck?
Ich war, und bin, es ihnen nicht neidisch.
Solche Sachen bedeuten mir nichts.
Es waren nur Erfahrungen über die ärmste Bevölkerunsschicht.
Ich lache auch jeden Bauern aus, aber aus anderen Gründen.