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Alt 28.02.2009, 22:42   #41
Satan_666
Inventar
 
Registriert seit: 03.09.2000
Beiträge: 4.010


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Zitat:
Zitat von The_Lord_of_Midnight Beitrag anzeigen
Genau das ist der Punkt.
Davon redet aber keiner.
Es wird nur immer von Prozenten geredet.
Es bleibt alles beim Alten, keiner redet davon daß er sich auf mal für die Interessen der IT-Angestellten einsetzten würde.
Das ist ein ewiger Negativ-Kreislauf.
Ich zahle zwar seit Jahrzehnten den Grenzbeitrag an die Gewerkschaft.
Aber wenn ich mal was brauche, werde ich nur schief angeschaut und kriege dann noch Kommentare wie, daß es mir eh gut geht und was ich überhaupt von der Gewerkschaft will.
So auf die Art von "nur Leute die nichts haben dürfen zu uns kommen".
Warum ? Weil man allen anderen neidisch ist ?
Weil man automatisch ein schlechter Mensch wird, nur weil man sein Leben lang hart arbeitet und für sein Leben selbst die Verantwortung übernimmt ?
Sag, was schreibst Du da für einen Unsinn?

Wozu tippe ich mir hier die Finger wund, wenn ich der Meinung wäre, die Gewerkschaft würde nix für uns tun? Warum war ich voriges Jahr im Austriacenter bei der Mitarbeiterversammlung - organisiert von der Gewerkschaft? Warum war ich mit den Betriebsräten aus vielen Bundesländern in Linz vor den Türen des Hauptverhandlers der Wirtschaftskammer - organisiert von der Gewerkschaft? Warum bin ich am Donnerstag bei miesem Wetter vom wiener Schwedenplatz zum Gebäude der Raiffeisen-Informatik gegangen - organisiert von der Gewerkschaft? Warum setzen sich die Gewerkschafter regelmäßig mit den Arbeitgebervertretern zusammen, um einen neuen KV zu verhandeln?

Wenn Du bisher bei der Gewerkschaft das Gefühl hattest, dass Du mit Deinen Anliegen nicht gerne gesehen wirst, dann scheint mir das entweder daran zu liegen, dass Du das Unmögliche willst - oder generell an Deiner Person liegt. So lange ICH bei der Gewerkschaft bin und von denen meine Rechte durchsetzen wollte, so lange habe ich mich immer noch gut betreut gefühlt. Das war bei Kleinigkeiten so und ist auch bei der Geltendmachung meiner strittigen Ansprüche an den damaligen Konkursrichter genauso gewesen. Und war, um noch ein Beispiel zu bemühen, auch bei meinem Bruder nicht anders, wo die Pensionsversicherungsanstalt den Antrag auf vorzeitige Pensionierung wegen Krankheit abgelehnt hat.
Wenn du wirklich schlecht beraten werden willst, gehe mal zur Arbeiterkammer!

Zitat:
Zitat von The_Lord_of_Midnight Beitrag anzeigen
Ja, da hast du leider recht.
Bin mir auch nicht sicher warum.
Ich könnte mir vorstellen, daß das vielleicht deswegen ist, weil das Leute sind, die eben mehr wollen als nur die kollektivvertragliche Erhöhung vom Mindestlohn, sondern vom Istlohn.
Du hast aber schon verstanden, was es heißt, dass es nur eine Mindestlohn-Erhöhung gibt? Für viele meiner Branchenkollegen gibt es in diesen Fall genau ... NIX!!!!! Im Kollektivvertrag wird nämlich nicht mal die so genannte Überzahlung geregelt. Der Arbeitgeber kann also nach eigenem Gutdünken über die Überzahlung verfügen, wie er will. Im Extremfall heißt das: die Überzahlung wird um die Mindestlohn-Erhöhung geringer, wodurch der Mitarbeiter mit einer Gehaltserhöhung von 0 Euro ins nächste Jahr geht!

Na super!

Zitat:
Zitat von The_Lord_of_Midnight Beitrag anzeigen
Vielleicht weil der Großteil der IT-Angestellten genau gar nichts von den Kollektivverhandlungen haben ?
Was bringt mir das, wenn sich alles nur um Mindestlöhne dreht ?
Ich bin natürlich für jede Erhöhung dankbar, ist immer noch besser als nichts.
Nur darfst dir keine Begeisterungsstürme erwarten.
Ich glaube schön langsam tatsächlich, dass Du das Problem nicht geschnallt hast.

Es geht nicht um irgendwelche Mindestlöhne, es geht darum, dass wir Betriebsräte und die Gewerkschaft vehement fordern, dass die Ist-Gehälter endlich kollektivvertraglich geregelt werden.

Und nochmals: Wenn Du MEHR als den Kollektivvertragslohn bekommst, bekommst Du im schlimmsten Fall gar nix drauf, wenn Deine Überzahlung (also der Betrag, den Du mehr verdienst als im Kollektivvertrag angegeben ist) größer ist als der Betrag, um den sich der Kollektivvertragslohn erhöht. Kriegst Du trotzdem was drauf, dann ist das eine freiwillige Leistung Deines Arbeitgebers - und gut möglich, dass Dein nächster Arbeitgeber diese freiwillige Leistung nicht erbringt. Dann hast eben Pech gehabt!

Beispiel:

Kollektivvertragslohn vor der KV-Erhöhung = 1600 Euro
Dein Gehalt vor der KV-Erhöhung = 2000 Euro
Deine Überzahlung vor der KV-Erhöhung = 400 Euro
KV-Erhöhung 4% = 64 Euro
Kollektivvertragslohn nach der KV-Erhöhung = 1664 Euro
Dein Gehalt nach der KV-Erhöhung = 2000 Euro
Deine Überzahlung nach der KV-Erhöhung = 336 Euro
Deine gehaltliche Jahresanpassung 14x 0 Euro = 0 Euro

Wärest Du beispielsweise im KV der Elektriker und nehmen wir an, dort gäbe es eine Ist-Lohnerhöhung von 3%, dann würde für Dich gelten:

Dein Gehalt nach der KV-Erhöhung = 2060 Euro
Deine Überzahlung nach der KV-Erhöhung = 396 Euro
Deine gehaltliche Jahresanpassung 14x 60 Euro = 840 Euro

Und dagegen kämpft die Gewerkschaft und Deine Betriebsräte - und dagegen stemmen sich vehement Deine Arbeitgeber!

Unter diesem Aspekt verstehe ich nicht, warum sich so wenige meiner Leidensgenossen mobilisieren lassen.
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Für ein friedliches Zusammenleben im Forum werde ich ab sofort keine Trolle mehr füttern, und zwar unabhängig von der Sinnhaftigkeit ihrer Wortmeldungen.
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