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flightsim-at 23.10.2001 09:56

Richtiges Verhalten bei Turbulenzen
 
Hi all, ich benutze FSMeteo und da kommt es sehr oft vor, dass wenn ich durch Wolken fliege Turbulenzen herrschen. Dies wirkt sich so aus, dass der Fahrtmesser wie wild zwischen den Werten hin und her springt, bis (im schlimmsten Fall) der STALL-Zustand des Flugzeiges erreicht ist.

Meine Frage daher:
Wie reagiert man in einem solchen Fall richtig ? Bei der DF737 hab ich mir so beholfen, dass ich einfach im Autopilot bei Turbulenzen nach N1 und nicht nach IAS fliege. Aber ist das richtig so ? und was mache ich bei den anderen Flugzeugen, bei denen ich N1 sowieso nicht halten kann ?

Ray 23.10.2001 14:09

Hallo!
 
Also normal fliegt man auch in der Turbulenz nach dem Fahrtenmesser. Der zeigt einem ja z.B. die Geschwindigkeit gegenüber der Luft an. Und nur anhand dieser Anzeige kann man strukturelle Schäden am Flieger verhindern und auch immer im sicheren Geschwindigkeitsbereich fliegen. Wenn ein Airliner in ein Gebiet mit (stärkeren) Turbulenzen fliegt, muß ja sogar die Geschwindigkeit extra reduziert werden. Wenn er mit Mach 0,8 durch Turbulenzen brettern würde, wäre dies für's Flugzeug und die Passagiere schlecht... Und wenn das Flugzeug gegenüber der Luft zu langsam ist, kommt der Stall, und da bringt N1 auch nicht viel. Bei Landungen, bei denen im Anflug Turbulenz vorhanden ist, werden dann auf die normale Anfluggeschwindigkeit noch immer ein paar Knoten draufgelegt, damit es nicht aufgrund von "Fahrtsprüngen" zum Stall kommt.

Aber diese "Fahrtsprünge" sind in "normalen" Wolken und Turbulenzen sicherlich nicht so extrem, wie Du sie beschreibst.Es gibt sie wohl nur bei den "normalen" Flugsimulationsprogrammen, wo halt nicht immer alles so ist wie in der Wirklichkeit...

Höchstens in fetten Gewitterwolken, Orkanen, oder bei den heftigsten Scher / Fallwinden kommen vielleicht solche wilden Fahrtsprünge wie Du sie beschreibst vor. Und da fliegt (normal) keiner rein.

Viele Fliegergrüße, RAY

Peterle 23.10.2001 15:48

Da kann ich nur...
 
noch Kleinkram "drauflegen": Da in vielen FS-Modellen der Autopilot recht schlecht simuliert wird, reagiert er auf Turbulenzen zum Teil katastrophal. Ich nehme in solchen Faellen die Gashebel selbst in die Hand und gehe nach dem Fahrmesser vor - wie's Ray gesagt hat: Landeanflug bischen schneller, damit selbst bei Böen von hinten kein Stall auftreten kann. Beim Reiseflug Fahrt reduzieren, damit auch bei einer fetten Bö von vorne Vne (never exceed) nicht ueberschritten wird.

In Kleinflugzeugen gleiche ich Turbulenzen nur aus, wenn die Fluglage zu extrem wird - und natuerlich beim Anflug - man trifft sonst statt Bahn nur die gruene Wiese ;)

Viele Gruesse
Peterle

hpfranzen 23.10.2001 22:09

Hallo flightsim-at,

wenn Du mir einen Namen verrätst, mit dem ich Dich anreden kann, gebe ich meinen Senf auch noch zu diesem Thema dazu!

Happy landings!

HP

flightsim-at 23.10.2001 22:20

Mein Name ist:

Martin Müller, wohne an der Villacher Strasse in Klagenfurt/Kärnten - Österreich und mein Heimatflughafen ist KLU/LOWK An dieser Stelle THX an Stefan Rausch für die wundervolle Szenerie! Ich war übrigens der, der ihm den Vorschalg unterbreitet hat, Klagenfurt in den FS2000 zu bringen.

Ich arbeite als Webdesigner und spiele MS-FS seid der Version 5.0

So, jetzt weisst Du (hoffentlich) genug über mich und ich danke schon mal im Voraus für deine Antwort an mich :D

hpfranzen 23.10.2001 23:58

Hallo Martin,

bitte nicht böse oder gar beleidigt sein, wir waren uns hier im Forum darüber einig, dass es netter ist, wenn wir uns mit Namen anreden können. Leider habe ich in Deinem Profil auch keinen Hinweis gefunden, deswegen meine Aufforderung.

Zur Turbulenz: Der FS übertreibt maßlos. Vielleicht kann man den Turbulenzgrad trotz Benutzung von FSMeteo noch herunterschrauben? Auch die realen Wettervorhersagen bzw. Significant Weather Charts halten sich mit Angaben über die Stärke von Turbulenzen etwas zurück, deswegen ist es besser, sich bei der Flugplanung auf die sichere Seite zu legen.
Und in ein Gewitter fliegt sowieso niemand ein der noch bei Verstand ist.
Falls es dann doch mal unangenehm stark wackelt, lohnt es sich meistens eine andere Flughöhe auszuprobieren. Auch wenn es dann 4000 Fuß tiefer immer noch nicht besser sein sollte, hat sich immerhin der fliegbare Geschwindigkeitsbereich, d.h. die Differenz zwischen Stall und erlaubter Höchstgeschwindigkeit/Machzahl, erhöht.

Happy landings!

HP

Peterle 24.10.2001 10:28

Hallo HP...
 
schoen, wieder was von Dir zu lesen, ich hatte schon Befuerchtungen :( (Swissair/LTU).

Das Korrektiv des Verkehrsfliegers ist ganz unverzichtbar - der FS hat doch viele Ungenauigkeiten/Uebertreibungen und man geraet als Simmer leicht in Gefahr, solches Verhalten fuer "echt" zu nehmen. Meine Frage zu dem "turbulenten" Thema ist: Wird in der Realitaet bei schwerem Gewackel ein Verkehrsflugzeug auch eher manuell geflogen oder sind da die Automatiken "besser"/sicherer?

Viele Gruesse
Peter

Leo 24.10.2001 12:41

Gashebel
 
Hallo!

Und noch mehr Senf:

Also ich würde meinen, man sollte den Gashebel nicht pausenlos hin und herschieben um irgendeine Speed zu jagen.

Wir haben als Turbulent Speed 250kts/0.65M

Und wenns mal wirklich bumpy ist, dann wartet man am besten ab. Die Speed wird sicher hin und herfahren, aber wie gesagt, sie kommt wieder. Man läuft eher Gefahr das Triebwerk zu viel zu beanspruchen als das man die Sicherheit erhöht. Ein anderer Level ist sowieso das beste. Mal ganz höflich einen Request an ATC abgeben und ausprobieren.
HP hat eigentlich erklärt wie es denn so in der Praxis auschaut. Ab und zu fragen Piloten auch bei ATC nach ob es in dem Level XXX schon irgendwelche Turbulence Reports gibt.

Turbulenz ist jedoch selten von langer Dauer.

Grüße

Peterle 24.10.2001 13:51

Wieder was gelernt,
 
Danke, Leo :)

Der sogenannte AP :( in manchen meiner Sim-Flugzeuge ist so deppert, dass er bei Turbulenzen im Steigflug bei A/T on und IAS Hold, wenn die eine oder andere Wolkenschicht durchflogen wird, N1 nicht auf (Beispiel) 86 Prozent stehen laesst (IAS 220kts), sondern langsam aber unabweisbar hochschiebt, auf 100 Prozent und drueber, der Fahrtmesser klettert, wenn man den Pitch beibehaelt. :( . Meine Abhilfe war entweder:
Wert fuer IAS Hold um mindestens 30kts (dann bleibt die Fahrt im Mittel unveraendert) verringern oder
IAS Hold off, Gas manuell auf einen Wert, dass die Fahrtanzeige im Mittel(!) passte. Ich hatt's ganz missverstaendlich ausgedrueckt: Natuerlich waere es nicht gerade schonend, bei jeden Wackler der Fahrtanzeige eiligst an den Throttles herumzuschieben ;)

Danke, und viele Gruesse
Peter

P.S. Turbulenzen gehen schnell vorbei, klar - ich hatte in meinen Passagierleben bisher erst zwei Ausnahmen: Berlin-Duesseldorf auf 10000ft im Luftkorridor in einer Vickers Viscount - Kuhsturm und 90 Min. Dauerturbulenz, vergessene Plastiktasse schwebt vom Tischchen hoch und verkleckert die Innenverkleidung :D und einmal Wien-Nuernberg-Koeln in einer Fokker F27 oder Nachfolger, Rappeln auf allen Hoehen (der PIC teilte mit, er habe nachgefragt, aber es saehe auf allen Hoehen gleich aus). Das war einer dieser "Jahrhundertstuerme", sehr passend ;).


Buschflieger 24.10.2001 14:44

Ich glaub den Jahrhundersturm kenne ich!
 
War Wien-Schipol-Köln mit KLM/EW Ende letzten Jahres.
Das Leg EHAM-EDDK war "lustig" , der Flug mit der ART war " zum http://www.plauder-smilies.de/party/barf.gif "!


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