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Könnte es sein das dieser Cockpitablauf teilweise je nach Fluggesellschaft variiert,und deshalb leicht unterschiedliche Abläufe im Cockpit sind?
Im video habe ich gedacht,die haben beide die Hände erst mal drauf damit ,bei einem Problem,der jenige welcher es erkennt sofort den Startabruch einleitet. Ich bin da aber kein Fachmann!!! |
I have controll !
Hallo Snoergi, Bastian, Bernd, Hummel, Danny und TLF
und all die anderen, die diesen Forumsbeitrag verfolgen, habe mir eben das Video mit unseren diskutierten Startphänomen soeben noch ein paar mal angesehen. Ablauf noch mal kurz beschrieben: 1. PNF erhält Startfreigabe. 2. PF gibt Kommando: Max. Thrust. 3. PF und PNF legen "beide" Hand an Schubregler und geben vollen Schub 4. Nach 3-4 Sekunden sagt PF: I have controll! 5. PNF antwortet: You have controll und entfernt "seine" Hand vom Schubregler! Der Rest verläuft wie wir es erwarten können (V1/VR usw.) Ich denke es handelt sich lediglich um eine vielleicht Company bzw. aircraftspezifische Prozedur. Viel Spaß beim Fliegen wünscht Thomas aus EDDF |
Moin,
also, ich bin noch kein realer Linienpilot (nur Flugschüler einer großen Airline). Leider habe ich daher nur wenig Erfahrungen mit großen Ailinern. Zum Thema Thrust Limiter (Boeing): TO, TO 1 und TO 2 haben alle eines gemeinsam: sie sind von Werk aus auf einen bestimmten Schubwert eingestellt für bestimmte äußeren Bedingungen (z.B. Temp.). TO gibt den Piloten die max. Startleistung, während TO 1 und TO 2 sogenannte Derated Take Off Thrust liefert, also einen gewissen prozentualen Abschlag auf die max. Startleistung. Dieser Abschlag ist von Airline zu Airline unterschiedlich, so benutzt Luftansa auf ihrer 744 Flotte z.B. -5% für TO1 und -15% für TO2. Weiterhin kann man noch flexen, also einen Derated Takeoff selber definieren (z.B. D-TO 99°C). Mehr dazu in einem früheren Posting: http://www.wcm.at/vb2/showthread.php?threadid=17609 Wie es sich jetzt mit der Climb Geschichte verhält, keine Ahnung, da muß ich mich erst informieren. Auf alle Fälle setzt auch sie das N1 Limit nach unten (d.h. CLB hat mehr N1 als CLB1 CLB2...) allerding konnte ich erst neulich beobachten, daß mit zunehmender Höhe dieser Unterschied immer kleiner wurde. Thema Start: - nach dem Line Up bekommt der PF die Kontrolle - dann wir vom PF gefragt ob bereit ("ready?") PNF anwortet. - PF ruft "Take Off" aus - beide starten ihr Stopuhren - PF setzt 70% N1, dann TOGA - PNF ruft "Take Off Power set" aus - wenn Kapitän PF bleibt alles so, wenn FO PF, dann hat der "Alte" die Kontrolle über die Schubhebel von da bis V1 - beide beobachten das PFD/ND (es wird unter anderem geschaut, ob im NM das Flugzeug sich auf der Runway befindet...) - bei 80 kts wird a) überprüft ob beide noch voll da sind, und b) ob die 3 Fahrtenmesser das selbe anzeigen - PNF ruft ca. 3 kts vor V1 "GO" aus (thrust levers werden losgelassen) - PNF ruft "rotate" bei Vr aus, und ab geht er - während des Startvorganges scant der PNF vorallem über die primary Engine Instruments und das PFD, PF nach außen, PFD und ab und zu Engine. - dies alles gilt nur für eine Airline, und ist mit Sicherheit bei nahezu allen verschieden. -V1 heißt NUR: ab diesem Zeitpunkt ist kein anhalten auf der Bahn mehr möglich. Es gibt sicherlich Fälle, wo es besser ist mit 50kts die Landebahn zu verlassen, als irgenwo zu zerschellen. Aber uns wurde beigebracht "GO"mindet zu sein, d.h. alles bis auf Feuer und Rauch rechtfertigt kaum die Gefahren eines Highspeed Abbruches... zum Thema CAT 1 / 2 - diese Anflüge unterscheiden sich im wesentlichen in ihren minimalen Anforderungen was Sicht und Wolkenuntergrenze betrifft. Natürlich müssen Landebahn/Flugzeug/Crew für die einzelnen Anflüge geeignet sein. - CAT 1 (DH 200ft+) - CAT 2 (DH 100 - 200ft, RVR 350m) - CAT 3a (DH 17 - 100ft, RVR 200m) -> 744, 4 eng, 3 Autopilots - CAT 3b (DH 17 - 50ft, RVR 125m) TLF |
Viele Details !
Hallo "TLP"
ein ganze Menge Informationen ! Werde mich weiter mit den Abläufen beschäftigen. Danke Thomas |
Hallo alle zusammen!
Zum Thema: "PF und PNF führen beim TakeOff beide den Schubhebel" - denn so sollte es eigentlich heißen!
Bei einem ausgiebigen Jumpseat-Flug konnte ich letztens aufgeklärt werden, was es u.a. damit auf sich hat: Die Schubregler können unabhängig voneinander bedient werden - also einzeln, was in bestimmten Situationen auch Sinn macht! Nur - beim TakeOff, wenn alle Engines einwandfrei funktionieren, sollen die Triebwerke natürlich parallel hochgefahren werden, und genau DAS ist der Grund des Zusammenspielens der beiden Piloten! Der PF schaut raus auf die RWY! Dabei kann er zum Einen visuell unmöglich überprüfen, ob beide Engines tatsächlich gleiche Werte anzeigen und zum Anderen auch nicht 100%-ig "erspühren", ob seine Hand die beiden Schubhebel wirklich parallel führt! das kann der PNF aber sehr wohl, denn der hat alles andere im Blick! Der PNF trägt durch sein Mitschieben/Ausgleichen des Schubreglers u.a. dafür Sorge, dass dies gleichermaßen geschieht und nicht etwa ein Triebwerk andere Leistungsdaten auweist als das andere - hier: Twinjet! Gruß, Achim O.T.N. |
"Live dabei !"
Guten Morgen Joachim,
Du warst im Cockpit u. mußt es wissen.Habe von diesem "Zusammenspiel" vorher eigentlich noch nie gehört ! Natürlich leuchtet mir auch Deine Erklärung ein. Schönes Wochenende nach Wilhelmshaven Thomas aus EDDF |
Die Sache mit den Schubhebeln mitführen wird IMHO nur auf einigen Flugzeugtypen gemacht (z.B. 757). Bei der 744 oder A320 wird der Schub auf 70% N1 bzw 50% N1 beim 320 herhochgefahren und dann TOGA gedrückt (d.H. die A/T setzen die Startleitung, und nicht der Pilot) bzw. gesetzt beim 320. Der PF führt nun seine Hände mit den Schubhebeln mit. Anders bei der 757. Da gibt es eine solche Taste am Schubhebel nun mal nicht, daher das mitführen des PNF. Alles nur IMHO und ohne Gewähr :)
TLF Ps.: es wird erst eine niedrige N1 gesetzt, UM ein gleichmäßiges hochlaufen der Turbinen zu gewährleisten. Natürlich hat auch da der PF die Augen auf den Triebwerksinstrumenten, weil er ja zu diesem Zeitpunkt in der Regel auf den Bremsen steht... |
So,ich habe mir das auch nochmal angeguckt.Also bei der Triple Seven von United läuft es so ab:
Die Copilotin (PF) schiebt die beiden Thrust Levers nach vorn und dann sagt sie "Takeoff Power Set".Gleich nachdem sie das gesagt hat,nimmt sie ihre Hand weg und der Captain (PNF) legt seine Hand drauf.Dann,nach schätzungsweise 20sek.- einer halben Minute ist V1 und Vr. Bye,Danny |
Hi Danny und alle anderen!
<Die Copilotin (PF) schiebt die beiden Thrust Levers nach vorn und dann sagt sie "Takeoff Power Set".Gleich nachdem sie das gesagt hat,nimmt sie ihre Hand weg und der Captain (PNF) legt seine Hand drauf.>
Diese Schilderung zeigt meiner Ansicht nach wieder einmal auf, dass - wie im alltäglichen Leben auch - von der Norm hier und da abgewichen wird! Jeder, der ein Auto fährt, hat mittlerweile seinen eigenen Stil und fährt nicht mehr, wie´s ihm in der Fahrschule beigebracht wurde - bis auf die ganz wichtigen Sachen, und so wird´s eben auch in einem jeden Cockpit dann und wann zugehen! Das, was ich in der Schilderung allerdings vermisse, ist die verbale Übergabebestätigung der Piloten untereinander mit: "You have control" - "I have control"! Ich denke, dass die Übernahme der Schubsteuerung ebenso dazugehört wie dass Fliegen des Flugzeuges allgemein! Keep the blue side up - Achim O.T.N. |
Hallo,
wahrscheinlich kann ich hier das Durcheinander noch etwas vergrößern ;) Beim Startvorgang muß man nicht nur unterscheiden zwischen Pilot flying und Pilot non-flying, sondern auch zwischen Co und Pic. Ist der Co Pilot flying, so liegt trotzdem die Entscheidung über den Startabbruch- oder Go-Fall beim Pic. Bei den Düsseldorfern ist das Prozedere so, daß mit der Startfreigabe der Pic ausruft "Take-off!" und, falls der Co PF sein soll: "You have control!" Darauf antwortet der Co: "I have control!" zum Zeichen, daß er die Anweisung verstanden hat. Dann schiebt der Co (als PF) die Gashebel ein Stück weit vor (jedenfalls auf der B-757/767, Airbus ist mit Sicherheit anders!), soweit, daß etwa 1,20 EPR erreicht werden. Der EPR-Wert muß nicht genau eingehalten werden, wichtiger ist, daß beide Triebwerke gleichmäßig hochlaufen und sich dann bei etwa 1,20 EPR stabilisieren. Ist das geschehen, drückt der PF die Taste "EPR" am Mode-Control-Panel, sodaß das Autothrottle System die Schubhebel zum sog. T/O Thrust Reference Limit hochschiebt, und ruft dabei aus: "Set T/O thrust!" Nach dem Drücken der EPR-Taste faßt der Co die Schubhebel nicht mehr an und der Pic hält seine Hand locker auf den Gashebeln um einerseits dem Autothrottle keinen Widerstand zu leisten und andererseits jederzeit die Gashebel wieder zurück nehmen zu können, falls ein Startabbruch nötig werden sollte. Mit Erreichen von V1 ist ein Startabbruch auf der Bahn nicht mehr möglich und der Pic nimmt (auch demonstrativ) die Hand von den Gashebeln, während der Co (hier als PF) am Steuerhorn zieht. Durcheinander komplett? Happy landings! HP |
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