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zed 05.06.2003 13:24

so ein kreiserl keine der gelisteten parteien wär schon was :)


ich finde dass eine geringe wahlbeteiligung nicht zuverlässig etwas über die zufriedenheit/unzufriedenheit aussagt.

denke das spielt hier eine eher untergeordnete rolle.

halte es da eher mit netsuya und denke, dass eine geringe wahlbeteiligung eher auf desinteresse und "was soll denn ich kleiner mit meiner einen stimme da verändern"-mentalität zu tun hat.

nur wenn wie in manchen ländern die mehrheit so in der art "is ma eh wurscht, des interessiert mi ned" denkt, dann könnte doch so mancher politiker auf die (nicht gerade unberechtigt scheinende) idee kommen das wahlrecht abzuschaffen, da es eh die mehrheit nicht interessiert.
und schon würden wir in einer diktatur aufwachen...
(das nur etwas überspitzt in den zusammenhang gestellt)

Faserschmeichler 06.06.2003 22:08

Zitat:

Original geschrieben von tom
oder zur Wahl gehen und ungültig wählen - diese Stimmen werden ja gezählt, während "nicht wählen" nicht gezählt wird...
Bevor ich zur Wahl gehe und ungültig wähle, erspare ich mir den Weg und bin Nichtwähler.
Außer Ungültigwähler und Nichtwähler wären auch im Parlament vertreten. :)

Dann stünde ich zur Verfügung und nehme auch die pensionsreformgekürzte Politikerpension ohne murren entgegen.

Mupped 07.06.2003 23:08

Könnt Ihr Euch noch an die Interviews mit den Spitzenkandidaten nach der letzten Nationalratswahl erinnern? Jeder versuchte die Nichtwähler für sich zu proklamieren. Selbst die ungültigwähler waren im Grund wahre Grüne, Blaue, Rote UND Schwarze!

Beim letzten mal hab ich mir gedacht wenn ich meine Stimme den Liberalen gebe, stelle ich am wenigsten an. Vielleicht hätten die sogar den Sprung in den Nationalrat geschafft, damit wieder etwas mehr Kohle und wir eine weitere Meinung die wir uns in den Nachrichten anhören können.


Weder nicht wählen noch ungültig wählen hatt einen Sinn, denn hätten wir ein System in dem mehr als fünf Parteien Ihren Senf dazugeben würde wahrlich noch mehr Flickwerk herauskommen. Viele Köche verderben den Brei.
Daher ist es nicht mal schlecht wenn es nur wenige Parteien gibt. Aber ich finde wenn wir schön wählen dürfen - was ja keineswegs "normal" ist wenn ich mir die politische Welt so ansehe, dann sollte man auch unbedingt davon gebrauch machen sonst denken sich die Politiker am Ende der Bevölkerung ist's eh wurscht was sie machen und teilen sich den Kuchen untereinander auf.

Als Jugendlicher hab ich mich immer gewundert was die Wählerei bringen sollte weil sich ja eh nichts wirklich verändert hat. Die paar Prozenterl waren da für mich nicht der Rede wert. Jetzt aber wenn es gleich um ein paar Plätze im Nationalrat geht die Mehrheiten möglich bzw. unmöglich machen ist es wieder interessant.

Guru 08.06.2003 21:09

Mit Nichtwählen kommst Du in die STatistik der Wahlbeteiligung.
Mit ungültiger Stimme kommst Du in den Topf der ungültigen Stimmen.

In der Schweiz ist die Beteiligung bei den meisten Befragungen 20-30%. Da bestimmen dann eben diese paar Maxelinnen und Maxeln über den Rest, der nicht hingeht.

Die Grundmandate werden nach Gurus Wissen nach den Stimmberechtigten vergeben (die Nichtwähler bekommen keine Mandate...) - je geringer also die Beteiligung wird, umso teurer werden quasi die Grundmandate. Hier werden damit quasi kleinere Parteien geschädigt, die u.U. dann kein Grundmandat bekommen...
Billiger hingegen werden die Restmandate, da hiezu ja die Gesamtheit der gültigen Stimmen als Maßzahl zählt. Wenn also zumindestens ein Grundmandat im Wahlkreis gemacht wird, werden die Restmandate zu Diskontmandaten. Ungültig wählen bringt also auch nichts.

Am Gescheitesten ist immer noch hinzugehen und auch von seinem Wahlrecht Gebrauch machen.

Guru

PS: Einen eventuellen Roman auf dem Stimmzettel sieht nur die Wahlkommission - und die ist wahrlich nicht daran interessiert...

The_Lord_of_Midnight 09.06.2003 00:18

Zitat:

Original geschrieben von TheltAlpha

Erstens verstehe ich das "selbstverständlich" nicht.
Zweitens wären in Chile freie Wahlen abgehalten worden, wenn nicht der Putsch stattgefunden hätte. Heute noch in Brasilien und Venezuela.
Drittens: Sogar in unserer "westlichen" Welt gibt es mehr Kommunismus als du glaubst: Entschieden bessere Verhätnisse für Arbeitnehmer als noch vor hundert Jahren, Krankenversicherung, kostenlose Bildung und so weiter und so weiter. Allerdings erkennst du auch, dass sich diese Aspekte derzeit wieder verschlechtern. Aber wie hat Marx festgestellt: Es läuft alles in Wellen ab, wenn die Situation der Arbeitnehmer, des Proletariats auf einem Tiefstand angekommen ist, findet die nächste Revolution statt.

In diesem Sinne,
Dimitris

Mit dieser Aussage enstprichst du exakt dem Klischee des realitätsfernen Linken. Wenn du die Wirklichkeit sehen würdest, wüsstest du das man heutzutage in kommunistischen Ländern nicht mal was zum Essen hat. Das ist bittere Armut.

Es ist ein haushoher Unterschied, ob man für soziale Marktwirtschaft ist, oder ob man das Gleiche für alle fordert. Das erstere versucht eine menschliche Politik zu machen, weil es nach Möglichkeit gleiche Bedingungen (aber NICHT gleiche ERGEBNISSE !) für alle schafft.

Das zweitere ist nur realitätsfern und würde mit absoluter Sicherheit unseren gesamten Wohlstand ruinieren. Dann haben wir alle das Gleiche, nämlich genau gar nichts. Und selbst das ist nur ein realitätsferner Wunschtraum, denn natürlich gibt es auch in kommunistischen Ländern Gleichere als Gleiche.

Das hat wirklich nichts mit Wellen zu tun. Die Wellen sind eher das, was wir heutzutage in den sogenannten westlichen Ländern erleben. Denn wenn man alle gleich macht, dann geht es nur noch bergab. Warum sollte jemand was arbeiten, wenn er dafür genau gar nichts bekommt ? Bzw. wenn er nichts arbeitet, genau das gleiche bekommt ?

Vielleicht nennen mich jetzt manche engstirnig. Aber dem Kommunismus kann ich wirklich überhaupt nichts abgewinnen. (Außer vielleicht wenn ich selbst einer der wenigen Privilegierten dort wäre, aber selbst das reizt mich nicht wirklich).

TheltAlpha 09.06.2003 00:41

@"The_Lord_of_Midnight"
 
Zitat:

Mit dieser Aussage enstprichst du exakt dem Klischee des realitätsfernen Linken. Wenn du die Wirklichkeit sehen würdest, wüsstest du das man heutzutage in kommunistischen Ländern nicht mal was zum Essen hat. Das ist bittere Armut.
Aha. Na zum Glück geht's den Leuten in den Slums von New York so gut. Oder den Sandlern, die bei der Fünfer-Station am Westbahnhof übernachten. Oder in Argentinien. Oder im ehemaligen Ostblock, wo die Leute heute zwar vom "Kommunismus" "befreit" sind, aber im Gegensatz zu früher nicht einmal Grundnahrungsmittel haben.
Zitat:

Es ist ein haushoher Unterschied, ob man für soziale Marktwirtschaft ist, oder ob man das Gleiche für alle fordert. Das erstere versucht eine menschliche Politik zu machen, weil es nach Möglichkeit gleiche Bedingungen (aber NICHT gleiche ERGEBNISSE !) für alle schafft.
FALSCH. Mit der Forderung "alle sind gleich" ist das gemeint, was du unter "sozialer Marktwirtschaft" verstehst.
Zitat:

Das hat wirklich nichts mit Wellen zu tun.
Okay, wenn du das nicht glaubst, dann ist es deine Sache. Vielleicht ist es auch falsch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen sich noch viel länger so unterdrücken lassen.


Dimitris

Guru 09.06.2003 10:18

Zitat:

Original geschrieben von TheltAlpha

Aha. Na zum Glück geht's den Leuten in den Slums von New York so gut. Oder den Sandlern, die bei der Fünfer-Station am Westbahnhof übernachten. Oder in Argentinien. Oder im ehemaligen Ostblock, wo die Leute heute zwar vom "Kommunismus" "befreit" sind, aber im Gegensatz zu früher nicht einmal Grundnahrungsmittel haben.

Die Leute in New York sind das Ergebnis eines neoliberalistischen Systems - nicht (öko)sozialer Marktwirtschaft.
Die Sandler beim 5er - hast Du Sie schon gefragt, ob sie sich nur treiben lassen oder es auch schon mit anderen Dingen versucht haben? Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind es keine Opfer der Marktwirtschaft, sondern meist persönlicher Umstände.
Was ist übrigens mit den Sandlern in Kuba, am Flughafen? Sind die auch das Opfer der Marktwirtschaft? Oder der Arbeitslosen dort? Die sind dann vermutlich das Opfer der USA...


Zitat:

FALSCH. Mit der Forderung "alle sind gleich" ist das gemeint, was du unter "sozialer Marktwirtschaft" verstehst.
In der Ideologie, in der auch die ökosoziale Marktwirtschaft gefordert wird, sind alle Menschen gleich in ihren Rechten und Pflichten, nicht jedoch in ihren Talenten. Ökosoziale Marktwirtschaft hat aber nichts mit "alle sind gleich" zu tun. Außer du meinst diejenigen in Rußland, die sich in Schlangen um das Brot anstellen dürfen. Die kriegen gleichermaßen keines, weil die Gleicheren es sich bringen lassen.


Zitat:

Okay, wenn du das nicht glaubst, dann ist es deine Sache. Vielleicht ist es auch falsch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen sich noch viel länger so unterdrücken lassen.


Dimitris

Er ist nicht allein mit dem nicht glauben. Wenn es je ein politisches System gibt, das Guru nicht haben will, so ist es nach Faschismus der Kommunismus.
Guru ist stolz darauf, nicht gleich zu sein - das tun zu können, was er mag. Und wenn es Guru Spaß macht, sogar das Götzzitat auf unsere Regierung anwenden zu können, es der Regierung anzubieten, dass sie Guru können... ;)

Guru

TheltAlpha 09.06.2003 17:55

Zitat:

Die Leute in New York sind das Ergebnis eines neoliberalistischen Systems - nicht (öko)sozialer Marktwirtschaft.
Die Sandler beim 5er - hast Du Sie schon gefragt, ob sie sich nur treiben lassen oder es auch schon mit anderen Dingen versucht haben? Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind es keine Opfer der Marktwirtschaft, sondern meist persönlicher Umstände.
Was ist übrigens mit den Sandlern in Kuba, am Flughafen? Sind die auch das Opfer der Marktwirtschaft? Oder der Arbeitslosen dort? Die sind dann vermutlich das Opfer der USA...
Eben, das wollte ich ausdrücken. Sandler und Arme gibt es überall, quer durch alle Staaten und Systeme.
Zitat:

Ökosoziale Marktwirtschaft hat aber nichts mit "alle sind gleich" zu tun.
Ist das eine Definition oder Gurus Meinung? Denn meiner Meinung nach bedeutet "alle sind gleich" genau diesen Satz
Zitat:

sind alle Menschen gleich in ihren Rechten und Pflichten, nicht jedoch in ihren Talenten
Aber wenn das irgendwo definiert ist, dann beuge ich mich dem natürlich.
Zitat:

Guru ist stolz darauf, nicht gleich zu sein - das tun zu können, was er mag.
Wie gesagt - für mich ein Widerspruch. Denn für mich bedeutet "gleich zu sein", das tun zu können, was ich mag.


Dimitris

allwissende Müllhalde 09.06.2003 19:03

Zitat:

Original geschrieben von Guru


Die Sandler beim 5er - hast Du Sie schon gefragt, ob sie sich nur treiben lassen oder es auch schon mit anderen Dingen versucht haben? Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind es keine Opfer der Marktwirtschaft, sondern meist persönlicher Umstände.


Ich würde meinen teils - teils,
nehme aber an daß sie es großteils schon mit anderen Dingen versucht haben werden.
Und dabei gescheitert sind.
Wobei auch zu hinterfragen wäre woran (wegen eigener Unzulänglichkeit, persönlichen Schwächen, widriger Umstände (Pechvogel?) nicht jeder kann mit Geld umgehen, nicht jeder mit Alkohol und anderen Drogen usw.,
und irgendwann resigniert haben - nicht von heute auf morgen eher kontinuirlich immer weiter in Richtung treiben lassen.
Persönliche Gründe wie Du es bezeichnest...
Ich meine die Gesellschaft an deren Rand
sie nun stehen hat auch ihr maßgebliches Quäntchen Schuld daran!
Hat man einmal ein bestimmtes soziales Level unterschritten wird man in unserer
so wie in (fast allen?)Gesellschaftsformen
immer weiter immer schneller nach unten gedrückt oder in die Ecke...
Das passiert sogar ehemals wohlhabenden
Leuten, das sie scheitern und daran zerbrechen wie man hört !
Meißtens wurde die Richtung aber schon viel früher vorgegeben, z.b. durch das Umfeld in das man geboren wird.
Nicht jeder ist stark genug sich freizuschwimmen.
Darum versteh ich Deine aussage nicht die sich für mich anhört als wäre das Sandlerdasein eine bewußt selbstgewählte Lebensform und hätte mit den Unzulänglichkeiten und Fehlern von Gesellschaftssystemen nichts zu tun.

Guru 09.06.2003 20:58

Zitat:

Original geschrieben von allwissende Müllhalde

Darum versteh ich Deine aussage nicht die sich für mich anhört als wäre das Sandlerdasein eine bewußt selbstgewählte Lebensform und hätte mit den Unzulänglichkeiten und Fehlern von Gesellschaftssystemen nichts zu tun.

Dies ist dann falsch hinübergekommen. Guru ist bewußt, dass in der Regel das Sandlerdasein keine selbstgewählte Lebensform ist - aber eben nur in der Regel. Es gibt sehr wohl Menschen, die ganz bewußt diese Form wählen.

Guru wollte nur zum Ausdruck bringen, dass die Sandler eher nicht ein Ergebnis politischen Handelns oder politischer Systeme sind - im (neo)liberalen New York gibt es welche und auch im kommunistischen Kuba, und auch in den Formen dazwischen.

Es gibt Menschen, die kommen unverschuldet in Not und versuchen, dagegen anzugehen - über diverse Initiativen (die leider weniger werden) finden sie sehr oft wieder zurück. Es gibt aber auch welche, die wollen gar nicht mehr zurück - und wenn Du denen Hilfe anbietest, sind ihnen Zigaretten oder Alkoholika noch immer am liebsten.

Guru


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