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Faserschmeichler 18.04.2003 00:55

Zitat:

Original geschrieben von The_Lord_of_Midnight
@faserschmeichler
schlussfolgerung ? bzw. was würdest du tun ?

bezüglich arbeitsmarkt: sollte man da nicht zuerst bei denen anfangen, die doppelte oder mehrfache einkommen haben, ohne wirklich doppelt oder mehrfach zu arbeiten ? oder ist besitz bei dir strafbar oder etwas unanständiges ?

bist du nicht froh, wenn du von der arbeit nach hause kommst, und kannst das alles vergessen ? und der kollege muss dann erst richtig anfangen zu arbeiten, wenn du schon zu hause bist ? besonders im sommer, wo andere ihre freizeit geniessen ? hindert dich irgendwer, auch einen zweiten job so wie der kollege anzunehmen ?

ich muss dir ehrlich sagen, ich kenne die arbeit in der landwirtschaft schon von klein auf, und ich bin heute froh, daß ich das nicht mehr tun muss. ich verdiene heute das vielfache und hab dabei eine arbeit, wo meine gesundheit hoffentlich nicht mit 50 ruiniert ist.

ich kenne nicht viele bauern, die das gehalt eines durchschnittsangestellten haben. vielleicht sollten manche hier aufhören, sich ein beispiel aus 100 herauszupicken, nur um ihre these vom reichen bauern, der nichts arbeitet und alles geschenkt bekommt, zu untermauern ?

bist du dem kollegen neidisch ? landwirtschaftlicher grundbesitz ist spottbillig. kauf dir soviel du willst, den schmeissen sie dir nach. ich glaub dir nicht, daß du bereits wärst, das alles zusätzlich zur jetzigen arbeit zu machen.

Du scheinst mein Posting nicht gewissenhaft durchgelesen zu haben. :)

1. Besteht das Gehalt von denen, die das doppelte usw. verdienen, als die Bauern verdienen, auch zu 70% aus Förderungen?

2. Ich bin auch froh, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme.
Nur ich kann keinen zweiten "Job" ausüben, mein erster beansprucht mich zu 100%
Es bleiben keine 100% für die Landwirtschaft und nochmals 100% für's Pfuschen usw.
3. Er ist kein Kollege von mir, er ist mein Mitarbeiter. Ich bin ihm überhaupt nix neidig.
4. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass die Bauern gar nicht so arm sind, wie man es eventuell ihrem Jammern entnehmen könnte.


Zitat:

ich muss dir ehrlich sagen, ich kenne die arbeit in der landwirtschaft schon von klein auf
Was hast du gemacht? Gänseblümchen im Wienerwald gepflückt? ;)

The_Lord_of_Midnight 18.04.2003 12:43

Zitat:

Original geschrieben von Faserschmeichler
Was hast du gemacht? Gänseblümchen im Wienerwald gepflückt? ;)
genau das sind die üblichen argumente von völlig ahnungslosen leuten, die nichts anderes können, als den ganzen tag in der sinnlos daherzuplaudern. mit solchen killerargumenten kannst du jede diskussion sofort beenden. das ist sinnlos, da brauchen wir nicht mehr weiterreden.

Faserschmeichler 18.04.2003 13:39

Zitat:

Original geschrieben von The_Lord_of_Midnight


genau das sind die üblichen argumente von völlig ahnungslosen leuten, die nichts anderes können, als den ganzen tag in der sinnlos daherzuplaudern. mit solchen killerargumenten kannst du jede diskussion sofort beenden. das ist sinnlos, da brauchen wir nicht mehr weiterreden.

Ich habe nicht argumentiert, sondern nur gefragt.
Also woher kennst du die Arbeit in der Landwirtschaft?

The_Lord_of_Midnight 18.04.2003 14:18

naja, diese frage hört sich schwer provokativ an. ich kenn das von früher, wenn die wiener einmal raus aufs land kamen und die bauern beneidet haben: ihr braucht doch nur einmal hingreifen, und schon habt ihr einen schilling in der hand ! :eek:

was soll man dazu sagen: realitätsferne, daß es ärger nicht mehr geht.

ich kenne das, weil ich schon als kind schwerstarbeit in der landwirtschaft mitgemacht habe. in der früh beim ersten sonnenschein aufstehen. zum beispiel gemüse-ernte bis du nicht mehr kannst. kreuzschmerzen das es ärger nicht mehr geht. meine eltern konnten sich nicht einmal ein auto leisten. überall das billigste und sparen wo es nur geht.

nein, den großen reichtum sehe ich nicht. bei uns in der gemeinde lache ich jeden landwirt aus. selbst die reichsten, die von allen beneidet werden, können mich nicht beeindrucken. (und das sind ganz wenige, vielleicht einer von 100 !) was ist da schon dabei, der hat z.b. einen bmw. und ? wieviele angestellte können sich das leisten ? sicher zehnmal so viele ! von den selbständigen unternehmern, die landwirte ja sind, brauchen wir gar nicht erst zu reden.

es bleibt dabei: die landwirte haben das niedrigste einkommen aller berufsgruppen.

das ist genau die doppelte moral, die ich schon als kind kennengelernt habe. du lebst in der untersten sozialen schicht in österreich und alle bezeichnen dich als reich. die "armen" arbeiter und angestellten müssen unterstützt werden.

deswegen bin ich heute angestellter und mir geht es zehnmal besser als früher. ich bin doch nicht blöd.

The_Lord_of_Midnight 18.04.2003 14:30

und weil ich schon so gut in fahrt bin, möcht ich auch gleich das dümmste aller argumente "behandeln".

schaut euch doch die großen traktoren an, und was die kosten ! :eek: *ätz*

genau das ist der punkt ! nur auf die andere art, so wie es manche leute nicht wahrhaben wollen.

erstens: landmaschinen sind keine luxusgüter, sondern mittel zum zweck.

zweitens: gerade deswegen, weil sie so sündteuer sind, ist das ganze so problematisch. denn eine million schilling musst du erst einmal verdienen, bevor du überhaupt die grundausstattung an landmaschinen hast. und wer zahlt die zinsen ? bzw. wie soll man das ganze geld verdienen, wenn man schon am existenzminimum lebt ?

wol 18.04.2003 23:02

Ja, ja, die Bauern. Das ganze Jahr auf Sommerfrische und immer gesunde Arbeit im Freien! :D

The_Lord_of_Midnight 19.04.2003 03:29

Ja richtig. Und wenn du dann alt bist und die Gesundheit ruiniert ist, dann kriegst ein ordentliches Gnadenbrot, so in etwa 500 Euro im Monat, das es pascht !

Und wenn du krank bist, zahlst du einmal den Arzt und musst warten was du von der Versicherung zurückbekommst. (natürlich auch nur einen Teil !) Das war eigentlich immer schon so. Nur eigenartigerweise entrüstet sich darüber niemand, obwohl das eigentlich wirklich die ärmsten der armen in Österreich sind.

utakurt 19.04.2003 11:35

DER STANDARD, 17. April 2003


Sehnsucht nach dem Bauernleben

Landwirtschaftsminister Josef Pröll scheint für "seine" Bauern besonders viel herauszuholen - im Gründonnerstag-Gespräch mit Conrad Seidl bestreitet der Agrarpolitiker aber, dass die Bauern bevorzugt behandelt würden. Von der Entwicklung des ländlichen Raumes und der Erhaltung der kleinteiligen bäuerlichen Struktur hätten schließlich alle etwas.

Standard: Bauer müsste man sein! Diese Regierung scheint für die Bauern so ziemlich alle Wünsche zu erfüllen - sie bekommen verbilligten Agrardiesel, Kürzungen der Agrarsubventionen werden nicht einmal diskutiert und die von der FPÖ geforderte Angleichung der Pensionssysteme, die die Bauern besonders treffen würde, scheint auch nicht so bald zu kommen. Ist das Ihr Erfolg?

Pröll: Die Verlängerung des 40-Milliarden-Schilling-Paketes für die Landwirtschaft ist nichts Neues. Der Agrardiesel war schon in der vorigen Regierungsperiode vereinbart und wird mit der anstehenden Steuerreform umgesetzt - das ist aber auch nur eine Gleichstellung mit den europäischen Mitbewerbern. Und was die Pensionen betrifft, darf man nicht vergessen, dass die Bauern von der Pensionsreform, etwa der Anhebung des Pensionsalters und der Durchrechnung, genauso betroffen sind wie alle anderen. Die Pensionssysteme werden angeglichen, das ist vereinbart - aber es geht nicht von einem Tag auf den anderen.

STANDARD: Dass es den Bauern in Österreich besonders gut geht, würden Sie nicht sagen?
Pröll: Es gibt keine Frage: Europäische Agrarpolitik - ländliche Entwicklung, Marktordnung - wird auf der Ebene Brüssel gemacht. Auf nationaler Ebene geben wir eben spezielle Antworten auf spezielle Herausforderungen: Extrem hoher Anteil an benachteiligtem Gebiet - und das Ziel, eine klein strukturierte Landwirtschaft flächendeckend zu erhalten. Eine bäuerliche Landwirtschaft, wie wir sie haben und haben wollen, kostet Geld. Das muss man aussprechen. Aber das ist auch gesellschaftlicher Konsens.

STANDARD: Ein Konsens, der offenbar von Arbeitnehmervertretern, von ÖGB und Arbeiterkammer, nicht getragen wird - da kommt im Schnitt wöchentlich eine bauernkritische Aussage.
Pröll: Da kommt vielleicht wöchentlich eine agrarkritische Aussendung - aber Gott sei Dank spricht die AK nicht für die österreichische Bevölkerung. Mich unterscheidet vielleicht von der Arbeiterkammer, dass ich viel bei den Menschen draußen bin - und da gibt es eine Riesensehnsucht nach einer klein strukturierten Landwirtschaft. Gerade in den Städten spürt man diese Sehnsucht.

STANDARD: Solche romantischen Vorstellungen wurden ja auch mit Schwarz-Grün verbunden - dafür gab es ja speziell im Bauernbund auch Sympathien. Was wäre in einer schwarz-grünen Regierung anders?
Pröll: Natürlich gibt es Berührungspunkte mit den Grünen. Gerade bei meinen Themen Biomasse, Schutz des Wassers, nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Aber jetzt gibt es eine Regierung mit der FPÖ. Die Frage nach Schwarz-Grün oder einem fliegenden Wechsel stellt sich überhaupt nicht.

STANDARD: Trotzdem: Was wäre mit den Grünen anders?
Pröll: Ich war bei den Verhandlungen erstens nicht dabei, zweitens sind sie gegenstandslos, weil sie nicht abgeschlossen wurden. Einzelne Ideen, etwa in der Klimapolitik, werden aber in das jetzt mit der FPÖ umzusetzende Programm eingeflossen sein. So werden die Mittel für den Klimaschutz 2004 um 30 Millionen Euro, 2005 um noch einmal 30 Millionen und 2006 um 90 Millionen Euro aufgestockt.

STANDARD: Was also wollen Sie mit den Klima-Millionen machen - sie in den Agarbereich, etwa hin zur Biomasse verschieben?
Pröll: Nein, primär geht es darum, fossile Energie durch erneuerbare Energieträger zu substituieren. Wir sind natürlich prädestiniert, auf Biomasse zu setzen, weil wir den Rohstoff Holz haben, ihn kennen und wissen, dass wir den jährlichen Zuwachs an Holz gar nicht nützen. Wir wollen den Biomasse-Anteil um 75 Prozent erhöhen - aber da geht es nicht nur um die Landwirtschaft. Da geht es um den ländlichen Raum. Da geht es um die Anlagen, die da gebaut werden für Wärmeversorgung, das sind starke regionale Impulse, wenn wir sagen: Wir wollen bis 2010 die Zahl der mit erneuerbarer Energie beheizten Haushalte von derzeit rund 500.000 auf eine Million erhöhen. Und wir werden beim Verkehr ansetzen.

STANDARD: Das heißt: Biodiesel? Und verpflichtende Äthanol-Beimischung beim Benzin?
Pröll: Da gibt es ein breites Spektum von Möglichkeiten - und da geht es eben nicht darum, nur zu verwalten. Ich habe den Ehrgeiz zu gestalten. Aber ich werde dem Herrn (OMV-Chef Wolfgang) Ruttenstorfer sicher nicht über die Medien sagen: Da kommt eine Verordnung, dass du das und das zu tun hast. Mein Zugang zur Politik ist: Man darf die Partner nicht überraschen, indem man die Karten plötzlich aufdeckt. Die Regierung hat im Klimaschutz Ziele vorgegeben, wir werden die Machbarkeit untersuchen, die Umsetzung verhandeln - und wenn es ausgemacht ist, dann muss es auch fristgerecht gemacht werden. Es darf sich aber niemand der Illusion hingeben, dass ich nicht entscheide, wenn wir zu keinem Konsens kommen. Wenn es keinen gemeinsamen Weg gibt, dann habe ich im Sinne des Klimaschutzes zu handeln.



Wir wollen bis 2010 die Zahl der mit erneuerbarer Energie beheizten Haushalte von derzeit rund 500.000 auf eine Million erhöhen.


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© DER STANDARD, 17. April 2003
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The_Lord_of_Midnight 19.04.2003 13:14

Für alle Lästerer habe ich jetzt ganz konkrete Beispiele gefunden. Per Zufall ! Da musste ich nicht mal suchen.

Bvz, Immobilien Anzeigen, 15. April 2003
Steinbrunn, interessantes 120 qm Landhaus, Bj. 82, Vollkeller, Dachausbau vorbereitet, 900 qm Grund, um Euro 150.000,-- + WBF

St. Georgen, interessantes Winzerhaus, 200 qm Wohnfläche möglich, diverse Nebengebäude, Schüttkasten, Stallungen, Weinkeller, große Scheuen, 1.200 qm Grund, um Euro 90.000

Dann in Oggau, Trausdorf, St. Margarethen, Winden/See, Großhöflein, dann eine Menge an baureifer Grundstücke, ein Wald

interessant noch das:
Bauernhaus in St. Michael/Südburgenland, guter Zustand, inkl. 10 ha Grund !!! (= 100.000 qm für die Nicht-Agrarier) um Euro 175.000 zu verkaufen.

Wenn mir jemand sagen will, es gibt keinen landwirtschaftlichen Grund und keine Häuser zu verkaufen, dann ist das nur negative Stimmungsmache, denn solche Leute wollen nicht wirklich Landwirt werden. Die wollen vielleicht irgendwo was billig abstauben. So dumm sind die Leute aber nicht, daß sie ihr Lebenswerk verschenken.

Arbeiten und sich etwas selbst erarbeiten, das schaut ganz anders aus. Da muss man einmal ein paar Jahre sparen, damit man das notwendige Startkapital hat. Das leichte Leben in der Landwirtschaft, was soll ich dazu sagen ? Aufwachen, bevor es zu spät ist !!! Ohne die richtige Einstellung geht man in dem Beruf sehr schnell unter bzw. gibt man sehr schnell wieder auf.

Sollte jemand wirklich Interesse haben, kann ich auch die Telefonnummern posten oder per Pm verschicken.

Faserschmeichler 19.04.2003 23:03

Zitat:

Original geschrieben von The_Lord_of_Midnight
naja, diese frage hört sich schwer provokativ an. ich kenn das von früher, wenn die wiener einmal raus aufs land kamen und die bauern beneidet haben: ihr braucht doch nur einmal hingreifen, und schon habt ihr einen schilling in der hand ! :eek:

was soll man dazu sagen: realitätsferne, daß es ärger nicht mehr geht.

ich kenne das, weil ich schon als kind schwerstarbeit in der landwirtschaft mitgemacht habe. in der früh beim ersten sonnenschein aufstehen. zum beispiel gemüse-ernte bis du nicht mehr kannst. kreuzschmerzen das es ärger nicht mehr geht. meine eltern konnten sich nicht einmal ein auto leisten. überall das billigste und sparen wo es nur geht.

nein, den großen reichtum sehe ich nicht. bei uns in der gemeinde lache ich jeden landwirt aus. selbst die reichsten, die von allen beneidet werden, können mich nicht beeindrucken. (und das sind ganz wenige, vielleicht einer von 100 !) was ist da schon dabei, der hat z.b. einen bmw. und ? wieviele angestellte können sich das leisten ? sicher zehnmal so viele ! von den selbständigen unternehmern, die landwirte ja sind, brauchen wir gar nicht erst zu reden.

es bleibt dabei: die landwirte haben das niedrigste einkommen aller berufsgruppen.

das ist genau die doppelte moral, die ich schon als kind kennengelernt habe. du lebst in der untersten sozialen schicht in österreich und alle bezeichnen dich als reich. die "armen" arbeiter und angestellten müssen unterstützt werden.

deswegen bin ich heute angestellter und mir geht es zehnmal besser als früher. ich bin doch nicht blöd.

Die Schwere der Arbeit, wie du sie beschreibst, lassen wir mal so stehen.
Die Arbeit in der Landwirtschaft ist verhältnismäßig schwer.
In diesem Punkt stimme ich dir zu.

Aber das war's dann schon.

Ich schildere dir jetzt meine Erfahrungen und Eindrücke.
Als ich 16 wurde, konnte ich mir ein Puch Maxi leisten.
Ein edles Moped, und es hat mich überall hingebracht.
Die armen Bauernbuben, deren Eltern ja das geringste Einkommen haben,
hatten sich neue Kleinmotorräder samt Führererschein um zusammen 40.000 ATS gegönnt.
Die Burschen hatten selbst kein Einkommen, da sie "Buttermilchstudenten" waren.
Das waren wahrscheinlich auch keine Luxusgüter, sondern Mittel zum Zweck.
Aber welchen Zweck?

Und dann mit 18?
350.000 ATS für ein Anfängerauto.
Wieder nur Mittel zum Zweck?

Ich war, und bin, es ihnen nicht neidisch.
Solche Sachen bedeuten mir nichts.
Es waren nur Erfahrungen über die ärmste Bevölkerunsschicht.

Ich lache auch jeden Bauern aus, aber aus anderen Gründen.


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