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Siemens-Razzia: Spur führt auch nach Österreich Veröffentlicht am: 16.11.2006 15:17:24 Im Zuge der groß angelegten Razzia wegen Untreuevorwürfen beim deutschen Elektro- und Technologiekonzern Siemens haben 200 Polizisten, Staatsanwälte und Steuerfahnder am Mittwoch (15. November) die Siemens AG sowie Privatwohnungen von Managern und ehemaligen Mitarbeitern durchsucht. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" führt eine Spur auch nach Österreich, wo zwei geheime Konten entdeckt worden seien, die ein Münchner Siemens-Manager betreute. Als Folge der Razzia ist es auch zu Festnahmen gekommen. Die Beschuldigten seien bei der Staatsanwaltschaft und würden dort vernommen, hieß es in Unternehmenskreisen. Wie viele Festnahmen es gab, wurde zunächst nicht bekannt. Ermittlungsbehörden mehrerer Länder haben im Zuge ihrer Ermittlungen ein geheimes, international weit verzweigtes Finanzsystem entdeckt, das offenbar dazu diente, hohe Millionenbeträge in schwarze Kassen zu schleusen. Die Fahnder prüfen nun laut Bericht, ob es sich um Schmiergeld handelt. In der Schweiz und Italien hätten die Ermittlungsbehörden in den vergangenen Monaten ein geheimes Finanzsystem entdeckt, über das die Kommunikationssparte (Com) von Siemens in diesem Jahrzehnt mindestens 20 bis 30 Mio. Euro auf verborgene Konten geschleust haben soll. Aufgeflogen sei dieses System, nachdem einzelne Banken die Behörden wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeschaltet hatten. Dreh- und Angelpunkt zahlreicher Transaktionen sei die Schweiz gewesen. Geheime Konten in Österreich Eine andere Spur führt laut "SZ"-Bericht allerdings nach Österreich, wo zwei geheime Konten entdeckt wurden, die ein Münchner Siemens-Manager betreute. Über diese beiden Konten seien vor allem in den neunziger Jahren hohe Beträge hin- und hergeschoben worden. Das sei ein Vorläufermodell des in den vergangenen Jahren praktizierten Geheimsystems gewesen. Durch Österreich soll damals weit mehr Geld geschleust worden sein als bei dem vor allem in der Schweiz angewandten Nachfolgemodell in diesem Jahrzehnt, heißt es im Bericht weiter. Siemens Österreich ist von den Ermittlungen übrigens nicht betroffen. Allerdings wurden laut Informationen der "ZiB1" auch eine Handelsfirma in Wien durchsucht, die mit Siemens in Geschäftskontakt stehe. Nähere Angaben wurden allerdings nicht gemacht. (apa) |