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So fliegt man richtig! Fragen, Antworten, Diskussionen zum Fliegen von Jets im FS

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Alt 11.07.2000, 00:16   #3
Peter Guth
Veteran
 
Registriert seit: 20.11.1999
Beiträge: 323


Lächeln

Hallo, Männer,

um auch den FS Anfängern zumindest ansatzweise etwas über den Einfluß eines Windscherung zu erläutern, hier einige - stark vereinfachte - Infos:

"stell Dir vor, Du startest in gewohnter und korrekter Flugzeugkonfiguration. Und plötzlich, ohne Vorwarnung, wechselt der Steigflug von, na sagen wir mal 2000ft/min auf einen Sinkflug mit bis zu 2000ft/min..."

Eine Windscherung entsteht durch: plötzlich auftretende extrem starke Abwinde (microburst) immer in zwei Phasen. Es handelt sich dabei um eine Starkwindzone mit i.d.R. weniger als 1,5 km Durchmesser, oft in der Stratosphäre. Microburst haben eine "Zellenlebensdauer" von max. 15 Minuten. Sie treten aber auch vereinzelt in Bödennähe bis 1000ft AGL auf. Dort können die Zellen dann bis 4 km Durchmesser haben.

Phase 1 = zuerst starker Gegenwind mit hoher Fahrtabnahme und Minderung der Steigrate.

Phase 2 = dann plötzlicher Abwind mit stärkster Schiebekomponente, höchsten Sinkraten und radider Fahrtzunahme.

Die maximal auf das Flugzeug einwirken Zeitspanne liegt bei 2 - 4 Minuten. Die Fallwinde erreichen dabei bis zu 30m/sec, die horizontalen Winde liegen IM WECHSEL bei etwa 60 kts. Durch die plötzlichen Wechselwirkungen wirken höchste mechanische Belastungen auf die Flugzeugkonstruktion ein.

Verhalten: Maschine mit höchster Steigleistung fliegen, Triebwerke auf Notleistung setzen, bis an die Grenze den Überziehgeschwindigkeit dagegen halten.

Aber es gibt noch andere "feine" Erschwernisse: die "clear air turbulences", die bei wolkenlosen Himmel oder bei dünnen Cirruswolken oft in großen Flughöhen (oberer Luftraum - jetstream areas") - auftreten.Sie sind vergleichbar mit den microburst.

Dann die Inversionen, bei ebenfalls wolkenlosen Himmel, oft nach Sonnenaufgang, sehr häufig bei 4000ft AGL und eigentlicher Windstille. Sie bescheren kurze, harte Windwechselstöße mit bis 50 kts, mit plötzlichem Windwechsel um 180°!!! Wir nennen solche kurzen Schläge "Baustelle oder Bodenwelle"

Wir verhält man sich, wenn man rechtzeitig eine Warnung vor solcher Windwetterlage erhält?

- Fluggeschwindigkeit sorgfältig überwachen

- Maschine bei Manövergeschwindigkeit (VA) halten

-Leistungsreserven (Fahrtreserven) aufrecht halten, insbesondere bei Steigflügen

-bei Fallwindeinwirkung auf max. Flugtempo achten, damit keine Überfahrt (Vne) entsteht.

Gruß Peter Guth



[Diese Nachricht wurde von Peter Guth am 10-07-2000 editiert.]
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