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Alt 25.04.2002, 00:21   #24
ULli
Veteran
 
Registriert seit: 12.03.2001
Beiträge: 473


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Hallo,

große Theorieschlacht hier. Sehr eindrucksvoll. Nee wirklich!

Zunächst mal: Englisch muss nicht immer sein, „Einstellwinkel“ finde ich persönlich schöner als „Angle of Incidence“ (heißt das wirklich so?). Und "Angle of Attack" klinkt auch so martialisch....

Warum bäumt sich der Flieger beim Setzen von Spaltklappen auf? In der Tat ist die unmittelbare Auswirkung ein größerer Einstell- und Anstellwinkel. Es resultiert höherer Auftrieb, auch durch die stärkere Wölbung des Profils. Gleichzeitig erhöht sich der Widerstand.

Bei größerem Anstellwinkel wandert der Druckpunkt (also der Schnittpunkt von Auftriebs- und Widerstandsvektor mit der Profilsehne) nach vorne!!! In dieser Situation will die weiter vorne angreifende Luftkraft den Flügel aufrichten, deshalb muss sofort nachgedrückt werden (Trimmen dauert zu lange).

Zum Thema Klappen und „bestes/steilstes Steigen ...Sinken: tatsächlich hängt alles vom Flugzeugtyp ab, denn es gibt eine ganze Reihe von Variablen, die da mitmischen. Der Klappentyp ist natürlich wichtig, aber es hängt auch z.B. die Steigrate vom Motorleistungsüberschuß ab, der Steiggradient vom Schubüberschuß, der seinerseits z.B wieder vom Anstellwinkel der Propellerblätter gegenüber dem Propellerluftstrom abhängt, der nun wieder von der Motordrehzahl bestimmt wird... (Mentales IMC total...)

Kurz: das Handbuch ist die Bibel und ganz wichtig: das ganze funktioniert nur, wenn die vom Handbuch vorgeschriebene Klappenstellung mit den ebenfalls dort aufgeführten Geschwindigkeiten kombiniert wird.

Kleines Zitat dazu aus dem Handbuch der C42 von Comco Ikarus. Thema: Triebwerksausfall.

„Nach zügiger Herstellung der Gleitfluglage (Klappen 0 Grad, VIAS=90-100 km/h) ist ein geeignetes Landefeld zu suchen…Das Gleitverhältnis beträgt ca. 1:11 bei 2.5 m/s Sinken. Eine geringere Sinkgeschwindigkeit lässt sich mit der Klappenstellung 15 Grad bei ca. 85 km/h erzielen, ohne allerdings den Gleitweg zu verbessern.“

Mein Fluglehrer hat mir dazu dann noch folgendes eingeschärft: "im letzten Teil einer Notlandung (vor Eindrehen in den Queranflug und das Endteil) unbedingt Geschwindigkeit durch Nachdrücken erhöhen, egal was im Handbuch steht, denn „in den letzten Kurven fallen sie alle runter…".

Noch ein nettes Thema gefällig (leider ein sehr ernstes, weil es bei diesem Manöver schon viele tödliche Unfälle gegeben hat)?

Ab welcher Höhe lohnt sich in der Praxis eine Umkehrkurve (also Rückkehr zum Platz) bei Motorausfall nach dem Start?

Gruß,

ULli
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