![]() |
![]() |
|
|
|||||||
| News & Branchengeflüster aktuelle News von Lesern, sowie Tratsch und Insiderinformationen aus der Computerbranche |
|
|
Themen-Optionen | Ansicht |
|
|
#11 | |
|
Inventar
![]() Registriert seit: 23.09.2000
Beiträge: 2.321
|
Zitat:
Ja, da Lizenzen für eine Zertifizierung sehr teuer ist.Es ist das Ende jedes privaten Programmierers.....der Zustand im Mittelalter ist wiederhergestellt, nur Mönche können lesen und haben Zugriff auf Wissen.... Verstehst du jetzt warum es mir als Proponent von Free Software (wobei Free für Freedom und oft auch free beer stehen kann) so ein Anliegen ist, auf diese mögliche Zukunft hinzuweisen? Dieser Plan ist die ultima ratio, um die freie Wissensalmende, die das Internet darstellt der Kontrolle der Konzerne zu unterstellen, die diesen Trend nicht initiiert haben, aber die Früchte jetzt mit aller Macht ernten wollen. Passend dazu das Schlusswort von Grassmuck: Wenn ein umfassendes DRM-Szenario Wirklichkeit wird, möglicherweise staatlich vorgeschrieben durch den CBDTPA, der in der Informatikwelt den Spitznamen "Consume But Don't Try Programming Act" erhalten hat, was bleibt dann vom frei programmierbaren Universalmedium? Wenn neue Hardware und "secure boot" tatsächlich das Starten eines alternativen Betriebssystems unterbinden, nichts. Doch selbst wenn die Hardware dies zuließe, ist der PC ab dem "secure boot", also dem Zeitpunkt, wo er für alle praktischen Belange zu einem frei programmierbaren Allzweckrechner wird, dank der Datenherrentechnologie bald genau kein solcher mehr. Ein "modifizierter Universalrechner", wie es in Microsofts DRM-Betriebssystempatent heißt, ist keiner, denn eine Maschine kann genausowenig ein bißchen universal sein, wie frau ein bißchen schwanger sein kann. Mit Microsofts Sandkasten-Architektur entsteht im günstigsten Fall eine Zweiklassengesellschaft im Computer: die Palladium-gesicherten Bereiche mit ihren Privilegien, wie dem Zugang zu kommerziellen Multimediadaten, und der Rest, in dem weiterhin "bösartige" Software wütet und in dem der Nutzer ohne Sicherheitsausweis Programme starten und programmieren darf. Den schlimmsten Fall hat Richard Stallman bereits 1997 in seinem Copyright-Dystopia vorweggenommen. In einer Welt in nicht allzu ferner Zukunft hat ein Richter Debugger für illegal erklärt, weil ihr Hauptzweck das Umgehen von DRM-Technologie geworden sei. Programmierer brauchen sie natürlich immer noch für ihre Arbeit, aber ihre Hersteller geben nur numerierte Kopien an offiziell lizenzierte und in Knebelverträge gebundene Programmierer ab. Im Informatikunterricht werden sie hinter einer Firewall gehalten und streng darauf geachtet, dass sie nur für den jeweiligen Lehrzweck verwendet werden. Die Technik hat sich seither verfeinert, aber sie verfolgt weiter das Ziel, aus der Universal Machine eine Conditional Access Machine zu machen. Und die Zugangsbedingungen werden von Anbietern bestimmt und per Fernbedienung festgelegt, überwacht, aktualisiert und widerrufen. Eine Welt am Draht steht uns bevor. Bruce Schneier in einer ersten Einschätzung von Microsofts jüngstem Coup: "My fear is that Palladium will lead us down a road where our computers are no longer our computers, but are instead owned by a variety of factions and companies all looking for a piece of our wallet." (Schneier 8/02) Im schlimmsten Falle steht uns also eine Spaltung in Computer als Produktions- und andere als Konsumptionsmittel bevor, ähnlich wie bei der DAT-Technologie, wo in Konsumentengeräten ein Serial Copy Management System gesetzlich vorgeschrieben, aber die teuren "professionellen" Studiogeräte frei davon sind. Dann muß natürlich der Zugang zu diesen "freien" Rechnern kontrolliert werden. Nach Stallmans Szenario könnten nur noch professionelle, mit einer Art Amateurfunklizenz oder Waffenschein zertifizierte Programmierer und Systemadministratoren legal von der Allzweckmaschine Gebrauch machen. Für den Rest von uns gäbe es nur noch reine Medienabspielgeräte. Hier das Programmierwerkzeug, dort "vending machines" -- and never the twain shall meet. Das wäre das traurige Ende der Konvergenz. Die Konterrevolution der Datenherren und ihrer Wegbereiter in Redmond hätte gesiegt. http://waste.informatik.hu-berlin.de...rm-fiffko.html Ciao, Steve
____________________________________
-- www.cargal.org GnuPG-key-ID: 0x051422A0 \"Be the change you want to see in the world\"-Mahatma Gandhi Jabber-ID:lotussteve@cargal.org |
|
|
|
|
| Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1) | |
|
|