20.12.2006, 20:23
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#11
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Ich habe wiederum auf die Mail von Frau Wehsely geantwortet:
Zitat:
Sehr geehrte Frau Stadträtin!
Zuallererst möchte ich ihnen sehr für die übermittelte Antwort danken. Ich hätte mir ehrlich gesagt keine derart schnelle und ausführliche Antwort auf mein Anliegen erwartet. Es ist schön zu sehen, dass es Politikerinnen gibt, welche nicht nur ihr Amt bekleiden, sondern auch für das Volk erreichbar sind.
Ein ausgesprochen wichtiger Punkt bezüglich der Kampagne, nämlich dass sie in erster Linie auf Plakaten verwirklicht wird, ist ärgerlicherweise in der Berichterstattung des ORF (von dessen Internetartikel unsere Diskussion ihren Ausgang nahm) total untergegangen.
Ich gebe ihnen vollkommen recht, dass es oft überspitzter Kritik bedarf, um Menschen auf Probleme aufmerksam zu machen. In keinster Weise möchte ich die vorhandenen Ungerechtigkeiten klein reden, welche mir persönlich bekannt und bewusst sind. Allerdings denke ich, dass bezüglich dieser Aktion, obwohl sie mir vom künstlerischen Standpunkt her durchaus gelungen erscheint, das Verständnis im Großteil der Bevölkerung gering ausfallen wird.
Man(n) ist durch oftmals recht kurzsichtige und teils unlesbare Wörtschöpfungen (groteske Mehrzahlbildung mit -Innen) oder Ersetzung des Wortes "man" durch "man/frau" wohl bereits übersensibilisiert, was das Streben nach Gleichberechtigung anbelangt. Bei eindeutigen Fällen, wie der "schwangeren Bediensteten" halte ich die Abänderung für absolut gerechtfertigt, denn hier dient sie eindeutig auch der Lesbarkeit. Viele andere Änderungen erachte ich als sog. i-Tüpfelreiterei. Persönlich bleibe ich vorzugsweise bei der Schreibweise mit Schrägstrichen, welche ja unter dem Link, welchen sie mir übermittelt haben, ebenfalls als gültig anerkannt wird.
Was ich nicht möchte, ist dass der Eindruck entsteht, das ich gegen die weitgehende Gleichstellung der Frau bin. Dessen wird man heutzutage schon viel zu schnell angeklagt. Allerdings gibt es noch ein paar Punkte, welche mich generell stören.
So wäre die Schaffung eines Männerministeriums vielleicht ein Überlegenswerter Schritt, denn wenn man politische Korrektheit einfordert, dann darf das keine Einbahnstraße sein. Des weiteren halte ich das sture hinarbeiten auf eine 50%ige Frauenquote in jedem Beruf für nicht gerechtfertigt. Es gibt eben einfach Berufe, für welche Frauen kein Interesse aufbringen wollen oder können, was ihr gutes Recht ist. Analog gibt es Berufe, in denen Männer unterrepräsentiert sind. Dem haben sie allerdings in ihrer Kampagne lobenswerterweise Rechnung getragen, indem sie beispielsweise auch Männer mit Kind abbilden.
Insgesamt haben sie mein Verständnis für diese Aktion geweckt, indem sie das Missverständnis, welches durch den ORF entstanden ist, aus der Welt geschafft haben. Es ist bedauernswert, dass der ORF sich qualitätsmäßig mehr und mehr der "Kronen Zeitung" annähert.
Ich wünsche ihnen ebenfalls erholsame Feiertage,
mit freundlichen Grüßen,
"mendaxx"
PS: Diesmal übermittle ich ihnen eine E-Mail-Adresse, welche definitiv funktioniert.
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"Ford," he said, "you're turning into a penguin. Stop it."
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