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#11 |
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Inventar
![]() Registriert seit: 19.12.2000
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Denn anders ist dieses Machwerk kaum zu ertragen. Der Film ist extremst langweilig, ich musste mich mehrmals bemühen nicht dabei einzuschlafen. Tarantino hat diesmal auf voller Linie versagt.
Eine hahnebüchene Story die sich in einem Satz zusammenfassen lässt: Ex-Killerin will heiraten, ihr Ex-Auftraggeber und ihre Ex-Kolleginnen wollen das verhindern und versuchen sie umzubringen was leider misslingt, die Braut erwacht aus dem Koma und rächt sich.. Ich bin vermutlich der letzte der Wert auf eine funktionierende und intelligente Handlung legt, wenn der Rest des Films passt. Bei Kill Bill jedoch hat mich so gut wie gar nichts beeindruckt. Der ganze Film hat mich einfach kalt gelassen, womit wir auch schon zum nächsten Kritikpunkt kommen - der Charakterentwicklung. Bis auf O-Ren Ishhii (Lucy Liu) gibt es schlichtweg keine. Und aufgrund der Tatsacher daß deren Lebensgeschichte als Anime erzählt wird fehlt hier der direkte emotionale Zusammenhang mit Lucy Liu. Uma Thurman als Anti-Heldin ist um keinen Deut besser als die Leute die sie nun töten will. Sympathie empfindet man für keine der Figuren, die Nachvollziehbarket für deren Handlungen tendiert sowieso gegen Null. Von mir aus hätte beim Schlusskampf auch Frau Thurman sterben können anstatt von Frau Liu. Wäre mir ebenso egal gewesen.. Ich hätte mir gewünscht mehr über die Braut zu erfahren, vielleicht auch über ihren zukünftigen Ehemann usw, einfach um ihr Leid für den Zuseher spürbar zu machen und uns ihre Motivation besser verstehen zu lassen. So jedenfalls nimmt man als Zuseher eine sehr sehr weit entfernte Beobachtungsposition ein und zeigt keinerlei Mitgefühl oder Hass für irgendeine der agierenden Personen. Aber vermutlich war das von Tarantino ja so geplant. Meinung Meinung nach war es dann aber eine schlechte Idee die dem Film absolut nicht gut getan hat. Weiter mit der schauspielerischen Leistung. Uma Thurmans Darstellung schwankt zwischen sehr gut und unterdurchschnittlich. Alles in allem recht brauchbar, aber meilenweit von einer oscarreifen Darstellung entfernt. Die restlichen Rollen sind eigentlich keine Erwähnung wert. Daryl Hannah hat zwar ihre beste Zeit schon länger hinter sich, hat sich aber dennoch unter Wert verkauft da sie kaum zu sehen ist. Michael Madsen, der ewige Held der 2. Reihe bleibt auch hier relativ unbemerkt. Lucy Liu ist auch nicht gerade ein Acting-Talent.. Auch wenn ebenfalls nicht lange im Bild, Julie Dreyfus als Sofie Fatale fand ich nicht schlecht ebenso wie die aus Battle Royale bekannte Chiaki Kuriyama als Go Go Yubari. Nächster Kritikpunkt - die Dialoge. Zum grössten Teil einfach grauenhaft, klischeebehaftet und meistens auch noch langweilig. Erinnerungswert Null. Was ist bloss aus den bissigen Dialogen seiner Frühwerke geworden? Ein paar abgedroschene Phrasen? Der Filmtechnische Aspekt. Es gibt nicht viel zu bemängeln, aber ebenso gibt es auch nicht viel beeindruckendes. Eine routinierte Inszenierung halt, aber das darf man von einem Big Budget Movie wohl auch erwarten. Wenden wir uns nun den Kämpfen zu. Die Kämpfe wirkten relativ uninspiriert und ermüdend. Die Choreographie war bestenfalls mittelmäßig, ein Standard Gekloppe der üblichen Sorte. Kann sein daß Tarantino eine Hommage an die Martial Arts Filme der Shaw Brothers und Co. machen wollte, gelungen ist ihm das auf keinen Fall. Da haben die Asiaten noch immer die Nase vor, Kill Bill reiht sich eher in Filme mit mittelmässig bis gut choreographierten Kampfszenen ein, anstatt ein echter Überknaller zu sein. Die krass überzeichnete comcihafte Darstellung von Gewalt hat mich zwar nicht unbedingt gestört, ich fand sie lediglich uninteressant. Ich konnte dabei weder lachen noch sonstwas. Eine etwas realistischere Gewalt die den Zuseher auch mal einen Schlag in den Magen versetzt wäre mir aber bei einigen Szenen dennoch lieber gewesen. Das einzige das ich wirklich gelungen fand und wo ich zum einzigen Mal auch herzhaft lachen musste war die Szene mit dem Krankenpfleger. Solcherart Szenen und Humor hätte ich mir mehr gewünscht. Aber leider driftet fast alles in seichte Gefilde ab. Was übrig bleibt vom Kinoabend ist ein fader Nachgeschmack und keine Hoffnung auf einen guten 2. Teil. Mit seinem hervorragenden Regie-Debüt Reservoir Dogs und auch mit Pulp Fiction hat sich Quentin Tarantino zum Kultregisseur krönen lassen. Jetzt, zehn Jahre später ist Tarantino nur mehr eine Karikatur seiner selbst. Den Tarantino-Jüngern weltweit scheint es egal zu sein, sie vergöttern den neuen Film ihres Lieblings und loben ihn in den Himmel. Warum das wissen vermutlich nichtmal sie selbst. Tarantino's Kultstatus gründet sich in erster Linie noch noch immer auf den beiden eben genannten Filmen, inkl. zwei, drei anderen Drehbüchern.. Ob das allerdings ausreicht um ein Leben lang "Kultfilme" zu drehen? Ich wage es zu bezweifeln. Fazit: Nichts als heisse Luft. Ein belangloses, langweiliges Fast-Food Movie ohne Tiefgang. 5/10 P.S.: jetzt könnt ihr mich steinigen wenn ihr wollt oder was auch immer.. ![]() |
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