Zitat:
Original geschrieben von jayjay
gerade das "sich an einen tisch setzen und diskutieren" macht demokratie aus!
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Dann setzen wir uns mal an einen Tisch mit Herrn Berslusconi und diskutieren wir mit ihm:
Ich: Lieber Herr Berlusconi, ich finde das nicht in Ordnung, dass Sie einen Großteil der Zeitungen Italiens besitzen, das italienische staatliche Fernsehen kontrollieren und Gesetze dergestalt ändern lassen, dass Sie strafrechtlich nicht verfolgbar sind und sich so den Gerichten entziehen.
Berlusconi: Ja, Sie haben recht, das gehört sich für einen Ministerpräsidenten nicht. Ich werde meine Zeitungen abgeben, meinen Einfluss im staatlichen Fernsehen eliminieren. Und da wir ja alle vor dem Gesetz gleich sein sollten, werde ich selbiges so ändern, dass auch ich wieder wie ein Normalsterblicher für gesetzeswidrige Handlungen strafbar bin.
Wir wissen natürlich alle, dass dieses Gespräch so nicht stattfinden würde. Es ist hier auch kein Kompromiss möglich, wie sollte ein solcher aussehen? Dass Berlusconi "ein paar seiner Zeitugen abgibt"? Dass er seinen Einfluss im staatlichen Fernsehen "ein bisschen zurücknimmt"? Dass er "ein paar Gesetze verändert", so dass er wieder "ein bisschen vor der Justiz strafbar ist" wie jeder andere auch? Wenn ich mich mit dieser Person an einen Tisch setze und versuche,
Zitat:
Original geschrieben von jayjay
auch die argumente der anderen anzuhören und dadurch vielleicht die eigenen verbessern, umzudenken (zumindest mal über negative effekte nachzudenken) oder sich bestätigen lassen.
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dann läuft das für mich unter dem Begriff "Scheindemokratie" oder "Pseudodemokratie".
Zitat:
Original geschrieben von jayjay
diskussionen (egal mit wem) haben noch NIE geschadet.
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Richtig, wenn ich mit Berlusconi diskutieren würde, schadet das nicht. Aber es steht von vornherein fest, dass es nichts bringen würde. Und deswegen ist es heuchlerisch und "pseudodemokratisch", sich trotzdem "an einen Tisch zu setzen und vernünftig zu spielen".
Dimitris