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Guru, e-Zitate & Off Topic Der WCM-Guru auch online, mysteriöse technische Angaben und sonstige 'Verlautbarungen'

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Alt 14.05.2001, 19:49   #1
fran
Senior Member
 
Registriert seit: 06.02.2000
Beiträge: 174


Standard Jenseits von Win und Lin

Hallo.

Nachdem ich heute Linux Mandrake 8.0 zum Testen auf meinem alten 200 MHz/32 Mb RAM Rechner installierte hatte, wurden plötzlich Gedanken in mir wach, die mich traurig stimmten.

KDE 2.x - der hochgelobte Fenstermanager unter Linux lässt sich mit der gegebenen Hardware kaum benutzen; das Ding ist dermaßen langsam, dass ein vernünftiges Arbeiten unmöglich ist. Dazu möchte ich anmerken: Ein parallel dazu laufendes Win98 hat damit keine Probleme. Erkauft man sich damit die Einfachheit der Bedienung?

Nun, ich weiß schon, KDE ist nicht Linux und Mandrake nur eine Distribution von vielen. Aber ich frage mich, wie ist eine solche Resourcenverschwendung zu rechtfertigen? Wieviel Geist des eigentlichen Linux lebt in den aktuellen Linux-Distributionen noch? Diese Entwicklung gibt mir zu denken. Tritt man da nicht unmittelbar in die Fußstapfen eines allseits bekannten, oft verhassten Softwarentwicklers aus Redmond?

Ich erinnere mich an die Zeiten von DOS, C64 etc. Damals war man bemüht, mit einem Maß an gegebenen Resourcen möglichst schonend umzugehen.
Heute dagegen braucht man GHz-Rechner, um einen Brief zu schreiben und muss dabei aufpassen, dass das System sich nicht auf halbem Weg verabschiedet.
Und lustige Hyper-Overclocker schrauben munter weiter - nur um anschließend ein noch fetteres OS über die gewonnene und damit zerronnene Performance herfallen zu lassen. Was nutzt es, wenn zwar die Hardwareleistung absolut gesehen ständig besser wird, die relative, also wirklich für den Inhalt von Programmen verfügbare Leistung im Verhältnis dazu eher rückläufig ist. Aber wen kümmert das schon - der nächste 3 GHz-Rechner kommt ja bestimmt, und den andern hat man schon ... Und wer würde heute einen so mit Performance überstrapazierten Rechner kaufen, wenn es nicht soviel von der "schönen, neuen Software" dafür gäbe, die danach schreit! Ob man all das "braucht" - das ist eine andere Frage - aber man MUSS es haben, weil doch auch die ANDERN ...

Wohin geht diese Entwicklung?
Bei den Games ist es bis zu einem gewissen Grad noch einsichtig, da ohne eine "ordentliche Grundausstattung" an Hardware garnichts mehr geht. Obwohl auch gerade in diesem Sektor nicht unbedingt von Fortschritt die Rede sein kann. Denn wenn, wie in vielen modernen Games, die grafische Verpackung wichtiger ist als der Inhalt, der Spielwitz darunter, dann scheint mir damit das Ziel verfehlt. Wenn mir die Grafik über alles geht, dann sehe ich mir lieber einen Zeichentrickfilm im Fernsehen an...

Heutzutage ist ja für den Durchschnitts-User (und damit meine ich nicht nur den PC-Anwender, sondern den Konsumenten allgemein) nicht wichtig, dass ein Produkt qualitativ hochwertig und von Fachleuten gefertigt ist, sondern es zählt lediglich der Preis - und es muss vorallem mega-mega-cooool sein.

Um nun wieder zu meinem Anfangsgedanken um Linux zurück zu kommen, scheint mir: Auch die Linux-Entwickler haben diesen Trend längst erkannt. Wenn die Studentenbuden verlassen und die Wohnzimmer erobern möchte, muss man die Zeichen der Zeit zu lesen wissen.

Mir ist die Philosophie rund um Open Source weitgehend bekannt - und ich stehe dazu, kann dieses Gedankengut nur unterschreiben. Aber der Pinguin hat längst Fett angesetzt - und wird es weiter tun (so man die betretenen Fußstapfen weiter verfolgt) - aber er ist cool geworden, so wie man ihn gerne mag.

Das alles hat im Grunde nur wenig mit Betriebssystemen und PCs zu tun; es handelt sich vielmehr um allgemeine Symptome innerhalb einer Konsumgesellschaft, die sich vor lauter Übersättigung nicht mehr aus dem Schlaf zu winden versteht - und geführt, analysiert und manipuliert werden will. In einigen Jahren werden wohl die meisten Leute schon, wie sagt man so schön: "Power-User" sein in einer Welt, die keiner Worte mehr bedarf, denn lesen - das ist etwas für Denker - und das überlässt man wohlwollend den ANDEREN!

grüße fran
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