Desinformation bei den Öffentlich-Rechtlichen
Mit dem "Informationsauftrag des Bundes" wird die allseits beliebte GEZ-Gebühr gerne gerechtfertigt. Dass in ARD-Expertenchats Aussagen von "Experten" fallen, die DRM-freie Musikshops schlicht pauschal als illegal deklarieren, läßt in diesem Kontexten jedoch eher an einen Desinformationsauftrag denken.
Die "Expertin" Christine Tantschinez von der Fachzeitschrift Audio, die am vergangenen Montag im ARD-Morgenmagazin DRM-Propaganda verbreiten durfte, setzt auch
Netzpolitik bereits in Anführungszeichen. In der Tat sollte man den Expertenstatus einer Musikredakteurin bezweifeln, wenn sie DRM-freie Downloadshops im Netz pauschal als illegal abqualifiziert:
Zitat:
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Ch. Tantschinez: Legale Anbieter haben Verträge mit Plattenfirmen und nutzen DRM, um die Rechte der Plattenfirmen zu wahren. Das ist das einfachste Erkennungsmerkmal.
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So die "Expertin" im anschließenden "Experten"-Chat der Sendung. Dass ohne DRM der Online-Musikmarkt nicht zu machen sei, ist angesichts der Erfolge zahlreicher Bands und Labels, die ihre Musik ohne Kopierschutz anbieten, zwar schlicht und ergreifend falsch, aber auch dies wird pauschal propagiert und nebenbei Windows als unabdingbare Plattform für den Online-Musikgenuss beworben:
Zitat:
Ch. Tantschinez: DRM ist die Grundlage aller Downloadshops. Ohne DRM würden die Plattenfirmen nicht mitmachen. Deswegen setzte ich auch einen "Windows PC" voraus, um diese DRM-Daten abzuspielen.
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Dem ARD muss man zugutehalten, dass auf der Infoseite zur Sendung auch auf kostenlose und DRM-freie Angebote im Netz aufmerksam gemacht wird. Jedoch wird auch hier mit eMusic einer der größten Anbieter DRM-freier Musik nicht genannt, immerhin findet Tonspion Erwähnung.
Geradezu subversiv wird der Sender mit der Empfehlung, per Internetradio gesendete Tracks kostenlos und legal mitzuschneiden.
Zitat:
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Im Netz gibt es eine riesige Auswahl von Internetradios, die für jeden Geschmack rund um die Uhr eine unglaubliche Vielfalt und Auswahl an Musik senden. Diese Musik kann kostenlos mitgeschnitten werden.
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Und selbst Apples iTunes wird auf, nun, ungewohnte Weise als CD-Ripper empfohlen:
Zitat:
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Apples Software i-tunes unterscheidet in der Regel nicht zwischen Musik-CDs mit und ohne Kopierschutz. Das Programm importiert und kopiert fast jede CD mit Copy-Control. Da i-Tunes legale Software ist, dürfen Sie sie ohne Einschränkungen verwenden.
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...dann ist ja alles gut.