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So fliegt man richtig! Fragen, Antworten, Diskussionen zum Fliegen von Jets im FS

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Alt 10.04.2000, 16:47   #1
Benedikt
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Hallo Piloten!!!

Was ich fragen wollte ist, wenn welcher Anflug eigentlich angewandt wird. Wenn es ein ILS gibt, würde ich natürlich ILS bevorzugen. Aber wann muss man einen VOR/NDB Approach machen? Hat das was mit dem Wetter zu tun oder entscheidet das nur die ATC? Würde mich mal interessieren.

Gruß Benedikt
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Alt 10.04.2000, 18:38   #2
Leo
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Beiträge: 1.328


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hi benedikt!

In der Regel wird, falls vorhanden, ein ILS app geflogen. Falls dieses jedoch ausfällt oder aus anderen gründen nicht verfügbar ist werden die sogenannten NonPrecisionApproaches geflogen.
Der Unterschied liegt im wesentlichen darin dass andere Funkfeuer zur Verwendung kommen, welche eine andere Genauigkeit aufweisen und deshalb auch ein höheres Minimum besitzen.
Der ILS approach bietet die größte genauigkeit und kann bis zu einem Minimum von 0ft herangezogen werden. Abhängig von der Qualität des Signals, des Equipments im Flieger und der Qualifikation der Crew.
Bei diesen Approaches spricht man dann von LowMinimaApproaches bzw. als CATI,II,IIIa,b
Die Kategorisierung erfolgt nach Zulassung des Bodenseitigen Systems und Eichung.
Wenn du mehr wissen willst melde dich.

Grüße
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Alt 10.04.2000, 19:22   #3
Hans Tobolla
Veteran
 
Registriert seit: 05.12.1999
Beiträge: 406


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Hi Benedikt,

ein NDB-Approach ist eine hervorragende Übung, wirklich sehr zu empfehlen, und zwar nur NDB, auch ohne VOR, dazu erst mal einen leichten Seitenwind, vielleicht so 10Kts und die geschlossene Wolkendecke so einstellen, daß man so bei ca. 500 ft rauskommt und die Landebahn sehen kann. Das Minimum steht auch bei den NDB-Anflügen dabei.

Viel Erfolg dabei!

Hans
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Alt 11.04.2000, 09:46   #4
Rolf
Inventar
 
Registriert seit: 08.12.1999
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Beiträge: 2.035


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Hallo Leo!
Kannst Du die Minima noch einmal kurz genauer erklären und vielleicht an einem Bespiel vergleichen ( Minimim ILS, VOR , NDB)
Gruß
Rolf
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Alt 12.04.2000, 10:07   #5
Leo
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Registriert seit: 24.02.2000
Beiträge: 1.328


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Hi Leute!

Die einzelnen Approach Arten haben aufgrund Ihrer versch. Genuigkeiten andere Minima.

Das Minimum bezeichnet die Höhe, in der ein GoAround eingeleitet werden muß wenn nicht genug von der Piste zu sehen ist. Nicht nur die Höhe bezeichnet ein Minimum sondern auch die Sichtweite "Visibility" oder die gemessene Pistensichtweite "RVR- Runway visual range"

Beginnen wir mit den NDB APP:
Beispiel München NDB runwy 08L. Dieser Approach bietet eine MDA-Minimum Descent Altitude con 1910" für CatAB und 1980" für CatCD. Die Minimum Descent Altitude ist eine Höhe die nach aktuellen QNH angeflogen wird. So, weiters muss für flieger der CatC eine Mindestsichtweite von 1200m herrschen.
Wenn die Sichwiete vor dem OuterMarker oder FinalAppFix nicht diesem Mindestwert entspricht, darf der Anflug nicht fortgesetzt werden. Beim NDB der auch zu den Nonprecision Approaches gehört gibt es meist ein Fix nachdem ich auf mein Minimum absinken darf. Beim erreichen dieses Minimums kann ich die Höhe halten und so bis zum MAP Missed Approach Point weiterfliegen.
Dieser wird meist durch ein anderes Funkfeuer oder durch eine DME distanz oder auch durch Zeitnehmung erfasst. Sprich: Ab und zu steht halt dabei: Time from OM to MAP 1:32". Das heisst, erst beim Erreichen des MAP oder nach Ablauf der Zeit muss ein GoAround eingeleitet werden.
NDB Approaches haben in der Regel ein sehr hohes Minimum da die Genaugkeit des Verfahrens relativ gering ist.
Ähnliches gilt für VOR Approaches oder auch localizer App. Der Localizer App bietet die größte Genauigkeit aller NonPrecApp da er den Leitkurssender eines ILS verwendet aber ohne vertikalen Glide arbeitet.
Das Prinzip zu fliegen ist wiederum dasselbe.
Kommen wir nun zum ILS Approach. Man spricht hier von einem sogenannten Preciion Approach.
Er ist der einzige, der auch den vertikalen Pfad angibt.Die bereits erwähnte MDA liegt meist bei 200ft über Grund. Also, wieder ein Altitude nach QNH die 200ft über dem Niveau der Pistenschwelle liegt. Die Minimum Sicht beläuft sich hier auf meist 550m.
Es gibt Zeiten da ist das Wetter schlechter. Hier kommen die LowMinimaApproaches zur verwendung. Jetzt wirds interssant:
Es gibt verschieden ILS Kategorien CATI,II,III,a,b . Diese bezeichnen eigentlich nur die momentane Betriebstufe des Senders und des gesamten Flughafens.
Sprich fällt die Sicht unter 550m wird meist über ATIS die Meldung Low Visibility Procedures in Force gebracht. Ausser vielleicht in Zürich. Da haben sie anscheinend immer so ein schlechtes Wetter dasss siedas garnicht erwähnenswert empfinden. Spaß bei Seite.
Also in solchen Situationen werde ich bei einem CATI Approach der ein Minimum von 550m verlangt nix sehen und durchstarten müssen.
Da denk ich mir doch, lasst uns einen CATII Approach machen. Das Minimum ist meist auf den Jepessen Charts rückseitig des ILS Approaches angebracht. Oben rechts steht meist CATII,III ILS08L oder so.
Der CatII auf die 08L in München besitzt ein Minimum von 103"RA. RA bedeutet, dass es sich hier nicht mehr um eine QNH altitude geht sondern um den RadioAltimeter. Er zeigt ja bekanntlich die Höhe zwischen dem Flieger und dem Boden an. Dh wenn ich hier eine RA(RadioAltimeter Altitude) von 103" erreicht habe muss ich weg, falls ich nicht genug sehe.
Die Minimum Pistensichtweite beträgt hier 300m. Der CATIII geht noch weiter runter. Er bietet ein Minimum von 50ft und RVR von 200m.
Bei vielen Typen wird aufgrund technischer Bedingungen ein CATIII nutr noch mit Autoland geflogen. Es gibt hier Ausnahmen: Der Canadair RegionalJet fliegt CATIII manuell.
Beim CATIII braucht man unbedingt 2 im Cockpit. Der Captain hat zwar seine Hände an den Controls aber schaut nur raus, um sich einerseits an die Lichtverhältnisse draussen zu gewöhnen und dem Auge die Möglichkeit zu geben sich zu adaptieren, andererseits will er ja so bald wie möglich einen Teil der Befeuerung sehen um landen zu können. Die Überwachung der Instrumente und des AutpilotenStaus übernimmt der Copilot welcher somit auch eine sehr gr. Verantwortung hat. Ihm fällt in dieser Situation schneller auf ob etwas nicht stimmt und ruft "Go Around!". Hier is nicht mehr viel Zeit zum Überlegen, 50ft über der Schwell, da dauerts noch etwa 5 Sekunden und ich bin am Boden. So oder so.
Die Verfahren und auch die Minimas können von Type zu Type untersch. sein. Deshalb bitte kein: Ich hab gedacht das Minimum liegt bei 25ft etc. der Airbus kann das.
Ich wollte hier nur einen Anhalt geben um zu berichten was ein Minium eigentlich ist.

Grüße
Leo ist offline   Mit Zitat antworten
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