Thema: VFR Flug
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Alt 16.07.2003, 22:42   #3
Simfan
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Wenn dich VFR interessiert, kann ich dir nur raten, einschlägige Fachliteratur zu Rate zu ziehen. In den Schulbüchern wird terrestrische Navigation usw. sehr ausführlcih beschrieben.
Hier aber ein paar allgemeine Dinge, wie ein VFR-Flug ablaufen könnte, bezogen auf Motorflug (nicht Segelflug):
Erforderliches Material:
ICAO-Karte (ca. 10€ pro Blatt, Österreich ist z.B. nur ein Blatt, D ist glaube ich auf 6 aufgeteilt)
Navigationsdreieck
Zirkel
Bleistift
1. Festlegen der Flugstrecke - man zieht eine gerade Linie vom Startort bis zum Zielort. Sind auf der Strecke CTRs, Flugbeschränkungszonen usw. ist die Route entsprechend anzupassen n
und die einzelnen Waypoints festzulegen
2. Die ICAO-Karte ist eine winkeltreue Lambert-Schnittkegelprojektion, d.h. die Kurse (rwK) lassen sich direkt ablesen. Großkreise spielen auf kurzen Strecken keine Rolle, d.h. wir können den Kurs mit dem Kursdreieck oder auch einem normalen Geodreieck ablesen.
3. Wir legen eine Flughöhe fest, die in einer Breite von 10km rechts und links unserer Flugstrecke liegt, mindestens 150m über dem höchsten Hindernis liegt. Außerdem müssen wir die VFR-Flugflächen beachten, die jeweils 500ft über den IFR-Flugflächen liegen. z.B. Kurs 090 FL055
4. Wetter: Wir sehen uns GAFOR und die TAFs an. Mit PCmet bekommt man umfassende Informationen über das Wetter auf der geplanten Route.
5. Nun müssen wir ein Winddreieck zeichnen und den WCA = Luvwinkel ausrechnen/ablesen. Als Formel empfiehlt sich: WCA=CWC*TAS/60
Auch die GS können wir im Winddreieck ablesen und so unsere Flugzeit abschätzen.
6. Jetzt kennen wir also unseren Luvwinkel. Da es aber die Ortsmißweisung und die Deviation gibt, müssen wir diese noch miteinrechnen, um auf den Kompaßkurs (KK) zu kommen, den wir im Flugzeug ablesen können.
KK = rwK (inkl. Luvwinkel) - Dev - Om, wobei östliche Abweichungen mit dem Vorzeichen "+" und westliche mit "-" berechnet.
z.B.: rwK=060° OM=2°E (+) Dev=3°W (-) KK=060-2+3=61°
7. Nun gilt es mit Hilfe der ICAO-Karte Auffanglinien (Flüsse, Eisenbahn, Autobahn usw.), Landmarks (Funktürme, ..) und Städte auf der Strecke zu bestimmen, sodass man im Falle eines kurzzeitigen Orientierungsverlusts nicht vollkommen hilflos ist. Hier wirds im FS kompliziert, da oft nicht sehr viele Landmarks vorhanden sind.

Bei Orientierungsverlust helfen VORs, GPS oder auch QDMs.

Das war jetzt natürlich ein Crash-Kurs, man sollte sich mit den Grundlagen wie Winddreieck usw. mal in Ruhe vertraut machen. Ein Lehrbuch für Navigation kann hier sehr gut helfen.

Falls du Fragen hast, bitte stellen, ich hoffe ich kann sie beantworten.
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mfg Thomas

PPL und GPL-Pilot beim
Fliegerclub Weiße Möwe Wels
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