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Alt 08.06.2003, 09:12   #36
Guru
 
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Ort: Wien
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Zitat:
Original geschrieben von Mupped


Ich finde Guru hat recht damit, daß er den Grundsatz "... - Belastungen rauf statt ausgabenseitig zu sparen." als falsch bezeichnet. Eigentlich sollte sich der Staat nur dazu verpflichtet sehen die Bevölkerung zu schützen und den Bürgern Freiheit zu sichern. Mich würde mal interessieren wieviel man einsparen könnte wenn man alles, was nicht darein fällt gnadenlos streichen würde. Kunst, Kultur wären da ein Thema sowie Bildung und sogar öffentlicher Verkehr (nicht Strassenbau sondern Buss und Bahn). Allerdings ist, daß alles viel leichter gesagt als getan weil alles schon so eingefahren ist und die Menschen jahrzehntelang darauf aufgebaut und sich darauf verlassen haben.
Du bist ein Neoliberalist - keine Beleidigung, sondern einfache Feststellung aus Deinen Aussagen heraus. Was Du forderst, ist in der Literatur als "Nachtwächterstaat" bekannt - in der Extremform des Liberalismus hat der Staat nur mehr die Aufgabe, die Menschen und die Freiheit zu schützen. Wobei Du ein kleiner Schlingel bist: die Straßen soll sehr wohl noch der Staat soll wohl noch der Staat bauen. Guru ist da der Meinung, wenn Du Liberalismus willst, dann bau Dir Deine Straßen selbst - Du kannst ja Maut dafür verlangen...

Dass diese Staatsform es nirgendwo geschafft hat, zu überleben, sollte Dir zu denken geben. Menschen haben nun einmal Verpflichtungen gegenüber ihren Mitmenschen - für manche mehr, für manche weniger.


Zitat:
Was auch ein interessanter Punkt wäre, ist die Gesundheitsvorsorge. Dort würde ich ein ähnliches System wie bei Autoversicherungen interessant finden. Kein Bonus/Malus System das sich nach Krankheiten oder Unfällen richtet sondern nach den jeweiligen Risiken die der betreffende Versicherungsnehmer freiwillig(!) und absichtlich(!) in Kauf nimmt wie z.B. Rauchen, Alkohol, Motorradfahren (unpopulär nicht? - Guru möge verzeihen ist er doch Motorradfahrer), eine Vorliebe für ungesunde Nahrung (ups da falle jetzt ich rein) etc.
Es klingt vielleicht hart wenn man jetzt vom einteilen der Menschen in verschiedene Risikoklassen spricht, aber das würde in etwa den Punkt treffen. Es ist eigentlich nur gerecht und jeder würde zum nachdenken gezwungen werden. Namentlich weil es den Menschen dort trifft wo es meist am schmerzvollsten ist: am Geld.
Und was machen wir mit jemandem, der unverschuldet krank ist, einen Unfall hat? Mit dem Motorradfahrer, der weniger risikoreich fährt als andere? Was machen wir mit dummen Autofahrern? Zahlen die keinen Risikozuschlag? Es gibt nun mal die Verpflichtungen für andere Menschen, denen wir unterliegen...



Zitat:
[/b]Auch ließe sich vielleicht durch stärkeren Druck auf uns Arbeiter und Angestellte etwas mehr an Innovation herausholen. Dazu hab ich im Thread Arbeit, Lohn und Leistung - Wie lässt sich die Produktivität steigern? aber schon was geschrieben.

Also ich bin eindeutig für notwendige Reformen denn sozialer Friede führt zu Bewegungslosigkeit. Nur Wasser daß sich bewegt bleibt frisch und gesund, und nur ein Vogel der mit den Flügeln schlägt kann sich oben halten. [/b]
Innovation läßt sich nicht durch Druck, sondern nur durch Motivation erzielen. Diese Motivation kann durch Lob oder höheres Ansehen (siehe Keizen-Prinzip in Japan) erzielt werden, aber auch Geld ist ein netter Motivationsfaktor, der nützt.
Gerade sozialer Friede ist Garant dafür, dass ich mich Dingen wie Innovation, Nachdenken, Planen usw. hingeben kann.
Wenn jemand überhaupt nicht weiß, wie er den nächsten Tag oder die nächste Woche zum Leben finanziert, ist ihm die Innovation aber sowas von wurscht, wurschtiger gehts gar nimmer...

Guru denkt, dass Dein Modell zwar idealistisch ist, aber einfach nicht funktionieren kann, weil es auch von allen anderen verlangt, idealistisch (und damit auch ein bisschen "ideal") zu sein.

LG

Guru
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