Hallo Daidalos,
Wenn's um die Kreiselkompass-Drift geht und nicht um das linksdrehende Kreiselmoment des Flugzeuges selbst (ist etwas missverstaendlich im FS2000):
Ein Kreiselkompass wandert langsam, aber sicher von der urspruenglichen Anzeige weg, zeigt also einen wachsenden Fehler, besonders "einfache" Geraete in kleinen Flugzeugen (die sind aber immer noch ein paar Tausend Emm teuer

). Also muss man alle paar Minuten (15 oder so) die Kreiselkompasseinstellung mit Hilfe der Anzeige des magnetischen Kompasses wieder korrigieren.
Warum dann ueberhaupt ein Kreiselkompass? Weil der magnetische Kompass ein kleines asymmetrisches Ausgleichsgewicht zur Kompensation der Inklination des Magnetfeldes hat, und dieses reagiert bei Kurvenflug und allen anderen Beschleunigungen des Flugzeugs natuerlich ganz hektisch, wodurch die Magnetkompassanzeige dann gewaltig falsch wird.
Die Magnetkompassanzeige ist tatsaechlich nur gueltig fuer ruhigen Levelflight, und nur dann darf man seine Einstellung auf den Kreiselkompass uebertragen.
Der Kreiselkompass ist gegen solche Beschleunigungskraefte (fast) unempfindlich, deshalb ist er zum Fliegen viel besser als der magnetische - muss nur ab und an korrigiert werden.
Warum der Kreiselkompass auswandert? Weil die schnell drehende Kreiselmasse nicht reibungsfrei gelagert werden kann (unter anderem). Dadurch gibt es schwache Kraefte (Praezession, Nutation), die die Anzeige langsam immer mehr verfaelschen. Naja, genug von den Details
Also, alle 15 Minuten oder oefter Level fliegen und Gyro nach Magnetkompass korrigieren.
Puh - das war wieder lang

... aber der FS2000 ist da tatsaechlich recht realistisch. Da meist AP-Heading am Gyro haengt, fliegt er bei festem Heading wirklichkeitsgetreu eine langsame Kurve.
Viele Gruesse
Peterle
[Diese Nachricht wurde von Peterle am 11-09-2000 editiert.]