Hallo FSHeinzII,
Du hast die Karte schon richtig interpretiert aber wohl nicht an das relativ hohe Minimum von 1050 ft gedacht. Im Ordner "VORDME Approaches" (weiter unten) kannst Du ein paar Ausführungen, natürlich auch von anderen Forumsteilnehmern, dazu lesen. Deswegen will ich hier in aller Kürze nur nochmal erklären, daß man um sicher landen zu können, beim Erreichen der MDA (minimum descent altitude) die Landebahnschwelle eindeutig vor sich sehen muß UND mit dem Flugzeug in einer Position relativ zur Landebahn sein muß, aus der heraus man den Anflug mit einer sicheren Landung beenden kann.
Bei Deinem Beispiel heißt das dann, daß man nicht bis zum NDB KEK fliegt und dann um die Ecke muß, sondern daß man auf dem Radial 320 von KRK nur solange weiterfliegt, bis man die Landebahn in Sicht hat und dann beginnt, den Rest des Anfluges nach Sicht zu beenden. In diesem Fall positioniert man sich entsprechend vor Erreichen des NDB auf die gedanklich verlängerte Landebahnmittellinie.
Zur Bahn 35 in Kerkira gibt es auch einen Anflug, der auf der VOR Garitsa, die am Platz steht, basiert. Man fliegt auf dem 147er Radial outbound bis 9DME GAR, dreht nach rechts bis man auf das 166er Radial, diesmal inbound (also Kurs 346), gelangt und darf auf diesem Radial bis auf 2000 ft sinken. Man gelangt so zwar besser auf die Endanflugrichtung als auf dem Radial 320 von Kerkira VOR, muß aber wegen des Geländes ein Minimum von 2000 ft einhalten!
Nichtpräzisionsanflüge, d.h. alle Anflüge ohne ILS sind sehr oft nur bei relativ gutem Wetter zu fliegen. Zum Glück ist das auf den griechischen Inseln ja meistens gegeben.
Happy Landings!
HP
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