Hi Leo,
bei mir ist es schon lange her, da ich in der Flugzeugelektronik tätig war, vieles habe ich vergessen und manches hat sich geändert.
Natürlich ist es für einen Piloten nicht erforderlich, Ing. zu sein, aber, egal ob Maschinenbau oder Elektrotechnik, es erleichtert doch erheblich das Lernen auf dem Gebiet der Fliegerei. Wenn man sich z.B. mehrere Semester mit der Thermodynamik herumschlagen mußte, kann man die Vorgänge in der Athmosphäre, am Tragflügel und auch im Triebwerk viel besser verstehen.
Ich habe mich früher oft sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, wie man auch als Privatpilot sicher fliegen kann (das ist nämlich gar nicht so einfach). Da ist das Thema Checklisten. Als Anfänger immer mit der Checkliste, später dann nicht mehr so, denn man ist ja "erfahren", und wieder etwas später fällt einem plötzlich auf, daß man hier und da einfach wichtige Dinge vergißt oder verschlampt. Gefährlich! Also, wieder her mit den Checklisten.
In den Checklisten und auch anderen Verfahren,die der Sicherheit dienen, steckt auch ein reicher Erfahrungsschatz, denn so manches ist erst aufgrund übler Flugunfälle dort hineingekommen. Es wäre als verantwortungsbewußter Pilot schon ziemlich töricht, sich nicht auf diese Erfahrungen abzustützen.
Natürlich wird jeder Berufspilot die Checklisten abarbeiten, weil es vorgeschrieben ist und auch kontrolliert wird (das ist die schwache Begründung), oder er macht es, weil er die Zusammehänge Punkt für Punkt durchschaut und deshalb voll dahinter steht (das wäre dann die starke Begründung es zu tun).
OK, genug für heute mit dem Fabulieren!
Hans
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