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Alt 18.05.2003, 17:17   #103
jayjay
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Standard geschichtsinterpretation

ich finde es traurig, wenn jemand als "ewiggestriger" bezeichnet wird, der sich gedanken über die art der geschichtsschreibung macht.

geschichte lernt man nicht auswendig, auch geschichte muss man kapieren.

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ein interessantes beispiel zur geschichtsinterpretation und dem wandel der geschichte:

karl der grosse

(1) die eine seite:
freiheitskämpfer (zahlreiche siege über die sarazenen)
oder
missionar (christianisierte mitteleuropa)
grosser staatsmann (frieden im reich, gesetzgebung usw.)
grosser wirtschaftsmann (führt geldwesen wieder ein, stabile wirtschaftslage usw.)
kulturträger (klöster, pfalzen usw.)
usw.

(2) die andere seite:
- massenmörder (lässt zb. 5000 sachsen an einem tag köpfen)
- religionsfanatiker (wer nicht christ wird wird ermordet)
- kriegslüstern (ist aussenpolitisch ständig im krieg)
- moralisch (hat als christ mehrere frauen und dutzende kinder)
- räuber (ungerechte steuern usw.)
usw.

ich habe in der schule noch von "karl dem grossen" gelernt (1), kenne mittlerweile aber auch seine andere seite (2) - gegenübergestellt habe ich diese fakten allerdings noch in keinem geschichtebuch gefunden. je nach politischem bekenntnis des autors ist karl der grosse ein held oder ein massenmörder - der autor entscheidet also über das jeweilige geschichtsbild. geschichte ist noch leichter fälschbar als eine simple statistik ...
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"Geschichte sind die Lügen auf die man sich geeinigt hat." Napoleon Bonaparte.

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