Noch mals Hallo
Hier die Schilderung von Crossair Captain Frischknecht* (Name von Cash geändert) wie sich dieser Unglücksflug abgespielt haben könnte:
Klar ist heute, dass die Triebwerke einwandfrei funktionierten. Überhaupt scheint kein technischer Mangel von Bedeutung für den Absturz verantwortlich zu sein. Als Ursache kommt folglich nur ein Pilotenfehler in Betracht.
Für Captain Frischknecht hat sich beim Absturz Folgendes zugetragen:
Nach dem Start auf Piste 28 funkt der Kontrollturm na 2,3 NM: Turn left, direct Zurich East. Damit erlaubt der Tower den Piloten, eine Abkürzung zu fliegen. Jetzt ist Action angesagt, denn der Copilot ist auch ohne diese Richtungsänderung schon genug damit beschäftigt, das Fahrwerk einzufahren, Flaps rein, Aircon abzustimmen u.s.w.
Die vom Tower offerierte Abkürzung erfordert vom Kopiloten , in dieser hektischen Phase, das FMS auf den neuen Kurs einzustellen, ein aufwändiger Vorgang. Häufig kommt es auch vor, dass in kurzen Abständen neue Programmierungen nötig sind, weil Beispielsweise Gegenverkehr aufkommt.
In dieser Situation ist es gut möglich, dass Kopilot Kolesar im Stress nicht rasch genug handelte, weil er eben die Übersicht verloren hatte. Dem als eigenwillig bekannten Kapitän Grunzin handelte Kolesar nicht schnell genug, sodass er selber eingriff. Das Reglement schreibt allerdings vor,dass der PF das FMS nur bei eingeschaltetem AP bedienen darf.
Frischknecht vermutet, dass Grunzin genau dies nicht getan hat. Das FMS ist in der Mittelkonsole angebracht und relativ ungünstig platziert. Links im Cockpit sitzend, muss sich der Kapitän 90° nach rechts abdrehen, damit er das Gerät überhaupt bedienen kann. Dabei wird er die linke Hand am Steuer belassen haben, um mit der Rechten die Knöpfe des FMS zu drücken.
Dabei verliert er den Künstlichen Horizont aus den Augen, gleichzeitig dreht er aber das Steuer, ohne es zu merken, nach rechts, weil er sich ja nach rechts gewandt hat. Stosst er nun das Steuerhorn noch nach vorne, setzt das Flugzeug rasch zu einer Rolle an, und fliegt fast auf dem Rücken.
Genau jetzt taucht das entscheidende Problem auf. Das GPWS meldet keine Bodennähe mehr, weil die Antenne am Boden des Flugzeugs angebracht ist. Diese zeigt nun himmelwärts, sodass der rasche Sinkflug keine Warnungen mehr auslöst. Experten haben ausgerechnet, dass die Piloten gerade mal 6,3 Sek. Zeit hatten, um zu reagieren. Sie bemerkten ihre fatale Lage eine Sekunde vor dem Aufprall.
Ausüge aus einem Artikel in der Wirtschaftszeitung CASH.
Gruss: Hugo
|