Hallo Piloten
Am 10.1.00 18 Uhr ist bei Zürich eine Crossair Saab 340 abgestürzt. Es hatte damals wenig Wind, normale Flugbedingungen, aber bereits Nacht. Neuste Untersuchungen haben ergeben : keine technischen Mängel - also Pilotenfehler. Die damals für den Abflug vorgegebenen Daten lauteten : ZUE 5Y nach Jeppesen-Charts, also wie üblich klare Start-Verfahrensvorgaben.
Nun kommt ein für mich unverständlicher Vorgang. Der Tower soll nach bereits 2,3 NM die Anweisung erteilt haben : die Luft ist rein also - turn left direct to zurich east !!! . Die Piloten waren zu diesem Zeitpunkt aber noch voll mit dem Steigflug beschäftigt. Ihr alle kennt die Checklists und Anforderungen alleine schon an uns PC-Piloten. ( Fahrwerk einfahren, Flaps, Schubkraft, Höhe, Navigation u.s.w. )
Da soll also unverzüglich Kapazität frei gemacht werden, um den Anweisungen des Towers sofort folge zu leisten, die neue Routenänderung ( ZUE 7 Z ) durchzuführen??
Expertenberichte sagen, dass die Piloten gerade mal 6.3 Sekunden Zeit hatten, um auf die neuen Vorgaben zu reagieren, wohlverstanden, nicht während der Kaffeepause!
In einem Assessment ( Ueberprüfung der Charaktereigenschaften ) soll der Copilot teils unter Stressbedingungen ungenügende Ergebnisse geliefert haben, wurde aber trotzdem von der Fluggesellschaft angestellt.
Mag sein, dass nicht jeder jeden Tag gleich gut drauf ist, kommt bei Piloten genauso vor wie bei Aerzten oder Strassenwischern. Nur kennen die Bedingungen in der Luftfahrt eben keine Toleranzen.
Hier meine Frage : müssten nicht auch die Leute im Tower die schlussendliche Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen ? Die hätten doch wissen müssen, dass es nicht ganz unproblematisch ist, in dieser Phase des Abfluges kurzfristige Aenderungen zu verlangen ? Hätte nicht hier die Sicherheit erste Priorität ?
Gruss aus der Schweiz
Heinz Richner
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