Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 09.05.2003, 22:23   #78
Guru
 
Registriert seit: 01.01.1980
Ort: Wien
Beiträge: 65.570


Standard

Zitat:
Original geschrieben von FXP
@gaelic

Komm, bleib realistisch und versuche nicht, mich mit verantwortungsbewusst klingenden, jedoch nicht haltbaren Pseudoargumenten auszutricksen.
Es trickst Dich niemand aus, sondern er versucht nur, seine Argumente anzubringen - obwohl vermutlich ...

Zitat:
5 Minuten pro Fahrt, ~~~~~~~~~~snipp~~~~~~~~

7300 Schwerstunfälle, ~~~~~~~~~~~~snipp~~~~~~~
182500 Arbeitstage zu 8 Stunden aus.
Soviel zum wirtschaftlichen Schaden...
Sorry, aber diese Argumente sind ungefähr gleich wie 'die Softwareindustrie hat x Milliarden EUR Schaden durch die Raubkopierer'. 20min pro Fahrt kannst Du Dir derzeit leicht einsparen, wenn Du anstelle mit dem Auto mit der Bahn Wien - Salzburg fährst...
Die Unfälle finden doch größtenteils nur deswegen statt, weil sich die Leute nicht _angepaßt_ bewegen. Wenn eine Kolonne auf der Autobahn 100 fährt, dann gehen 150 halt einmal nicht, außer Du öffnest die dritte Dimension.


Zitat:
Zum ebenso verantwortungsvoll klingenden "Risiko Menschen zu verletzen oder zu töten":
{160 vs. 130}
In Physik wohl nicht gut aufgepaßt: die Bewegungsenergie steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit - und nach dem diese Bewegungsenergie vernichtet wird, ist ein Unfall mit 160 um zumindestens 30 % schwerer als mit 140. Läßt sich ja leicht mit dem Bremsweg beweisen: bei 1g Verzögerung benötigst Du bei 160 km/h ca. 101m, bei 140 km/h 77m. 101/77=1,31 oder 31% mehr. Die Differenz hätte Guru gerne als Pensionssteigerungsbeitrag...

Zitat:

Was das Rechtfertigen von Geschwindigkeitsübertretungen anlangt, so gibt es dafür KEINE Rechtfertigung.
Eine Geschwindigkeitsübertretung {...} oder ob man die Unsinnigkeit einzelner Verordnungen deutlich erkennt und durch sie die eigene Intelligenz beleidigt sieht.
Wollen wir es einfach so nennen, wie es wirklich heißt: Gesetzesübertretung. Und der Richter wird Dir nach einem Unfall dann vielleicht auch noch erklären, dass Du dadurch auch nicht mehr dem Vertrauensgrundsatz unterlegen bist. Und vielleicht auch nicht mehr verkehrstauglich bist. Was natürlich eine Frage des Grades der Geschwindigkeitsübertretung ist.
Aber etwa 30% Bremsweg weniger - das kann schon entscheidend sein, ob Du einen Unfall hast oder nicht.

Zitat:

Doch mir ging es überhaupt nicht darum, Geschwindigkeitsübertretungen zu rechtfertigen.
In vielen der hier von Schnellfahrgegnern geposteten Beiträgen hat man das Gefühl, das jeder Schnellfahrer als verantwortungsloser Raser, ja fast potentieller Mörder gesehen wird.
Dem will ich widersprechen.

Denn mit einem Wagen, der auf 300Km/h ausgelegt ist, bei 250Km/h abregelt, auf einer dafür geeigneten, leeren Strasse 220Km/h zu fahren, ist in den meisten Fällen ungefährlicher, als mit einem Kleinwagen mit 140 im normalen Autobahnverkehr unterwegs zu sein.
Ein Schnellfahrer muss damit nicht also unbedingt verantwortungslos handeln, auch wenn ihm, so man ihn erwischt, der Führerschein entzogen wird.
Da ist Guru mit Dir - schnellfahren an sich ist nur in geringem Ausmaß gefährlich. Dumm ist nur, wenn jemand glaubt, eine österreichische zweispurige Autobahn, auch wenn halbwegs leer, wäre für 220 km/h geeignet. Überhaupt dann, wenn dann ein Fahrer auf die Idee kommt, bei einem Abstand von etwa 100m vor Dir auf den linken Fahrstreifen zu wechseln (was er darf - denn er darf darauf vertrauen, dass sich alle anderen Verkehrsteilnehmer an die geltenden Vorschriften und Gesetze halten und das wäre mehr als der normale 2 Sekundenabstand). Würdest Du etwa 130 bis 140 km/h fahren - no problem. Fährst Du aber 220, benötigst Du bei 1g Verzögerung von 220 auf 130 124m Bremsweg. Ojeeeee!
Zitat:

Auch das knappe Auffahren muss nicht zwangsläufig gefährlich sein, wie ich im ersten Posting schon zu zeigen versucht habe.
Hier kommt aber klar das Selbstüberschätzungssyndrom zum Tragen. Selbst wenn _DU_ noch bremsen könntest - der zweite hinter Dir mit zu knappem Abstand sorgt dann schon wieder dafür, dass Dein Fahrzeug geometrisch verkleinert wird. Und glaub Guru - es fährst nicht nur Du, sondern auch Deine 3 hinten nachfahrenden Autokollegen fahren zu knapp auf.
Übrigens: wie hoch ist Deine Reaktionszeit? 0,01 Sekunde? Weil in der fährst Du auch noch ungebremst weiter...

Zitat:

Und selbst das rechts Überholen kann unter (seltenen) Umständen gefahrlos sein, auch wenn ich das persönlich kaum mache.
Denn solange Fahrer auf der Strasse sind, die ein vorgegebenes Tempo ohne Tempomat nicht halten können, muss ich davon ausgehen, dass ihre Aussenspiegel (der rechte sicher, der linke wahrscheinlich auch) fast neu (also kaum benutzt) sind, da ihre Fahrzeugbeherrschung beim Spurwechsel bereits so beansprucht werden dürfte, dass von einem gleichzeitigen Blick in den Spiegel nicht ausgegangen werden kann.
Also bleibe ich sicherheitshalber lieber knapp hinter ihnen und hoffe, dass mein Blinken über den Innenspiegel irgendwann einmal ihr Auge erreicht...
Rechts überholen wäre ungefährlich wenn so wie in den USA der Grundsatz "Keep the lane!" gelten würde. Da ist schuld, wer durch Spur wechseln einen Unfall verursacht. Aber auch bei uns in Baghdad darfst Du auf der Autobahn nebeneinanderfahren (und damit rechts schneller als links), wenn a) mindestens zwei Fahrstreifen mit Kennzeichnung vorhanden sind und b) Kolonnenverkehr ist.

Langer Rede kurzer Sinn - es bleibt jedem selbst überlassen, ob er sich an Gesetze halten will oder nicht. Nur wenn jemand Gurus Freiheit nur deswegen einschränkt, weil er glaubt, er könne tun was er will und bräuchte sich nicht um irgendjemanden anderen zu kümmern, dann wird Guru bösartig.
Guru fährt im Jahr auch so etwa 50 - 70.000 km, auch mit einem Vehiculum, dass über die notwendigen PS und sogar einen Tempomat verfügt - aber langfristig gesehen ist es eben gesünder, unsere 130 als Richtgröße im Auge zu behalten.

Guru
Guru ist offline   Mit Zitat antworten