Hallo Rene,
ich habe nie eine Regel gehabt, ab einer bestimmten Differenz zwischen den beiden Werten nicht mehr zu fliegen. Ich glaube auch, so eine Regel macht keinen Sinn, weil viele andere Dinge auch eine Rolle spielen.
Beispiele: Ist der Himmel bedeckt? Wenn nein, kühlt es schneller ab. Wie sieht es mit dem Wind aus? Wenn es bläst, ist die Sache nicht so gefährlich, usw.
Man entwickelt mit den Jahren einen "Riecher" für die Wettersituation. Im Zweifel sollte man die Zeit und/oder auch die Kosten nicht scheuen und eine mündliche Wetterberatung einholen. Aber selbst dann ist man nicht sicher vor bösen Überraschungen. Ein Restrisiko, wenn auch geringes, wenn man sich pingelig an die Vorschriften hält, bleibt immer.
Die Entscheidung, ob man nun fliegt oder nicht, hängt dann noch von weiteren Faktoren ab:
Eine kleine Auswahl:
Wie ist das Gelände? Eine Autobahn entlang fliegen ist einfach, aber im Winter bei schlechter Sicht über verschneite Agrarflächen? Man sieht fast nichts, alles grau in grau.
Welche Möglichkeiten habe ich noch, falls ich beim Zielflughafen nicht reinkomme?
Was habe ich für eine Maschine? Ist sie IFR zugelassen oder nur minimal instrumentiert?
Wie sieht es mit meinem eigenen Können aus? Bin ich ehrlich überhaupt in der Lage, im Notfall eine gut ausgerüstete Maschine aus miesem Wetter wieder herauszufliegen und sicher woanders zu landen. So mancher Sichtflieger ist an diesem Punkt gescheitert und verunglückt, obwohl er sich bei besserer Ausbildung leicht hätte retten können.
Und, und, und....
Rene, dir IFR-Flieger mit ihren schicken Displays können es manchmal gar nicht mehr vorstellen, wie schwierig es sein kann, im Winter ein kleines Flugzeug von A nach B zu fliegen.
Viel Spaß weiterhin!
Hans
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