Noch etwas zur Realität, die aber auch im FS sehr gut dargestellt wird:
wer auf Madeira, FUNCHAL, landen will, muss wissen, das die dort zur Verfügung stehende effektive Runwaylänge nur 1550 Meter beträgt.
Grundsätzlich darf ein Airliner davon nur 2/3 für Standardlandungen nutzen. Der Rest der Landebahn, zzgl. des Extension (Overrun) steht ausschließlich für Notfälle zur Verfügung.
Aus diesem Grund können dort nur Jets landen, die auf Grund ihres Landegewichtes mit einer Stoppway von ca 1000 Meter auskommen. Solch eine Strecke ist EXTREM kurz. Da darf kein Meter verschenkt werden. Da kommt die 737 und natürlich die 757 rasch an das mögliche Limit.
(wer mein Demovideo gesehen hat, versteht nun, warum ich personlich ziemlich tief angeflogen bin und "früh", möglichst noch vor der touch down Zone aufsetze. Sicherheit geht vor...)
Bei der Landung auf Funchal schreibt das "airport briefing" folgende "Special Procedures and Operating Limitations" zum Bremsvorgang vor:
Landung nur für Flugzeuge mit drei (tricycle) Landinggears, Autobreak Assistent muß auf maximale Bremsleistung geschaltet werden, Antiskid (ABS) auf höchste Bremsleistung stellen, mimimale Landing Speed, Touch Down allerspätestens am Ende der Balken Markierung...
Also bedeutet dass: höchste mögliche Bremsleistung. In solch einem Fall setzt die automatische Bremsung bereits parallel zum Reverser ein, also weit vor den üblichen 60 kts Speed. Desweiteren sind (getrennt von den extremen Windlimitierungen), Landungen bei nasser Runway verboten...
Für PC Piloten bedeutet es, direkt nach dem Moment, wo alle Räder Bodenkontakt haben, bremsen was das Zeug hält... Sonst geht das im Simulator und Real in Hose...
Ich betone nochmals, dass FUNCHAL zu den schwierigsten Airports der Welt gehört, noch Lichtjahre vor dem alten Airport Hong Kong.
Zum Thema Bremsungen allgemein: Man kann eine gewisse Bremsgesam-Wirkung abrufen. Entweder eine brutale Vollbremsung oder lange, lange leiche Bremsungen, die beides gemeinsam haben:
Nämlich stärkste Aufheizung der Bremsscheiben. Im Interesse des immer im Vorrang stehenden Passagierkomforts sind also lange leichte Bremsungen eigentlich zu bevorzugen. So oder so heizt sich die Anlage enorm auf, was mit Fading und letztenendes Reifenschäden geahndet wird...
Man muß als Pilot also einen fairen Mittelweg finden. Die hier von Joachim beschriebenen Verfahren entsprechen korrekt der Regelanwendung. Aber Ihr seht, Ausnahmen bestätigen diese Regel.
Und es zeigt immer wieder, wie wichtig für einen engagierten PC Piloten auch die Flugvorbereitung bleibt, nämlich das einholen von Infos über den Zielflughafen und dessen Landebedingungen. Und da gibt es auf FUNSCHAL keine Alternativen: Wir sagen dazu: "hau rein,-in die Bremse- is tango"
Gruss Peter Guth
[Diese Nachricht wurde von Peter Guth am 23-02-2000 editiert.]
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