Bei Verstärkern:
Die Messvorschriften der DIN geben jeweils an, für welchen Midestzeitraum die Leistung erreicht werden muß, bevor sich der Endstufenbausteín in die ewigen Jagdgründe verabschieden darf. Bei PMPO ist das gerade mal 1 Sekunde! Und da Leistung bekannterweise durch U*I (Spannung * Stromstärke) berechnet wird, und die Werte sich aus der dem Widerstand errechnen lassen, wird bei PMPO die Endstufe mit einem sehr kleinen Widerstand "kurzgeschlossen". Bei 12V und einem Widerstand von 4 Ohm ist die max. Leistung errechenbar durch I=U/R, also 12/4=3, I*U=12*3=36 Watt
Durch Halbierung des Widerstands erreicht man eine verdoppelung der Leistung, also bei 2 Ohm: I=12/2=6, 6*12=72 Watt. Nun nehmen die Hersteller einen Widerstand mit 1/2 Ohm, dann ist die PMPO-Leistung der Endstufe also 12/0.5=24, 24*12=288 Watt!!! Das muß der Endstufenbaustein nun 1 Sekunde aushalten (immerhin bei 24 Ampere, da kann man schon fast schweissen damit...) , schon darf der Hersteller 288 Watt auf den Karton schreiben! Die Sinusleistung (ohne ev. Verluste!) beträgt aber gerade mal 36 Watt! Das ist aber immer noch genug, um einen Lautsprecher mit 88db(1W/m) auf 103db zu verstärken. Das ist bereits lauter, als die empfohlene Abhörlautstärke in einem Musikstudio (100db).
Die empfohlenen Leistung einer Endstufe ist also direkt von den verwendeten Lautsprechern abhängig. Bei sehr hochwertigen, Schalldruckstarken Chassis kann man auch mit einem kleinen 25 Watt-Verstärker super Musik machen, bei einem Schalldruckschwachen Chassis braucht man schon mal 1000 Watt, um das Ding in Schwung zu kriegen. 1000 Watt sind übrigens eine Schalldruckerhöhung um genau 30db(A)
Bei Lautsprechern:
Leistung: Sie gibt nur die maximale Belastbarkeit an, also hängt die Maximalleistung direkt vom Draht der Schwingspule ab, da bei größerer Leistung auch ein höherer Strom fließt, der die Spule erwärmt. Wird die Leistung trotzdem erhöht, begrenzt auch die Auslenkung der Membran den abegegebenen Schalldruck, dabei steigen auch die Verzerrungen an. Normalerweise sollte deshalb immer die Sinusleistung als Wert herangezogen werden. Die gibt an welche Leistung dauerhaft vom Lautsprecher verkraftet wird. Aber auch hier unterscheiden sich die Normen, aber als Richtwert genügt das meist, egal ob RMS (amerikanische Norm im gesamten Frequenzbereich) oder nach DIN (bei 1kHz). So sind z.B. die Angabe der Musikleistung oft wesentlich höher, besonders die der amerikanischen Norm (MPO: Music Power Output), da die Leistung hier nur für ca. 2s bei hohem Klirrfaktor (5%) verkraftet werden muß. Angaben zur Impulsbelastbarkeit (PMPO, Peak Music Power Output) sind für die reine Praxis irrelevant.
Ein guter Link dazu:
http://mypage.bluewin.ch/chesi/grafik/gr_0396.htm