Glaubt Ihr tatsächlich und ehrlich, dass jeder Portier mit einer mehr oder minder großen Anzahl von Überwachungsschirmen potentielle Spanner sind, deren einzige Tätigkeit es ist, penibel mitzuschreiben, was Ihr so macht? Wenn ja, dann gebe ich Euch den ernstgemeinten Rat: springt von der nächstbesten Brücke, die höher als 30 Meter ist und befreit Euch von dieser ach so schrecklichen Welt!
Ich habe - trotz dessen, dass es mir bewusst ist, fast keinen Schritt ohne der Möglichkeit des Gesehenwerdens machen zu können - nicht den Eindruck, keine Privatsphäre mehr zu haben. Daran würde eine ID-Nummer in der CPU meines PCs auch nichts ändern! Mir deswegen zu unterstellen, ich fordere die Aufhebung des Privatsphäre zeigt für mich die Denkweise gegen jemanden, der dafür eintritt, seine Rechte zu schützen! Und das Recht auf Eigentum gibt es doch, oder nicht?
Habt Ihr vielleicht die Londoner befragt, was die zu der Überwachungssituation sagen? Meines Wissens nach sind beispielsweise Frauen sehr froh darüber, dass sie jetzt abends unbehelligt zum Bankomaten gehen können, ohne Angst haben zu müssen, dass ihnen irgendwer auflauert! Oder sein Auto abzustellen, ohne Angst haben zu müssen, dass es geklaut wird. Und solche Beispiele gibt es zuhauf!
Sicher wäre es gescheiter, wir bräuchten das alles nicht, das sehe ich schon ein. Aber es IST nun mal so, dass es eine Menge Depperte gibt, die alleinstehende Mädels in der Nacht belästigen (oder vergewaltigen); es IST nun mal so, dass es eine Menge Depperte gibt, die Autos stehlen; es IST nun mal so, dass es eine Menge Depperte gibt, die Raupkopien herstellen; es IST nun mal so, dass es eine Menge Depperte gibt, die Morden usw.
Alles nur Topfen, wie ich vernehmen muss!
Wenn Ihr nur ansatzweise meine Postings lesen würdet, dann tätet Ihr so manche Statements nicht dauernd wiederholen. Wie beispielsweise Woodz, der schrieb:
"...ist die gesellschaft gefordert die privatsphäre des einzelnen zu schützen."
Hätte er nämlich mein letztes Posting gelesen, hätte ihm auffallen müssen, dass ich geschrieben habe:
"Für die Zukunft müssen eben entsprechende Regelungen her!"
Das deckt sich doch! Damit habe ich ja - und nicht das erstemal - bekundet, dass ich natürlich damit einverstanden bin, dass die Privatsphäre in höchsten Maße gewahrt bleiben muss. Wenn's nicht so rüber gekommen ist, dann hoffentlich spätestens jetzt.
Einfach nur zu sagen: "Da ist meine Privatsphäre gefärdet" sollte nicht dazu führen, Techniken nicht einzusetzen, die es erleichtern, Verbrechen gegen Leib und Leben (und auch Kapital des einzelnen oder der Gesellschaft) zu verhindern!
Sicher ist ein Mittelweg gefragt, das steht für mich nicht mal ansatzweise zur Debatte. Sicher ist es gut, wenn man es sich überlegt, was alles passieren KANN, wenn dies oder das eingesetzt wird. Es ist meiner Meinung nach IMMER gut, wenn so viele Argumente wie möglich geliefert werden, bevor man zur Tat schreitet. Doch nur wegen dieser Gegenargumente diese Technik komplett zu verhindern, im Gegensatz den Verursachern von Schäden diese Mittel nicht zu verbieten - DAS kann's doch wohl nicht sein! Aber das scheint Ihr aus meiner Seite zu fordern! Ohne Gegenangebot!
Oder schreibt vielleicht mal einer von Euch, wie Ihr in Zukunft die Internet-Kriminalität in den Griff bekommen wollt, wenn nicht durch unpopuläre Maßnahmen?
