@Ferry
Deine Argumente haben sicher was wahres. Ich und viele andere haben ja bereits aufgehört und es wird noch weitergehen. Die Äcker kann man schon verkaufen, aber der Preis ist lächerlich, denn durch das permanente "Bauernsterben" herrscht ein dramatisches Überangebot. Damit ist man finanziell am Ende und muss komplett von vorne anfangen. Das können aber nur Leute, die noch jung sind, denn einen 40 oder 50jährigen nimmt ja keiner mehr.
Der Pet kann das vielleicht zynisch gemeint haben, aber es gibt auch noch andere wie mich, denen das Thema ein besonderes Anliegen ist, weil wir persönlich davon im wahrsten Sinne des Wortes betroffen sind. Ich beschwer mich nicht, denn heute gehts mir wirtschaftlich und von der Leichtigkeit der Arbeit zehnmal besser als früher. Es ist nur eine besondere Befriedigung, wenn man am eigenen Boden Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes Leben produziert.
Was du und viele andere nach Bse und Hormonskandal noch immer nicht bedenken: Wenn der Preis weiter und weiter runtergeht gibs nur einen Ausweg: Rücksichtsloses Ausnützen aller Möglichkeiten um möglichst billig zu produzieren, und das ist sicher nicht gut für die Gesundheit der Konsumenten. Außerdem darf man nicht vergessen, daß auch erlaubte Mittel wie Kunstdünger langfristig nicht so gut sind. Meine Hoffnung ist gering, daß sich biologische Landwirtschaft auf breiter Basis durchsetzen wird. Ich selbst kaufe soweit wie möglich biologisch produzierte Lebensmittel. Ich fühle mich dadurch aber nicht als hoffnunglos realitätsferner Grüner oder sowas.
Vom marktwirtschaftlichen Standpunkt haben wir in diesem Bereich ein Oligopol, wenige Käufer bestimmen den Preis, viele Anbieter verkaufen entweder sofort oder sind finanziell ruiniert. Dadurch haben Billa und Co eine erdrückende Übermacht, was ein großer Schaden für den Produzenten ist. Ich bin auch überzeugt, daß die Marktwirtschaft einer der wichtigsten Gründe für unseren Wohlstand ist. Aber sie ist sicher nicht das Allheilmittel und jede Maßnahme, die man kompromisslos und ohne Gegenpol durchzieht, zeigt dann plötzlich schwere Nachteile. Man bedenke nur, daß die Produzenten-Preise seit 30 Jahren praktisch nicht gestiegen sind, sondern sogar noch sinken. Jetzt müsste doch jedem klar sein, daß man damit nur durch rücksichtslose Rationalisierungen und Vorgehensweisen wirtschaftlich überleben kann. Oder wie soll das gehen, wenn man auf Grund der Inflation nur noch einen Bruchteil der Umsätze hat ?
|