Re: positive Windshear
Hallo Bernd,
> ann eine positive Windshear in dem Beispiel oder überhaupt den
> Flieger von 145 kt Approach Speed auf 180 kt beschleunigen,wenn
> sich der Wind dabei von Tail-auf 20 kt Headwind dreht ?
ja, kann sie!!
Der Physiker (wie ich) argumentiert hier mit Impulserhaltung bzw. (nicht ganz korrekt, aber hier richtig) Energieerhaltung!!
Also... ich gehe von 15 kts Tailwind aus. Ich sehe zwar nicht ein, warum man bei Turbulenz und der damit verbundenen erhöhten Vapp noch mit Tailwind landet aber sei es drum.
Wenn Vapp 145 kts ist und der Tailwind 15 kts beträgt, dann ist die Ground Speed etwa im Bereich von 160 kts. (GS = TAS - WS = 145 kts - (-15 kts)) Für den Betrachter am Boden fliegt die Maschine also v = 160 kts, die kinetische Energie (Bewegungsenergie) ist E_kin = 0.5 * Masse * v².
So... jetzt durchfliegt die Maschine die Windscherung. Dabei MUSS die kinetische Energie (genauer gesagt, der Impuls) KONSTANT bleiben, also E_kin = konstant. Woher sollte sonstige Bewegungsenergie auch kommen?
Daraus folgt, dass sich die Geschwindigkeit über Grund NICHT ändern kann und darf. GS nach der Windscherung ist also immer noch 160 kts.
Da wir allerdings jetzt 20 kts Gegenwind / Head Wind haben, hat sich für die Piloten die Geschwindigkeit - und zwar diejenige relativ zur Luftmasse auf 180 kts erhöht (TAS = GS + WS = 160 kts + 20 kts).
Damit verbunden ist eine deutliche Zunahme an Auftrieb, die Maschine steigt erst einmal nach oben. Für den Anflug ist das nicht gut. Man steigt einerseits (bzw. die Sinkrate nimmt ab), andererseits hat man nun einen deutlichen Fahrtüberschuß.
--> Go Around.
Also... der Grund für den Fahrtüberschuß ist einfach die Energie/Impulserhaltung. Die bewirkt, daß sich die Ground Speed nicht ändert. Daher muß sich die True Air Speed ändern.
Markus
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