Thema: @ L-M
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 16.12.2000, 01:52   #20
635csi
Senior Member
 
Registriert seit: 11.11.2000
Alter: 68
Beiträge: 105


Ausrufezeichen

Habe einen interessanten Text gefunden!
Das Ende der Anonymität bei Handy, Festnetz und Internet

Während die EU noch mit dem Finger auf ECHELON zeigt und sogar eigene Verteidigungs-Minister zu diesem Thema Rede und Antwort stehen müssen, arbeitet der Rat der Innen- und Justiz-Minister der EU mit ENFOPOL bereits seit 1998 am hauseigenen Überwachungs-Moloch. Mit zweifelhaften Methoden (Einbringung der Anträge am Freitag nachmittag) versucht man ENFOPOL am EU-Parlament vorbeizuschleusen, wo auch durchaus kritische Geister sitzen. So hat beispielsweise Luxemburg vehement dagegen votiert.

Neben der ethischen Fragwürdigkeit kommen auch noch andere, mehr als berechtigte Einwände ans Tageslicht. Tragen die Kommunikationsnetzbetreiber - wie in ENFOPOL geplant – die Kosten für die Abhöreinrichtungen selbst, und geben sie an die Kunden weiter, müssen letztere für ihre eigene Überwachung zahlen. Kann der Kommunikationsnetzbetreiber aber jede Verschlüsselung umgehen, kann er wiederum keinen sicheren e-commerce anbieten. Somit würde ENFOPOL den sicheren Handel im Internet massiv unterlaufen und jedes Vertrauen der Konsumenten torpedieren.

Der größte Streitpunkt ist Paragraf 18. Dort steht, dass jeder EU-Staat seine Bürger ohne Gerichtsbeschluss in anderen EU-Ländern abhören darf. Erst nach 12 (!) Tagen muss das Aufenthaltsland verständigt werden. Ist das Aufenthaltsland danach gegen die Abhöraktion, kann es die Verwendungs-Bedingungen des Abhör-Materials bestimmen, um das Wissen „rückgängig“ zu machen – was nach einem üblen April-Scherz klingt.

Das „European Telecommunications Standards Institute“ (ETSI) erstellt die Überwachungsstandards: http://www.ETSI.org noch mehr unter folgender Sites http://wirtschaft.aon.at/cashtips/3_c_190_7338.html
mfg.635csi
635csi ist offline   Mit Zitat antworten