@Kosh
> Ein Lehrling kann nicht die Arbeit eines Akademikers machen! (umgekehrt aber genausowenig)
Warum glaubst Du, daß ein Lehrling nicht die Arbeit eines Akademikers machen kann, Kosh ? Es gibts sicher eine unendlich lange Liste von Lehrlingen, die Karriere gemacht haben. Jeder kann es schaffen, es ist für nicht-Studierte nur schwieriger, aber nicht unmöglich. Und der Aufwand, sich nach einem auslaugenden Arbeitstag weiterzubilden, ist enorm. Noch dazu ist das alles freiwillig und man bekommt in keinster Weise irgendeine Unterstützung dafür. Und wenn man dann mit den zwingenden Überstunden mehr Geld bekommt als erlaubt, werden in Zukunft alle Leistungen vom Staat gestrichen.
Alleine diese archaische Einstellung, daß ein Lehrling nicht die Arbeit eines Akademikers machen kann, ist schon eine ziemliche Provokation für jeden nicht-Akademiker. Das kann man auch immer sehr gut erkennen, wenn die von der Uni kommen und glauben, alle anderen kommen für Beförderungen nicht in Frage, weil sie keinen Dr. sowieso haben. Ist das nicht auch ein bitterer Zynismus ?
@Merlin
> Ich habe trotzdem vor etwas länger zu arbeiten. Bin ich dann im Plus???
Wie viel länger willst Du denn arbeiten ? Um 10 bis 15 Jahre länger ? Ich kann mir nicht gut vorstellen, daß das so einfach sein wird. Denn bis ich oder die heutigen auszubildenden Lehrlinge und auszubildenden Studenten in die Rente gehen, gibt es das in der jetzigen Form nicht mehr. Du wirst ja auch nicht älter als ein Lehrling. Das müsste jedem klar sein, der sich die Bevölkerungspyramide anschaut. Und da können die Politiker in erster Linie nichts dafür. Denn ein Kind bekommt man, weil man es will und weil man freiwillig verzichtet, und nicht weil man dafür bezahlt wird. Alle Kinder, die wegen der staatlichen Unterstützung geboren wurden, tun mir leid.
@wol
Das ist genau das, was mir bei diesen Diskussionen immer fehlt. Es wird der Überbringer der Botschaft hingerichtet, aber nicht der Verursacher des ganzen. (das hatten wir doch schon mal) Soweit ich das mitbekommen habe, sind allein die Zinsen für die Staatsverschuldung höher als unser Defizit. Ergo müssten wir heute überhaupt nicht sparen, wenn die alte Regierung wie ein verantwortungsvoller privater Haushalt gehandelt hätte. Eigentlich müsste man hellhörig werden, wenn alle Parteien und nicht nur die Regierung einen Sparkurs für unbedingt notwendig halten. Eine Opposition ist für eine funktionierende Demokratie unersetzlich, aber als Wähler sollte man auch kritisch sein und versuchen, die Absicht dahinter zu erkennen.
[Dieser Beitrag wurde von The_Lord_of_Midnight am 19. September 2000 editiert.]
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