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Alt 24.06.2000, 13:53   #25
tom
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Pfeil

jetzt muss ich (als GF des Verlages) auch mal meine persönliche Meinung ganz öffentlich loswerden:
Grundsätzlich freue ich mich über e-Media, hat sich doch schon z.B. in Deutschland mit 'Computerbild' gezeigt, dass auch alle Fachzeitungen von der marketing-power eines Boulevard-Verlages (das mein ich aber nicht abschätzig) profitieren. [der Vergleich ist zwar nicht ganz zutreffend, da Computerbild mehr technischen Inhalt bietet, aber eine 'Computer-Praline' gibt's halt (noch) nicht...]

Wie auch immer, WCM wird sicherlich von dieser 'Verbreiterung des Marktes' profitieren können, denn irgendwann einmal kann selbst der ungeschickteste User auch ohne 'Frau Knackal' eMailen und sehnt sich nach fachlich fundierter Information (oder interesiert sich lieber für andere Dinge)

Kritisch ist für mich die Eigenwerbung, die hart an der Grenze des Legalen ist (Gratis-PCs; Preise ohne Mehrwertsteuer, etc...). Ich denke mir halt, wenn jemand so wenig Skrupel an den Tag legt, wie hält er es dann mit dem Inhalt der Zeitschrift? Kann man den Artikeln vertrauen? Wurden sie nach bestem Wissen & Gewissen geschrieben? Oder lieber doch nach den Kriterien der Werbeabteilung, den Wünschen der Inseratkunden entsprechend?

Für diese Theorie sprechen auch die zahlreichen Unwahrheiten im Heft. z.B. in e-Media 1 auf Seite 137 zum Thema LCD-Monitore:"Die Vorteile von TFT-Schirmen sind mit einem Augenblick erkannt: noch schnellerer Bildaufbau, brillantere Farben und Kontraste, größerer Betrachtungswinkel." - so etwas kann doch wohl nur jemand schreiben, der noch nie einen TFT gesehen hat, oder?

Zu gerne hätte ich auch gesehen wie der beigezogene 'TU-Foto-Experte' beim Digitalkamera-Test (in e-Media 2 / Seite 230) die Testbilder - "nachdem sie auf einen PC überspielt und auf ein Maximum vergrößert und ausdruckt wurden"(!!!) - unter dem Mikroskop darstellt und auszählt.

Diese Reihe läßt sich sicherlich (nahezu) beliebig (14tägig?) fortsetzen - mir fehlt die Zeit dazu, habe e-Media 3 nicht mal mehr angelesen, nur mehr aus beruflichem Interesse durchgeblättert...

Jedenfalls freue ich mich seit e-Media noch mehr, dass WCM in einem kleinen, unabhängigen Verlag erscheint, der sich eben den Luxus der Wahrheit leistet. Ich persönlich möchte jedenfalls nicht jeden Abend mit dem Gefühl zu Bett gehen, wieder ein paar Leute mehr beschissen zu haben - aber es soll ja auch Menschen geben, die das toll finden...


#ad Bit: Die ersten WCMs sind wahrlich schauderhaft, allerdings (kleine Ausrede) war's 1992 und WCM hat auch sozusagen als kleiner "Ein-Mann-Verlag" (war nicht ich)angefangen und nicht als Großverlag.
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