RAID Levels
RAID 0
RAID 0 ist kein RAID im eigentlichen Sinne, da keine Redundanz vorhanden ist. Beim RAID 0 handelt es sich um ein DATA-STRIPING. Die Daten werden in "Streifen" über alle vorhandenen Datenträger in einem Verbund geschrieben. Durch diese Anordnung wird speziell bei grossen Daten eine hohe Schreib- und Lesegeschwindigkeit erreicht. Dieses RAID-Level wird vor allem im Bereich Videoaufzeichnung benutzt. Um dort zusätzliche Sicherheit durch Redundanz zu erreichen, kombiniert man mit RAID 1 zu RAID 10.
RAID 1
RAID 1 bezeichnet die "klassische" Spiegelung. Man unterscheidet hier zwischen MIRRORING und DUPLEXING. Beim RAID 1 sind immer zwei Datenträger vorhanden, die ein genaues Abbild voneinander darstellen. Das MIRRORING stellt eine Spiegelung zweier Datenträger an einem Controller dar, das DUPLEXING die Spiegelung an zwei getrennten bzw. an 2 Controllern. Dadurch wird beim DUPLEXING neben höherer Performance auch eine grössere Ausfallsicherheit erreicht. RAID 1 bietet insgesamt eine hohe Ausfallsicherheit, ist jedoch bei grossem Kapazitätsbedarf sehr teuer, da stehts die doppelte Anzahl an Festplatten erforderlich ist.
RAID 2
Dieser RAID-Level wird nach dem HAMMING Algorithmus berechnet. Die Daten werden hier in einzelne Bytes auf die Datenträger geschrieben und der daraus errechnete ECC (Error Correction Code) auf separaten Datenträgern aufgezeichnet. Da heutige Festplatten selbst über ECC Mechanismen verfügen, wird RAID 2 praktisch nicht mehr verwendet.
RAID 3
Auch bei RAID 3 werden die Daten in einzelne Bytes aufgeteilt und auf die Festplatte geschrieben. Es wird jeder Datenreihe ein PARITY-Byte angehangen und auf einem zusätzlichen Laufwerk gespeichert. Da heutige Datenträger nicht mehr einzelne Bytes, sondern Datenblöcke schreiben, kommt RAID 3 nicht mehr zum Einsatz.
RAID 4
Ähnlich wie bei RAID 3 wird auch hier die PARITÄT auf separate Datenträger gespeichert. Allerdings werden hier Datenblöcke geschrieben. Dieser RAID-Level ist bei verteilten Datenzugriffen recht langsam und kommt daher heute recht selten zum Einsatz.
RAID 5
RAID 5 ist der gebräuchlichste RAID-Level. Auch hier werden Datenblöcke geschrieben. Anders als beim RAID 4 wird die PARITÄT auf allen, im Verbund befindlichen Datenträgern verteilt. Die Kapazität eines RAID 5 Verbundes definiert sich aus der Gesamtkapazität aller Datenträger minus der Kapazität eines Datenträgers. Wenn also vier 80GB Festplatten im RAID 5 Verbund sind, verfügt der Verband über etwa 240GB. Die Paritätsberechnung verringert die Performance. Heutige RAID Controller verfügen allerdings über leistungsstarke Prozessoren, die den Geschwindigkeitsverlust teilweise kompensieren. RAID 5 ist vor allem für speicherintensive Anwendungen eine kostengünstige Variante, die den Ausfall einer Festplatte kompensieren kann.
RAID 6
Hier wird höchste Datensicherheit geboten. Zusätzlich zum RAID 5 Verbund wird ein weiteres Laufwerk zum Speichern der Paritätsinformationen verwendet. Dadurch werden Schreib- und Lesezugriffe extrem verlangsamt. Neben den höheren Hardwarekosten ein weiterer Grund, warum sich RAID 6 bisher nicht durchgesetzt hat.
RAID 7
Ähnlich wie RAID 5 schreibt RAID 7 in Datenblöcken. Hier läuft auf dem Controller ein zusätzliches lokales Betriebssystem in Echtzeit. Zusätzlich werden mehrere Swap-Partitionen auf den Laufwerken sowie schnelle Datenbusse verwendet, die von der Datenübertragung entkoppelt sind. Damit beschleunigt RAID 7 die Datenübertragung erheblich. Die Paritätsinformationen werden wie bei RAID 6 zusätzlich auf separate Datenträger geschrieben. Auch hier stehen die Kosten einer schnellen Verbreitung dieses RAID-Levels im Wege.
RAID 10 (auch RAID 0+1)
Hierbei handelt es sich um eine Kombination der Vorteile von RAID 0 und RAID 1. Bei RAID 10 werden mehrere RAID 1 Spiegelverbände zusammengefasst (STRIPING). Die Performance ist erheblich, da keine Paritätsinformationen errechnet werden müssen und so die volle Datenübertragungsrate von Laufwerken und BUS zur Verfügung stehen. RAID 10 wird daher oft zum Speichern sehr grossen Dateien mit hohen Anforderungen am Performance und Redundanz verwendet. Durch den Einsatz von mindestens vier Festplatten entstehen allerdings recht hohe Kosten.
RAID 51 (auch RAID15)
Die nächste Kombination besteht aus RAID 5 und RAID 1. RAID 5 Verbände werden zusätzlich gespiegelt. Die Performance sinkt gegenüber RAID 5 nicht, es wird aber dreifache Datensicherheit geboten. Ein RAID-Level für hochkritische Sicherheitserfordernisse.
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