Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 10.11.2002, 16:56   #43
Carl Josef
Master
 
Registriert seit: 03.12.2001
Beiträge: 543


Standard @ Andragar

Hallo Michael,

Ich rate mal jetzt bei X-Plane ins Blaue)
Ich erstelle ein Flugzeug in X-Plane.
Das wird designed, aufgrund der Geometrie und vielleicht? auch der Materialien werden die Eckdaten berechnet, mit denen der X-Plane das Flugzeug bewegt. Diese Formeln sollen nach allem was ich gehört habe gut sein. (?)
Ich erstelle ein Flugzeug in MSFS.
Es wird designed aber ich berechne nicht meine Eckdaten aus dem Modell sondern gebe sie händisch ein. Anhand der händisch eingegebenen Daten berechnet der FS wie er das Flugzeug bewegen soll. Diese Formeln sollen nach allem was ich gehört habe schlechter sein. (?)


Sehr interessante Fragen, die Du da aufwirfst. Lass mich diese bitte mal weiterspinnen.....

Die theoretischen Flugmechanik, die der Konstruktion von realen Flugzeugen zugrundeliegt
geht von den sogenannten Bewegungsgleichungen aus, die Geschwindikeit, Beschleunigung und Lage des Flugzeugs im Ram beschreiben.

Auch einer ernsthaften PC-Simulation müssen daher diese Gleichungen zugrundeliegen .

Hierin sind meines Erachtens MS FS, X-Plane und FLY völlig gleich.

Die Bewegung eines Fliegers hängt von variablen Kräften ab. Sie werden hervorgerufen durch die Aerodynamik der Geometrie des Flugzeugs , den Steuereingaben , dem Triebwerk und dem jeweiligen Gewicht. Die aerodynamischen und Steuer-Kräfte werden in der Flugmechanik mittels Koeffizienten (Fachausdruck: derivatives) beschrieben. Beispiel FS2002 hier

Reale Cessna 172
hier

Diese derivatives hängen nun wiederrum z.B von den Bewegungen des Fliegers (zb. Geschwindigkeit, Anstellwinkel) ab. (linke Seite des Bilds von der .air-Datei, bzw. reale T-33R
hier )

Bei kleinen Anstellwinkel-Änderungen (Normalflug) und engen Geschwindigkeitsbereichen (Cessna 172) falle solche Abhängigkeiten natürlich weniger ins Gewicht.

Wo kriegt nun der reale Flugmechaniker oder der Simulator-Entwickler solche Werte her: Aus Flugversuchen, Windkanalversuchen oder Berechnungen mit verschiedenen (Schätz)-Formeln.

Und ganau das ist es , was meiner Meinung nach X-Plane , Fly und neuerdings auch der MS FS im FSEDIT mit Airgen berechnen: Die derivatives, die Koeffizienten ! Und zwar nach Eingabe der Daten im Editor, und dann werden auch sie in Tabellen hinterlegt. Bei den "abhängigen" derivatives, kann ich mir auch vorstellen, daß sie in Echtzeit berechnet werden.

Woher Microsoft die derivatives der "alten" .air-Datei her hat wissen wir nicht. Aber sie sie sind dank findiger Leute zum großen Teil editierbar und ermöglichen es zumindest theoretisch feine Einstellungen im Flugvehalten (Stabilität, Dämpfung der Steuerbewegungen usw. vorzunehmen).

X-Plane dagegen geht von allgemeinen geometrischen Daten aus und kann aber Feinheiten nicht beschreiben. Ich habe zum Beispiel nichts gefunen, was die Bauart der Querruder beschreibt, die das negative Wendemoment beeinflußt.

Sind so meine Gedanken. Das ist mein bisheriger Wissensstand.....beweisen kann ich das noch nicht.
Hoffentlich kommt auch Widerspruch, ich lerne gerne dazu.

P.S.
Michael,
zum Kunstflug werde ich hoffentlich auch bald wieder zurückfinden, habe da noch einge Fragen zum Wettbewerb, weiters in dem einschlägigen Thread - muß v.a. wieder üben.

Gruß
Carl
____________________________________
**~ In Memoriam Ron ~**
Carl Josef ist offline   Mit Zitat antworten