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Alt 05.11.2002, 09:39   #2
Urs Wildermuth
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Hallo,

einen IFR Anflug auf die Pist 28 gibt es nicht, nur das ILS auf die 10.

Wenn der Wind zu stark ist für die 10 und die Wetterbedingungen gut genug, dann muss ein Circling geflogen werden. Ebenso erfolgen die meisten VFR Anflüge auf die 28.

Du bemerkst richtig, dass der Anflug 28 über österreichisches Gebiet führt. Das hat seinerzeit dazu geführt, dass Vorarlberg und Anrainergemeinden dieses ILS jahrelang mit Einsprachen und Prozessen behindert haben, was im Endeffekt zu 17 Toten geführt hat, darunter der damalige Minister Dallinger.

Oesterrech hat damals einseitig das ganze Rheindelta zum Beschränkungsgebiet erklärt, was Altenrhein faktisch dichtmachte. Erst Intervention unseres damaligen Verkehrsministers machten Anflüge auf die 28 wieder möglich.

Altenrhein lebt seither mit einem Staatsvertrag, der Lärmpunkte je nach Flugzeugtyp vergibt, für jeden Uberflug des österreichischen Gebietes. Damals war sowas ein einzigartiger Skandal, heute hat Zürich bereits was ähnliches mit Deutschland mit wesentlich gravierenderen Folgen.

Muss noch erwähnt werden, dass obiges geschah um Linienflüge eines österreichischen Unternehmens (Rheintalflug) zu verhindern. Rolf Seewald, der damalige Eigentümer, hat nicht aufgegeben und zusammen mit Pro Flugplatz Vereinen und unablässiger Politik die Linienflüge durchgesetzt, jedoch um einen harten Preis: Seewalds Frau Brigitte war die Kommandantin des abgestürzten Fliegers, in dem auch Minister Dallinger starb. Erst als noch ein weiteres Flugzeug beim Versuch abstürzte nach Sicht nach ACH hineinzukommen, obwohl das ILS schon ging, prellte das Schweizer Luftamt vor und gab den Anflug frei.

17 Tote in Altenrhein hat es gebraucht.

In Zürich sind es bisher 24 Menschen, die dem Staatsvertrag mit Deutschland zum Opfer gefallen sind. Und jeden Morgen oder Wochenende, wo wegen Wetter der Anflug 28 auf Zürich nicht geht, gehen Klagen ein. Menschenleben zählen für diese Leute nicht.

Schade aber so ist die heutige Fliegerei.

Gruss
Urs
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