@Carl Josef: Letzteres ist richtig. Vielleicht sollte man aber mal noch erwähnen, daß Dämpfung nicht jegliche Bewegung sofort stark aperiodisch beendet. Damit wäre auch jede Beweglichkeit eingeschränkt. Darum ist immer ein Kompromiß aus gut gedämpfter Bewegung und dennoch guter Agilität wünschenswert. Hauptsache keine gleichbleibende oder in kurzer Zeit aufschaukelnde Bewegung. Z.B. ist die Spiralbewegung bei vielen Flugzeugen faßt indifferent stabil oder sogar leicht instabil. Allerdings ist hier die Zeit in der sich die Rollrate verdoppelt so langsam, daß der Pilot sie ohne große zusätzliche Arbeitslast korrigieren kann.
Leider habe ich im Moment kein Schaltbild vom Gierregler vor mir. Logisch wäre aber neben dem Azimutwinkel (Headingregelung) die Gierbeschleunigung (r Punkt) als Rückführung aufzuschalten. Bei der Taumelschwingung ändert sich r Punkt ständig und kann somit durch entgegengesetzte Ruderausschläge gedämpft werden. Will man nun mit dem Ruder bewußt gieren (Kurve einleiten, Side Slip) wäre die Gierbeschleunigung größer als die der langsameren Taumelschwing. Der Hochpaßfilter verhindert, daß das schnellere (hochfrequente) Signal (schnelle Gierbeschleunigung infolge desr Pedalausschlags) nicht nicht gedämpft wird. Hat sich wiederum z.B. eine konstante Gierrate bei einem Kurvenflug eingestellt (Pedal konstant getreten), ist r Punkt 0 und der Gierdämpfer damit garnicht gefordert.
Was der Gierregler als zu dämpfend erkennt ist insofern nur die vom Gyro gemessene Gierrate bzw. die nach der Zeit abgeleitete Gierbeschleunigung. Eine Rudereingabe ist somit noch kein Grund zum Eingreifen. Erst, wenn sich dadurch eine Bewegung einstellt, entscheidet der Filter, ob der Regler diese Bewegung bekämpfen oder gewären lassen soll.
Happy landings,
Simeon
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Man braucht nicht immer denselben Standpunkt zu vertreten, denn niemand kann einen daran hindern, klüger zu werden. (K. Adenauer)
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