06.07.2002, 13:59
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#13
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Inventar
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Zitat:
Bei der zentralen, live über den Rundfunk übertragenen Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 wurde Kästner im 2. Feuerspruch genannt: "Gegen Dekadenz und moralischen Zerfall. Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe dem Feuer die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser, Erich Kästner." Doch nicht die erotischen Gedichte oder die in seinem Roman "Fabian" geschilderte sexuelle Freizügigkeit machten Kästner den Nationalsozialisten verhaßt, sondern seine antimilitaristische und republikanische Haltung während der Weimarer Republik. In verschiedenen Gedichten hatte Kästner die Ideologie der Rechten parodiert:
Ganz rechts zu singen
ED: Weltbühne 1. 10. 1930
Stoßt auf mit hellem hohem Klang!
Nun kommt das dritte Reich!
Ein Prosit unserm Stimmenfang!
Das war der erste Streich!
Der Wind schlug um. Nun pfeift ein Wind
von griechisch-nordischer Prägung.
Bei Wotans Donner, jetzt beginnt
die Dummheit als Volksbewegung.
Wir haben das Herz auf dem rechten Fleck,
weil sie uns sonst nichts ließen.
Die Köpfe haben je doch keinen Zweck.
Damit kann der Deutsche nicht schießen. (...)
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http://www.zlb.de/projekte/kaestner/adressen/bebel.htm
Zitat:
Die Schriften von Erich Kästner – verboten und verbrannt
Erich Kästner war gerade 34 Jahre alt geworden und auf dem Höhepunkt seines schriftstellerischen Schaffens, da wurde sein Erfolg durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten gebremst.
Seine Kritik am Krieg und seine Klage über die Not der Armen auf der einen Seite und seine Entlarvung der Ausschweifungen der Wohlhabenden auf der anderen Seite erregten den Ärger der neuen Herrscher.
Und so gehörten die Bücher Erich Kästners zu denen, die am 10. Mai 1933 in den Scheiterhaufen geworfen wurden mit Schlachtrufen wie
“Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner”.
Dekadenz und moralischen Verfall sahen die Nationalsozialisten in einigen Gedichten, aber vor allem in Kästners Roman “Fabian”. Erich Kästner selbst schreibt in einem – erst nach dem 2. Weltkrieg veröffentlichten - Nachwort des Buches darüber: “Dieses Buch ist nichts für Konfirmanden, ganz gleich, wie alt sie sind. Der Autor weist wiederholt auf die anatomische Verschiedenheit der Geschlechter hin. Er läßt in verschiedenen Kapiteln völlig unbekleidete Damen und andere Frauen herumlaufen. Er deutet wiederholt jenen Vorgang an, den man, temperamentloserweise, Beischlaf nennt. Er trägt nicht einmal Bedenken, abnorme Spielarten des Geschlechtslebens zu erwähnen. Er unterläßt nichts, was die Sittenrichter zu der Bemerkung veranlassen könnte: Dieser Mensch ist ein Schweinigel.” (In: Fabian, S. 239)
Solche Literatur konnten die braunen Machthaber aus ihrer Sicht nicht tolerieren, daher wurde sie kurzerhand verboten und verbrannt. Und da Kästner darüber hinaus noch kritische Texte gegen Krieg, Diktatur, Engstirnigkeit, Intoleranz, Unmenschlichkeit geschrieben hatte, blieb er während des Dritten Reichs ständig unter Beobachtung der Nationalsozialisten.
Wie für viele andere Autoren bedeutete auch für Kästner diese Bücherverbrennung einen wesentlichen Einschnitt in Leben und Werk. Er lernt auch aus dieser Erfahrung, setzt sich im weiteren Verlauf seines Lebens vehement gegen jegliche Zensur ein und erinnert immer wieder an die Bücherverbrennung.
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http://www.kaestner-im-netz.de/leben...rbrennung.html
P.S.: Laut http://www.buecherverbrennung.de/ war "Emil und .." das einzige Buch, das nicht verbrannt wurde.
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