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Alt 20.06.2002, 08:53   #24
Andragar
Inventar
 
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Standard Anmerkung...

Der Goerz-Sonnenkompass beruht auf folgendem Prinzip:
Das Spiegelbild der Sonne wird durch ein Periskop reflektiert, und zwar auf eine Mattscheibe direkt vor dem Führer. Seitlich an dem Instrument ist ein Uhrwerk angebracht, das an ein Zahnrad auf dem Periskop angekoppelt werden kann. Das Uhrwerk ist so konstruiert, dass es das Periskop um 360 Grad im Laufe der Durchschnittszeit dreht, die die Sonne für die scheinbar gleiche Bewegung braucht. Mit Hilfe einer Gradeinteilung auf dem Periskop kann man dieses auf einen bestimmten Winkel zu dem Bug des Flugbootes einstellen. Wenn ich z.B. sofort nach Mittag starten will, stelle ich das Periskop so ein, dass es genau achtern zeigt. Wenn die Uhr Punkt 12 zeigt, und zwar nach der genauen Ortszeit, koppele ich das Uhrwerk an. Wenn das Flugboot jetzt zufällig nach Norden liegt, werde ich ein kleines Spiegelbild der Sonne im Zentrum der Mattscheibe bekommen. Das Periskop wird nun der Sonne derartig folgen, dass das Spiegelbild der Sonne so lange im Zentrum der Mattscheibe liegt, wie das Boot den gleichen Kurs einhält.. Findet der Start zu einer anderen Zeit statt, so wird der Zeitwinkel der Sonne für den Augenblick, in dem das Uhrwerk in Gang gesetzt werden soll, im voraus berechnet. Wird das Uhrwerk nach Greenwich oder einer anderen Zeit in Gang gesetzt, so muss der Unterschied im Längengrad berücksichtigt werden, ebenso wie der Winkel, um den man eventuell von dem Meridian abweichen will, falls man diesen nicht entlang steuern will. Oben auf dem Periskop befindet sich eine Schraube mit Gradeinteilung. Dort erfolgt die Einstellung nach der Deklination an dem entsprechenden Tage. Der ganze Sonnenkompass ist auf einer Unterlage montiert, auf der eine eventuelle Veränderung des Breitengrades korrigiert werden kann. Die Achse des Periskops muss nämlich parallel zu der Erdachse stehen. Hierbei kommt auch eine Veränderung in dem Aufstiegwinkel der Maschine in Betracht. Die Linsen des Periskops sind so konstruiert, dass man ein Feld von 10 Grad überblickt. Wenn also das Spiegelbild der Sonne am Außenrand der Scheibe steht, kann man 10 Grad gieren, bevor die Sonne an dem anderen Außenrand verschwindet.
(aus: Die Jagd nach dem Nordpol – Mit dem Flugzeug zum 88.Breitengrad von Roald Amundsen)

Werden wir NICHT einbauen. Dazu fehlt einfach die Zeit und die Unsicherheit ob das überhaupt funktioniert. Gronau und Co. haben das Ding eh so gut wie nie auf dem Flug angewendet.
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