Hallo!
Will auch ein bißchen kommentieren.

Wegen der Masse der Beiträge nur stichwortartig.
Peter hat in seinen ersten beiden Postings eigentlich schon das gesagt, was ich auch finde: Ab "Newtons drei Bewegungsgesetze ..." hat der Ami-Prof recht, davor nicht ganz.
Biot-Savart hat zwar mit Strom zu tun, aber mit solchem, der Magnetfelder erzeugt.
Der beschriebene Abtrieb (nach unten geneigte Strömungsvektorsumme) entspricht genau dem Auftrieb, das ist kein Schwachsinn, sondern richtig.
Zu Bernoulli gehört nicht die Prämisse der gleichen Überströmzeiten, dort hat der Prof sich geirrt, aber dumm ist seine Argumentation nicht, seine Gegendarstellung ist richtig. "Bernoulli" und "Newton" sind nicht gegensätzlich, sondern zwei verschieden Sichtweisen, ähnlich einer Gleichung, die zweimal nach zwei verschiedenen Variablen aufgelöst wurde.
@Hans Tobolla
Dieser Zirkelstrom entsteht mathematisch durch Vektorzerlegung: Ich betrachte die Strömung bei stehendem Flügel. Wenn nun die Luft oben und unten unterschiedlich schnell strömt und ich von diesen Geschwindigkeiten ihren Mittelwert abziehe, muß oben noch ein "Rest" bleiben, unten jedoch ein negativer Wert - das ist mit dieser "Ringströmung" gemeint. Es ist halt einfacher, damit weiter zu rechnen. Aber das hast Du ja schon geschrieben.
Diese Zirkulation würde man genau dann sehen, wenn man sich in das Bezugssystem der ruhigen Luft begeben würde und nur den Moment betrachtet, in dem der Flügel vorbeikommt. Es wird die obere Luft beschleunigt, die untere verlangsamt und so insgesamt ein Wirbel erzeugt, der sich abwärts bewegen muß. Mathematisch gehen die Betrachtung der stationären Strömung und der Ringströmung als Koordinatentransformationen auseinander hervor.
Zu den Elektronen im Draht:
Man kann sie sich etwa gasförmig zwischen den Metallatomrümpfen vorstellen (das nennt sich Drude-Modell). Sie sind immer in Bewegung, aber so, daß die Summe Null ergibt, wenn keine Spannung anliegt. (Genauso viele nach links wie nach rechts, vereinfacht gesagt.) Darum "fließt" auch kein Gesamtstrom, den man messen könnte.
Bernoulli ist übrigens nichts weiter als der umformulierte Energieerhaltungssatz: Potenzielle Energie plus mittlere Teilchenenergie plus Druck sind konstant. Insofern gilt er immer bei inkompressiblen Medien. Bei kompressiblen kommt dann die Reibungswärme dazu.
Abschlußthese: "Sog" gibt es gar nicht. Nur Druckgradienten.
Grüße,
Betto